Kommt bei Begriffen natürlich auch immer darauf an, wie man sie definiert.Original von Baudouin de Billancourt
Das kann ich ausschließen, da es sich um einen Widerspruch handelt.
1. Kapitalismus als Wirtschafts- und Gesellschafts-Non-System der freien Marktwirtschaft schließt Diktatur in der Theorie und Praxis aus.
2. Kapitalismus aber als reine Art der Wirtschaftsweise,
also dass jemand Kapital, erarbeitet, spart und investiert, den Großteil des (möglichen) erarbeiteten Gewinns wieder zu sparen und zu investieren, also Mehrwert erwirtschaftet,
schafft meist Nachahmer und mit einer Schicht von Unternehmern und Konkurrenz auch einen Markt und mit diesem allgemeines Verlangen nach mehr individueller Freiheit zu wirtschaften und zu konsumieren => Und dadurch tendenziell wieder mehr individuelle Freiheit.
Aber derzeit z.B. in Russland lassen sich auch ein staatlich gelenkter Kapitalismus der 2. Art auch mit einem zumindest autoritären Regime verbinden. Wenn auch die in Russland mit diesem System wohlhabend gewordene Schicht sich auch mehr ihre Freiheit nimmt als zu Sowjetzeiten.
In China strebt die wirtschaftliche Entwicklung auch in die Richtung von mehr individueller Freiheit, die Politik/der Staat drängt aber in verschiedenen Abständen wieder dagegen mit mehr Repression und Zensur etc.
Dies sind also mögliche Mischformen von marktwirtschaftlichen Strukturen, die in der Regel die Herausbildung eines Sozial- und Rechtsstaates fördern, und von autoritären Regimen, die das verhindern möchten.
Die Tendenz geht dann mittelfristig in die eine oder andere Richtung.