Original von Baudouin de Billancourt
Was für eine Herrschaft? Was für ein Kapital? Jeder hat Kapital. Du meinst wohl, dass die, die das größte Kapital haben, auch die Herrschaft haben.
Schau Dir mal die Vermögensverteilung in Deutschland an und sag mir nochmal, dass jeder Kapital hat.
Aber: welche Herrschaft? Werden sie zu Diktatoren? Ob nun Leute mit viel Geld oder mit wenig Geld an die Macht kommen: es kommt doch darauf an, was sie daraus machen. Entweder achten sie meine Rechte - oder sie tun es nicht.
Der Staat sollte ein Instrument aller für alle sein. Im Kapitalismus verflechtet er sich teils mit dem Kapital, teils lässt er sich von ihm erpressen.
Ob nun Gerhard Schröder meine Privatsphäre verletzt oder die Gebrüder Albrecht... in beiden Fällen würde es meine Rechte verletzen. Ob nun ein Bauer die Declaration of Independence verfasst oder ein Großindustrieller - sie ist ein großartiges Dokument. Also, ich weiß nicht, ob ich Dich richtig verstehe. Aber Du streitest Dich gerade darüber, wie reich die Leute sein sollten, die in die Politik kommen (nicht: wie reich sie dadurch werden oder wieviel Macht sie erhalten).
Nein, das Privatvermögen von Politikern interessiert mich bestenfalls am Rande. Die Frage ist, von wem sie sich in ihren Entscheidungen beeinflussen lassen. Und dass insbesondere im Bundestag Lobby für die Wirtschaft gemacht wird, ist nun wirklich Alltag, darüber müssen wir uns sicher nicht streiten.
Zum Beispiel.
Wen hat die letzte Bundesregierung denn ihre Reform der Sozialsysteme verfassen lassen?
Was für eine Begriffsverdrehung...
Wieso sind "(Kapital)interessen" wichtig? Weil sie Entscheidungen beeinflussen. Deswegen geht es nur um die Entscheidungen, und nicht, ob der, der sie fällt, gerade zwei oder 200 Euro in der Tasche hat. Wenn die Interessen der politischen Führung nicht festgelegt wären, lebten wir in einer Anarchie. Im Übrigen kommt es darauf an, von welcher Art von Eigennutz diese Interessen geprägt sind.
Völlig richtig. Es geht darum, von welcher Ert von Eigennutz und von
wessen Eigennutz sie geprägt sind. Daher ist es eben nicht egal, ob der, der sie steuert, Kapital besitzt oder nicht.
Kapitalisten verdienen ihr Geld. Politiker stehlen es.
Sie
vergesellschaften es. Und das leider immer weniger.
Kapitalisten achten in der Regel die Rechte ihrer Mitmenschen. Politiker leben davon, sie zu verletzen.
Ach ja? Inwiefern z. B. Nokia das Recht auf Arbeit achtet, sei mal dahingestellt.
Hat Aldi die Mauer hochgezogen? Hat Kaufhof Menschen vergast?
Würde es ihrer Profitmaximierung dienen und würde sie niemand aufhalten, täten sie es.
[/quote]Die politische Führung hat natürlich auch Interessen, aber die sind mir in der Regel nicht so angenehm wie die von kapitalistischen Profitmaximierern.[/quote]
Mir sind in der Regel keine von beiden angenehm, wobei sich ja beide wie schon erwähnt immer weiter angleichen
