Lüderitz am Vormittag, Hotel Goldener Löwe. Wir treffen den Chef der ratelonischen Strafverfolgungsbehörden in der Lobby.
LA: Herr Grimm, mehrere Anschläge gegen führende Organe der Union haben die Republik erschüttert. Sie wirken erstaunlich entspannt?
Grimm: Nun, ich bin auch erst gestern aus dem Urlaub zurückgekommen. (Er lächelt, blickt einen Moment gedankenverloren ins Nichts, wird dann ernst) Ich bin direkt auf dem Rückflug sofort mit einer Sondermaschine der Luftwaffe abgeholt und nach Watoran eingeflogen worden. Ein furchtbarer Anblick.
LA: Dennoch machen Sie nicht den Anschein...
Grimm: Jaja. Nicht den Anschein eines Feldherren vor der Schlacht. Das liegt daran, dass ich keiner bin, auch im übertragenen Sinne nicht. Die Gefahrenabwehr ist nicht Sache der Unionsanwaltschaft. Und die Gefahrenabwehr hat (er zögert) - deutliche Priorität vor der Strafverfolgung.
LA: Sie klingen nicht glücklich darüber.
Grimm: Es gibt seitens der Regierung bislang wenig Bestrebungen, die Unionsanwaltschaft mit einzubeziehen. Ein paar Berichte von der Unionspolizei, das war's.
LA: Sie sind nicht im Krisenstab mit eingebunden?
Grimm: Nein. Ich weiss nicht mal, ob es einen Krisenstab gibt. Im Moment scheint die Kommandozentrale im Kanzleramt zu liegen, ich weiss es nicht.
LA: Wie beurteilen Sie das bisherige Krisenmanagement der Regierung?
Grimm: Das ist schwer zu beurteilen. Ich habe aber den Eindruck... (er zögert, holt Luft) Nun, ich habe bislang nicht den Eindruck, dass die Regierung in der Lage und bereit ist, unsere Nation vor ihren Feinden zu schützen, sowohl vor denen im Inneren als auch im Äußeren. Sie müssen sich überlegen, dass unser Land ja nicht nur von Terroristen, sondern auch von fremden Staaten deutlich bedroht worden ist. Und die Antwort der Regierung? (eine Zornfalte bildet sich auf seiner Stirn) Schweigen! Diplomatie! Wen wundert es da, dass jetzt die Verfassungsfeinde im Inneren auf dem Tisch tanzen wie die sprichwörtlichen Mäuse, wenn die Katze aus dem Haus ist?!
LA: Sie plädieren für eine harte Linie?
Grimm: Ja, wobei ich dazu sage, dass das nicht die Auffassung des Obersten Unionsanwalts ist, sondern meine private. Es ist Zeit für eine Politik der Stärke. Die Union hat die Möglichkeit, die Streitkräfte einzusetzen. Sie sollte nicht zögern, davon Gebrauch zu machen.
LA: Ein ungewohntes Statement, galten Sie doch bislang eher als öffentlichkeitsscheu. Höre ich da eine politische Ambition heraus?
Grimm: Eine Ambition? Sicher nicht. Aber vielleicht die Einsicht in die Notwendigkeit.
LA: Vielen Dank für dieses offene und aufschlussreiche Gespräch.
Kaiser
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Die "Lüderitzer Abendpostille" veröffentlichte heute ein Exklusivinterview mit Unionsanwalt Konrad Grimm zur aktuellen Bedrohungslage.
Zuletzt geändert von Anonymous am Sa 8. Sep 2007, 18:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Dann werden wir uns am ObUG schon mal auf eine wahre Prozesswelle vorbereiten.
[b]Prof. Dr. iur. habil. Dr. phil. pol. William C. Ashcraft[/b]
Unionsrichter am Obersten Unionsgericht
Inhaber des Lehrstuhls für Straf- und Strafprozessrecht
Leiter des Instituts für Kriminologie der Count Donald Law School
Dekan der Count Donald Law School der Montary University
Mitglied der Ehrenlegion der Demokratischen Union
Unionsrichter am Obersten Unionsgericht
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Kaiser
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*lässt wiederum ein paar um jede Schlagzeile dankbare Lokaljournalisten zum Interview einbestellen*


(Reporter ließt vom Blatt ab: )
"Herr Grimm... die Regierung steht vor dem Aus, das Land vor Neuwahlen. Sie selbst haben vor kurzem politische Ambitionen angedeutet. Ist es jetzt soweit?"
(Grimm lächelt entschlossen: )
"Mit Sicherheit. Ich werde für das nächste Parlament kandidieren."
(Reporter nickt, blickt auf seinen Zettel zurück: )
"Sie gehören aber keiner Partei an."
(Grimm lächelt weiter: )
"Das ist richtig. Möglicherweise ändert sich das vor den Wahlen noch. Aber soviel kann ich ihnen versichern, ich werde für keine der bestehenden Parteien kandidieren."
"Ihnen wurden auch Ambitionen auf das Richteramt nachgesagt."
