Willst Du mich verarschen? Im Kapitalismus beschränkt sich die politische Führung auf Polizei, Militär und Justiz. Alles Weitere geht über einen reinen Kapitalismus hinaus; man kann so eine Gesellschaftsform vielleicht noch als kapitalistisch bezeichnen, aber eben mit sozialistischen Einflüssen.Original von Montgomery Scott
Staatlich gelenkt heißt nicht vergesellschaftlicht. Kapital und politische Führung waren eng verbunden, das ist für mich eher Strukturmerkmal des Kapitalismus als des Sozialismus.
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Nur nochmal, damit ich das richtig verstehe...wenn sich Kapital und politische Führung vermischen, ist das für dich ein sozialistischer Einfluss, ja?Original von Baudouin de Billancourt
Willst Du mich verarschen? Im Kapitalismus beschränkt sich die politische Führung auf Polizei, Militär und Justiz. Alles Weitere geht über einen reinen Kapitalismus hinaus; man kann so eine Gesellschaftsform vielleicht noch als kapitalistisch bezeichnen, aber eben mit sozialistischen Einflüssen.

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Ja, natürlich. Du wirst doch wohl kaum bestreiten, dass sich der Kapitalismus unter anderem durch Privateigentum an Produktionsfaktoren auszeichnet. Privateigentum schließt eine solche Vermischung nahezu aus.Original von Montgomery Scott
Nur nochmal, damit ich das richtig verstehe...wenn sich Kapital und politische Führung vermischen, ist das für dich ein sozialistischer Einfluss, ja?
Heute haben wir diese Vermischung, weil das Privateigentum nicht mehr geachtet wird. Es "verpflichtet" in Deutschland. Zu was auch immer... wahrscheinlich zur eben genannten Vermischung.
Edit: achja - sein Gebrauch soll ja dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Und wessen Wohl ist das Allgemeinwohl seit jeher? - Richtig, das der Politik.
Edit 2: um es noch besser zu verdeutlichen - im Sozialismus ist es (direkt, unmittelbar und offen) die politische Führung, die über die Verwendung des Kapitals/der Produktionsmittel entscheidet. Dann wird es doch wohl einsichtig sein, dass in jedem System, bei dem eine Vermischung stattfindet und die politische Führung zumindest Einfluss auf das Kapital hat, dieser Einfluss auf sozialistische Elemente zurückzuführen ist?
Zuletzt geändert von Baudouin de Billancourt am Mi 5. Mär 2008, 23:12, insgesamt 3-mal geändert.
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Wer genau hat unter Hitler "das Kapital" vertreten?Original von Montgomery Scott
Nur nochmal, damit ich das richtig verstehe...wenn sich Kapital und politische Führung vermischen, ist das für dich ein sozialistischer Einfluss, ja?
Was hatte denn zum Beispiel Krupp real noch zu melden? Hätte der zum Beispiel die Produktion auf Blumentöpfe umstellen können, wenn er gewollt hätte? Wohl kaum.
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Nein, für den Kapitalismus, die Herrschaft des Kapitals, ist es typisch, dass das Kapital Einfluss auf die Politik hat.Original von Baudouin de Billancourt
Ja, natürlich. Du wirst doch wohl kaum bestreiten, dass sich der Kapitalismus unter anderem durch Privateigentum an Produktionsfaktoren auszeichnet. Privateigentum schließt eine solche Vermischung nahezu aus.
Das verkehrt wirklich die Realität. Weil Eigentum nicht geachtet wird sondern verpflichtet, ist Wirtschaftslobbyismus in Deutschland an der Tagesordnung?Heute haben wir diese Vermischung, weil das Privateigentum nicht mehr geachtet wird. Es "verpflichtet" in Deutschland. Zu was auch immer... wahrscheinlich zur eben genannten Vermischung.
Was soll denn bitte das Wohl der Politik sein?Edit: achja - sein Gebrauch soll ja dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Und wessen Wohl ist das Allgemeinwohl seit jeher? - Richtig, das der Politik.
Richtig, in dem Moment gibt es eben kein privates Kapital mehr, insofern können sich dessen Interessen auch nicht mehr mit der politischen Führung vermischen.Edit 2: um es noch besser zu verdeutlichen - im Sozialismus ist es (direkt, unmittelbar und offen) die politische Führung, die über die Verwendung des Kapitals/der Produktionsmittel entscheidet.
Die Frage ist, wer Einfluss worauf hat. Die Politik kann aber niemals Einfluss auf private Interessen haben, private Interessen sind immer von den entsprechenden Personen abhängig. Politische Entscheidungen dagegen werden aus ganz unterschiedlichen Beweggründen und eben durch ihre Vermischung getroffen. Insofern ist es unsinnig davon zu reden, es fände im Sozialismus eine Vermischung von Interessen privater Kapitalisten und der Handlung der politischen Führung statt.Dann wird es doch wohl einsichtig sein, dass in jedem System, bei dem eine Vermischung stattfindet und die politische Führung zumindest Einfluss auf das Kapital hat, dieser Einfluss auf sozialistische Elemente zurückzuführen ist?

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Hitler hat das Kapital natürlich seinerseits instrumentalisiert, das ist richtig. Es war eben ein Geben und Nehmen. Es wäre sicher unsinnig, zu behaupten, Hitler wäre nur ein Vollzieher der Kapitalinteressen gewesen. Allerdings war er prokapitalistisch, indem er die Industrie gezielt gefördert hat, im Unterschied zum Neoliberalismus aber nicht ihrer selbst willen sondern um mit seinen politischen Plänen seinerseits davon zu profitieren.Original von Konrad Grimm
Wer genau hat unter Hitler "das Kapital" vertreten?
Was hatte denn zum Beispiel Krupp real noch zu melden? Hätte der zum Beispiel die Produktion auf Blumentöpfe umstellen können, wenn er gewollt hätte? Wohl kaum.

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Sag mal, haben Stalin und Mao nicht versucht, eine Industrie aufzubauen und zu stärken? Sind sie dann auch Kapitalisten?
Zuletzt geändert von Baudouin de Billancourt am Do 6. Mär 2008, 11:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Ich bevorzuge meine Definition. Es bringt nichts, wenn Du Tische als Wolkenkratzer bezeichnest und ich es genau umgekehrt mache. Wir reden von zwei völlig verschiedenen Gesellschaftsformen, wie Deine Aussage zeigt.Original von Montgomery Scott
Nein, für den Kapitalismus, die Herrschaft des Kapitals, ist es typisch, dass das Kapital Einfluss auf die Politik hat.
Ja... das ist doch nahezu selbstevident, und dennoch hab ich es erklärt. Was verstehst Du daran nicht?Das verkehrt wirklich die Realität. Weil Eigentum nicht geachtet wird sondern verpflichtet, ist Wirtschaftslobbyismus in Deutschland an der Tagesordnung?
Das der Politiker :rolleyes:Was soll denn bitte das Wohl der Politik sein?
Ob es ein formales Eigentumsrecht gibt oder nicht - die Entscheidungsbefugnis liegt bei der Politik. Eine größere "Vermischung" kann es überhaupt nicht geben.Richtig, in dem Moment gibt es eben kein privates Kapital mehr, insofern können sich dessen Interessen auch nicht mehr mit der politischen Führung vermischen.
S.o.Insofern ist es unsinnig davon zu reden, es fände im Sozialismus eine Vermischung von Interessen privater Kapitalisten und der Handlung der politischen Führung statt.
Zuletzt geändert von Baudouin de Billancourt am Do 6. Mär 2008, 11:47, insgesamt 1-mal geändert.