Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
... besitzt laut einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung fast die Hälfte der Bevölkerung, während 2/3 des Gesamtvermögens in der Hand von 10 % der Bevölkerung liegen.
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/finan ... 83/141477/
Unabhängig davon, dass diese Zahlen nicht überraschen sollten (und selbstverständlich nichts dran ändern werden), finde ich einige Punkte der Berichterstattung eigentlich nur zum Kopfschütteln:
Die Hälfte der Bevölkerung hat also "so gut wie nichts". Na danke. Wie präzise!
Und richtig spannend: Der DGB-Chefökonom ist von diesen Zahlen erstaunt! Das spricht nicht für den DGB und seinen Chefvolkswirt. Denn eigentlich steht das alles schon ziemlich genauso im letzten Armuts- und Reichtumsbericht des Bundessozialministeriums. Liest man den dort nicht, oder muss man sich beim DGB einfach überrascht geben, damit man dann sagen kann "hoppla, da ist ja alles viel schlimmer als früher, da werden wir gleich etwas dagegen tun!" ?
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/finan ... 83/141477/
Unabhängig davon, dass diese Zahlen nicht überraschen sollten (und selbstverständlich nichts dran ändern werden), finde ich einige Punkte der Berichterstattung eigentlich nur zum Kopfschütteln:
Die Hälfte der Bevölkerung hat also "so gut wie nichts". Na danke. Wie präzise!
Und richtig spannend: Der DGB-Chefökonom ist von diesen Zahlen erstaunt! Das spricht nicht für den DGB und seinen Chefvolkswirt. Denn eigentlich steht das alles schon ziemlich genauso im letzten Armuts- und Reichtumsbericht des Bundessozialministeriums. Liest man den dort nicht, oder muss man sich beim DGB einfach überrascht geben, damit man dann sagen kann "hoppla, da ist ja alles viel schlimmer als früher, da werden wir gleich etwas dagegen tun!" ?
Profi
Beiträge: 2321
Registriert: Mi 21. Mär 2007, 11:28
Beiträge: 157
Registriert: Mo 29. Okt 2007, 15:32
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Interessant ist in dem Zusammenhang aber auch die kontinuierliche Weiterentwicklung dieses gesellschaftlichen Unterschieds, die das Prinzip der von den Liberalen so gepriesenen "Chancengleichheit" widerlegt: Es gibt keine Chancengleichheit, wer aus einer wohlhabenden Schicht stammt, hat auch größere Chancen, selbst in dieser Schicht zu bleiben. Aus ganz verschiedenen Gründen.
Zuletzt geändert von Montgomery Scott am Mi 7. Nov 2007, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.

Beiträge: 157
Registriert: Mo 29. Okt 2007, 15:32
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Profi
Beiträge: 2321
Registriert: Mi 21. Mär 2007, 11:28
Beiträge: 157
Registriert: Mo 29. Okt 2007, 15:32
Meiner Meinung (die sich nicht unbedingt mit den Meinungen von FDPlern decken muss) gibt es durchaus sozialpolitische Aspekte in einer liberalen Politik. Liberale Politik bedeutet in meinen Augen: Eigenverantwortung. Ein soziales System wie in Deutschland kann auf Dauer nicht funktionieren und die schlimmsten Auswüchse erleben wir hier in good old Germany täglich.
Das soziale Netz kann nicht auf Dauer von Umverteilung oder "Generationenverträgen" leben....schwache wirtschaftliche Konjunktur, demographische Schwankungen etc. machen ein solches Netz unmöglich. Man muss soziale Netze auf Eigenverantwortung aufbauen...natürlich ist dies nicht in allen Fällen möglich. Obdachlose, Langzeitarbeitslose benötigen andere Hilfe und können nicht mehr so stark eigenverantwortlich vorsorgen wie ein Angestellter. Das ist mir klar.
Soziale Netze sollten für die Schwachen da sein....und damit meine ich die wirklich schwachen und armen. Wie sagte es Volker Pispers der hier vor kurzem noch gezeigt wurde: "Hartz4-Empfänger bekommen nicht zu wenig Geld....sie bekommen es im falschen Land!" Leider findet man das Video nicht mehr auf youtube...schade.
Das soziale Netz kann nicht auf Dauer von Umverteilung oder "Generationenverträgen" leben....schwache wirtschaftliche Konjunktur, demographische Schwankungen etc. machen ein solches Netz unmöglich. Man muss soziale Netze auf Eigenverantwortung aufbauen...natürlich ist dies nicht in allen Fällen möglich. Obdachlose, Langzeitarbeitslose benötigen andere Hilfe und können nicht mehr so stark eigenverantwortlich vorsorgen wie ein Angestellter. Das ist mir klar.
Soziale Netze sollten für die Schwachen da sein....und damit meine ich die wirklich schwachen und armen. Wie sagte es Volker Pispers der hier vor kurzem noch gezeigt wurde: "Hartz4-Empfänger bekommen nicht zu wenig Geld....sie bekommen es im falschen Land!" Leider findet man das Video nicht mehr auf youtube...schade.
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
"Jeder ist seines Glückes Schmied" ist das Leitbild des wirtschaftlichen Liberalismus. Dieses Bild ist aufschlußreich. Denn auch der beste Schmied kann kein ideales Ergebnis erzielen, wenn er kein brauchbares Material zu schmieden hat.Original von Montgomery Scott
Richtig, damit fällt den Liberalen aber jedes soziale Idealbild weg...
Der eigentliche Wirtschaftsliberalismus anerkennt die Ungleichheit der Menschen, auch im Bezug auf die Chancen. "Chancengleichheit" ist schon ein sehr sozialdemokratisch verwässerter Liberalismus.
Ich möchte betonen, dass ich das wertneutral meine. Zudem ist "Jeder ist seines Glückes Schmied" ja zugleich (vermeintliche?, Stichwort Determinismus) Tatsache und wie Norm.
Zuletzt geändert von Anonymous am Mi 7. Nov 2007, 13:12, insgesamt 1-mal geändert.