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Jungspund
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Jungspund

Beitrag von Damian Fuller »

Original von Baudouin de Billancourt
Das kann ich ausschließen, da es sich um einen Widerspruch handelt.
Kommt bei Begriffen natürlich auch immer darauf an, wie man sie definiert. ;)

1. Kapitalismus als Wirtschafts- und Gesellschafts-Non-System der freien Marktwirtschaft schließt Diktatur in der Theorie und Praxis aus.

2. Kapitalismus aber als reine Art der Wirtschaftsweise,

also dass jemand Kapital, erarbeitet, spart und investiert, den Großteil des (möglichen) erarbeiteten Gewinns wieder zu sparen und zu investieren, also Mehrwert erwirtschaftet,

schafft meist Nachahmer und mit einer Schicht von Unternehmern und Konkurrenz auch einen Markt und mit diesem allgemeines Verlangen nach mehr individueller Freiheit zu wirtschaften und zu konsumieren => Und dadurch tendenziell wieder mehr individuelle Freiheit.

Aber derzeit z.B. in Russland lassen sich auch ein staatlich gelenkter Kapitalismus der 2. Art auch mit einem zumindest autoritären Regime verbinden. Wenn auch die in Russland mit diesem System wohlhabend gewordene Schicht sich auch mehr ihre Freiheit nimmt als zu Sowjetzeiten.

In China strebt die wirtschaftliche Entwicklung auch in die Richtung von mehr individueller Freiheit, die Politik/der Staat drängt aber in verschiedenen Abständen wieder dagegen mit mehr Repression und Zensur etc.

Dies sind also mögliche Mischformen von marktwirtschaftlichen Strukturen, die in der Regel die Herausbildung eines Sozial- und Rechtsstaates fördern, und von autoritären Regimen, die das verhindern möchten.

Die Tendenz geht dann mittelfristig in die eine oder andere Richtung.
 

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Damian Fuller
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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Baudouin de Billancourt
Der Kapitalismus ist eine Gesellschaftsform, die auf der Anerkennung individueller Rechte beruht. Da finden Diktatoren keinen Platz.
Hm. Nun, dann korrigiere ich zu "kapitalistische Nicht-Demokratie". Sei es von mir aus eine Nomokratie.
 

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Jungspund
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Beitrag von Damian Fuller »

Original von Konrad Grimm
Ich meine mich an eine Studie im Auftrag von Lothar Späth erinnern zu können, wonach man bereits damals zwei Drittel aller Arbeitsplätze in Deutschland rationalisieren könnte und durch Maschinen und Computer ersetzen könnte. Die Computer werden intelligenter, Roboter leistungsfähiger.
Studien sind so eine Sache. Je nach dem was für ein Ergebnis der Auftraggeber haben will etc.

Aber wenn es so wäre, wäre doch geil: Wenn alle heute produzierten Güter, die ja für die deutsche Bevölkerung zum Großteil relativ wohlhabend zum Leben genügen, produziert werden können, ohne dass zwei Drittel der Menschen dafür arbeiten müssten.

Hurra, schafft die Arbeit ab. Die 35-Stunden-Woche der Gewerkschaften wäre dann deutlich übertriebene Arbeitssklaverei. ;)
 

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Damian Fuller
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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Damian Fuller
Aber wenn es so wäre, wäre doch geil: Wenn alle heute produzierten Güter, die ja für die deutsche Bevölkerung zum Großteil relativ wohlhabend zum Leben genügen, produziert werden können, ohne dass zwei Drittel der Menschen dafür arbeiten müssten.
Ja. Funktioniert aber nur, wenn entweder

- jeder seinen Anteil am Kapital hat oder
- das Kapital sich in Gemeineigentum befindet.
 

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Original von Konrad Grimm
Aber: Im Moment zeichnet sich ein zunehmender Trend dahingehend ab, dass Arbeitsplätze endültig wegrationalisiert werden.
Du hast doch bestimmt einmal Bastiat gelesen?
 

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Jungspund
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Beitrag von Damian Fuller »

Original von Konrad Grimm
Ja. Funktioniert aber nur, wenn entweder

- jeder seinen Anteil am Kapital hat
Die Kapitalbesitzer, die Interesse an der Aufrechterhaltung dieses Systems hätten würden vermutlich freiwillig ein caritatives System einrichten, bzw. dieses wie heute finanzieren.

Ansonsten gibt es irgendwann wieder eine Revolution und eine Diktatur. Aber wie bisher jede Diktatur dann wieder mit staatlich gelenkter Wirtschaft.
oder
- das Kapital sich in Gemeineigentum befindet.
Dann würde es wahrscheinlich an der wirtschaftlich tragfähigen Produktion und spätestens an der Bedürfnisbefriedigung der mannigfaltigen Wünsche einer modernen Gesellschaft hapern.
 

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Damian Fuller
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Original von Damian Fuller
2. Kapitalismus aber als reine Art der Wirtschaftsweise,...
Nun, ob sich Widersprüche ergeben, hängt in hohem Maße davon ab, ob man den Kapitalismus ausschließlich über Privateigentum definiert, was m.E. falsch wäre.
 

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Kaiser
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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Baudouin de Billancourt
Du hast doch bestimmt einmal Bastiat gelesen?
Ja. Und?
 

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Jungspund
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Beitrag von Damian Fuller »

Original von Konrad Grimm
Wo soll das hinführen?

a. In eine kapitalistische Diktatur, in der die Massen irgendwie ruhig gehalten und unterdrückt werden;
b. in irgendeine Spielart des Sozialismus;
c. in einen anarchistischen bellum omnium contra omnes?

Einen weiteren Weg sehe ich nicht.
Es könnte alles beim Alten bleiben. Bis zur nächsten "Währungsreform".
 

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Damian Fuller
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Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Damian Fuller
Die Kapitalbesitzer, die Interesse an der Aufrechterhaltung dieses Systems hätten würden vermutlich freiwillig ein caritatives System einrichten, bzw. dieses wie heute finanzieren.
Die Massen, die von ein paar Feudalherren irgendwie ruhiggestellt werden, genau. Allerdings ist das unwirtschaftlich. Vernichtung oder zumindest Kastration wäre rationaler.
 

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