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Kaiser
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"Ist 'Lebe im Verborgenen' eine gute Lebensregel?" - Plutarch

Die Frage sei hier in den Raum geworfen
(, denn mit wem sollte ich sie schon sonst diskutieren und erwarten, dabei eine andere Antwort zu bekommen als einen fragenden Blick)

Hat Epikur recht, wenn er rät, sich aus politischen Belangen herauszuhalten - oder sollte man sich um das Gemeinwesen engagieren, und wenn ja, warum?

Da wir hier genügend "homines politici" haben, würden mich die Antworten interessieren.
 

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Jungspund
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Oh Gott, genau das habe ich diese Woche für die Uni gemacht (also politische Beteiligung).
Aber du gehst, wie man das von dir kennt, die Frage als eine Frage von allem oder nichts an. ;) Wirtschaftlich gesehen macht es keinen Sinn, sich um das Gemeinwesen zu engagieren, es ist profitabler, von der Teilnahme der anderen Mitglieder der Gesellschaft zu profitieren ("free rider"). Ansonsten gibts da noch elitäre Theorie, die es als eine Frage sozialer Klasse ansieht oder aber v.a. Rousseau, der politische Beteiligung als Basis persönlicher Freiheit sah (es macht interessanterweise Sinn, auch wenn nur innerhalb seines gesamten Denksystems).
Klugscheißen ohne eigene Meinung zu dem Thema kann ich stundenlang, eine eigene Meinung habe ich allerdings nicht so richtig.
Erklär mal ein bisschen, was für dich politische Beteiligung / Engagement für das Gemeinwesen einschließt, und was nicht. Ansonsten, ich spreche aus Erfahrung, redet man aufgrund grundverschiedener Verständnisse von Politik aneinander vorbei.
Geschrieben leicht angetrunken, grobe inhaltliche und grammatikalische Schnitzer bitte ich zu verzeihen.
 

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Kaiser
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Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Ich meine nur die politische Ebene im engeren Sinn. Sollte man sich am politischen Prozess, in welcher Form auch immer, beteiligen, und warum?
 

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Erleuchteter
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Ja, sollte man. In welchem Maße, sollte jeder selbst entscheiden, aber prinzipiell ist eine Beteiligung am politischen Prozess für jeden Menschen unerlässlich. Dafür gibt es ganz verschiedene Herleitungen, angefangen von materialistischen Überlegungen (Hobbes) bis zu eher moral- und existenzphilosophischen Überlegungen...seitenweise will ich dazu jetzt aber nicht schreiben, das muss ich schon für die Uni ;)
 

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Kaiser
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Beitrag von Konrad Grimm »

Die Kurzform ist aber nicht hilfreich. Wieso Hobbes? Vielleicht ja "Engagement aus Eigeninteresse". Okay, akzeptiert. Dann muss man aber zwangsläufig Aufwand und Ertrag abwägen, und das wird selten für ein Engagement sprechen.

Wieso Existenzphilosophie? Weil Satre meint, aus der existentiellen Freiheit erwachse volle Verantwortung für alles? Ja, meint Satre. Ich meine, das ist falsch. Denn ich habe keine Verantwortung. Ich nehme sie nicht an. Ich nehme mir die Freiheit, die Verantwortung zu verweigern. Verantwortung hat man nicht, man wird höchstens zur Verantwortung gezogen - aber auch nur, wenn man es zulässt.

Und Moral? Irrsinn in tota.

Bessere Begründungen, bitte.
 

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Original von Konrad Grimm
Die Kurzform ist aber nicht hilfreich. Wieso Hobbes? Vielleicht ja "Engagement aus Eigeninteresse". Okay, akzeptiert. Dann muss man aber zwangsläufig Aufwand und Ertrag abwägen, und das wird selten für ein Engagement sprechen.
Dafür müsstest Du zuerst mal Hobbes widerlegen ;)
Denn ich habe keine Verantwortung. Ich nehme sie nicht an. Ich nehme mir die Freiheit, die Verantwortung zu verweigern.
Die Möglichkeit hast Du immer, weder Hobbes noch Sartre stehen mit dem Gewehr hinter Dir und zwingen Dich zu etwas sondern Sie erklären Dir, warum aus Deiner Existenz und Deinem Selbstverständnis als Mensch verschiedene soziale Pflichten erwachsen.
Verantwortung hat man nicht, man wird höchstens zur Verantwortung gezogen - aber auch nur, wenn man es zulässt.
Insbesondere laut Hobbes lässt sich die Verantwortung, zu der Dich jemand zieht, aber durch Deine Existenz als soziales Lebewesen herleiten und damit für Dich selbst begründen.
 

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Kaiser
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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Montgomery Scott
Dafür müsstest Du zuerst mal Hobbes widerlegen
Welche These von Hobbes meinst Du?
sondern Sie erklären Dir, warum aus Deiner Existenz und Deinem Selbstverständnis als Mensch verschiedene soziale Pflichten erwachsen.
Ja, und dabei irren sie sich.
Insbesondere laut Hobbes lässt sich die Verantwortung, zu der Dich jemand zieht, aber durch Deine Existenz als soziales Lebewesen herleiten
Bin ich nicht.
 

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Jungspund
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Ich habe nochmal ein bisschen drüber nachgedacht, und bin zu dem Schluß gekommen, dass man die Energie, die man auf die Politik verwenden würde, besser darauf verwenden sollte, die negativen Auswirkungen politischer Entscheidungen auf das eigene Leben zu minimieren. Am Beispiel der aktuellen Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung und "Bundestrojaner" würde das zum Beispiel bedeuten, dass man, anstatt dagegen zu demonstrieren, besser sich über die technischen Möglichkeiten, sich und seine Daten zu schützen, informiert.

Ich sehe das aus der Sicht der möglichen Ergebnisse der beiden Alternativen: Wenn man versucht, auf dem politischen Weg etwas zu verhindern, kriegt man entweder 100% (was man vermeiden will, tritt nicht ein) oder 0% (was man vermeiden wollte, tritt doch ein und man ist unvorbereitet). Wenn man hingegen sich vorbereitet, kriegt man entweder 75% (es tritt nicht ein, aber man hat seine Zeit verschwendet), oder 50% (es tritt ein, aber man ist vorbereitet und die Auswirkungen auf einen selbst sind geringer). Ich hoffe, das macht Sinn.
 

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Erleuchteter
Original von Konrad Grimm

Welche These von Hobbes meinst Du?
Die These, dass eine staatliche Ordnung immer und unbedingt zum Vorteil des Menschen ist. Wird im Leviathan irgendwo in Kapitel 13-19 formuliert.
Bin ich nicht.
Dass Du hier in einem Internetforum darüber diskutierst, beweist bereits das Gegenteil.
 

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Kaiser
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Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Alan W. Patterson
Ich habe nochmal ein bisschen drüber nachgedacht, und bin zu dem Schluß gekommen, dass man die Energie, die man auf die Politik verwenden würde, besser darauf verwenden sollte, die negativen Auswirkungen politischer Entscheidungen auf das eigene Leben zu minimieren.
Aha. Womit Du zum gleichen Schluß kommst, wie ich.
 

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