Mal sehen, ich beschäftige mich im Moment mit Metaethik und stehe auch eher auf der Seite des Nonkognitivismus. Auf die Idee, den naturalistischen Fehlschluss auf den Krankheitsbegriff anzuwenden, bin ich aber nicht gekommen. Du sollst dein Gegenargument haben.Original von Konrad Grimm
Das aber ist ein geradezu klassischer "naturalistischer Fehlschluss", denn die Natur kennt nur Sein, nicht Sollen.
So wie du es definierst, ja, da "sollen" impliziert, das der Ausgangszustand "richtig" ist. Ob sich das allerdings ohne weiteres auf den Krankheitsbegriff ausweiten lässt, bezweifle ich. Ohne das jetzt wasserdicht definieren zu können, gehe ich davon aus, dass es eine (wertungsfrei) "richtige" Funktion des Körpers gibt. Die Wissenschaft kann aus den menschlichen Genen herausfinden, wie der menschliche Körper funktionieren soll (und dieses "sollen" ist objektiv, nicht synthetisch!). Ich könnte den Satz auch beenden mit "... würde, ohne Einfluss eines Faktors von Außen, der diese Funktionen beeinträchtigt (=Krankheit)".