"Richter pflegen das Recht. Pflegen kann man nur Bestehendes. Aber in unserem Staat gibt es noch viel aufzubauen, bevor man sich der Pflege zuwenden kann."
"Wollen Sie Minister werden?"
(Aus dem Lächeln wird ein Grinsen):
"Na, mindestens!"
Zuletzt geändert von Anonymous am Di 2. Okt 2007, 17:26, insgesamt 2-mal geändert.
Kaiser
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(Es ist einmal mehr Zeit, die Welt mit den neuesten Einsichten Konrad Grimms zu beglücken)
Narvenaer Zeitung: "Herr Grimm, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben."
Grimm: "Aber gerne, mir liegt viel daran, dass die Bürgerinnen und Bürger gut informiert sind."
NZ: "Herr Grimm, seit gestern läuft eine Haftprüfung gegen die Beschuldigten im Zuge der Imperia-Freistein-Verschwörung. Machen die Ermittlungen Fortschritte?"
Grimm: "Ja, wir kommen sehr gut voran. Es fehlen noch ein paar Puzzlesteine, aber bald ist der Galgen fertig. (grinst) Die Haftprüfung ist notwendig geworden, weil sich inzwischen die Fronten klären. Wir haben mehrere Verdächtige, die sich zu umfangreicher Kooperation mit den Ermittlungsbehörden entschlossen haben. Für diese wäre ein Verbleib in Haft bzw. eine Inhaftierung nicht mehr verhältnismäßig. Auf der anderen Seite haben wir die führenden Köpfe der Baader-Metternich-Bande. Gegen die werde ich die Todes..., wollte sagen, die Höchststrafe fordern."
NZ: "Ein freud'scher Versprecher?"
Grimm: "Wie Sie wissen sieht unsere Rechtsordnung keine Todesstrafe vor. Also: Nein."
NZ: "Würden Sie die für angemessen halten?"
Grimm: "Die Frage ist hypothetisch. Was ich Ihnen sagen kann ist, dass ich Hochverrat in dieser Form auf einer Stufe mit Mord sehe. Im Zuge der Sezession sind, es ist noch nicht ganz klar, aber jedenfalls mehr als tausend Menschen ums Leben gekommen. Deren Blut klebt Herrn Baader, Herrn Metternich und Herrn Sendlhofer an den Fingern.
Und ich erwarte noch große Probleme durch diese Häftlinge. Wir müssen verhindern, dass vor allem Metternich und Baader zu Ikonen einer stark geschwächten, aber wohl nicht vollständig ausgerotteten Idee von der 'Unabhängigkeit' Imperias werden. Zudem müssen wir Befreiungsversuchen vorbeugen, auch solchen aus dem feindlichen Ausland."
NZ: "Ihr Rezept?"
Grimm: "Nicht meine Aufgabe, sorry. Aber wäre es meine, ich würde die Herrschaften in ein Hochsicherheitsgefängnis auf die Westlichen Inseln oder nach Roldem verlegen, jedenfalls weit weg von Imperia und ihren verbleibenden Anhängern."
NZ: "Sprechen wir über Ihre politischen Ambitionen. Sie sind treibende Kraft in der neuen Vaterländischen Union. Wo sehen Sie sich nach der Wahl?"
Grimm: "Ich sehe die Vaterländische Union im Parlament, und zwar als führende Kraft im bürgerlichen Lager. Alles weitere muss sich nach der Wahl zeigen."
NZ: "Sie haben meine Frage nicht beantwortet. Ich fragte nach Ihrer Rolle nach der Wahl."
Grimm: "Das wird man sehen."
NZ: "Streben Sie ein Ministerium an, das Justizressort vielleicht?"
Grimm: "Ich strebe eine bessere Politik für dieses Land an. Ich strebe es an, die Wehrfähigkeit unserer Nation zu erhöhen. Ich strebe an, dass wir wieder Freunde und Verbündete in der Welt haben. Ich strebe an, dass wir endlich die Schäden von diversen Zerstörungen in unseren Staatsarchiven beseitigen und für jedes Rechtsgebiet eine vernünftige Grundlage haben. Ich strebe an, dass wir die Wunden heilen lassen, die unserer Nation geschlagen worden sind. Dafür will ich arbeiten. In welcher Rolle, das wird sich zeigen."
NZ: "Welche Koalitionspartner können Sie sich vorstellen?"
Grimm: "Ich würde keinen ausschließen. Ich sage Ihnen aber, dass ich persönlich große Bauchschmerzen hätte, eine Frau Heidenberg im Außenressort zu belassen. Jede Kriegserklärung gegen uns war ein Offenbarungseid für die heidenberg'sche Diplomatie. Und ich bin auch kein Freund davon, jemanden nach oben wegzuloben, der in seinem vorherigen Job versagt hat, wenn Sie verstehen?"
NZ: "Wollen Sie selbst Kanzler werden?"
Grimm: "Gegenfrage: Wie oft wollen Sie mich noch nach meiner Rolle nach der Wahl fragen?"
NZ: "Neben der Außenministerin wollen Sie ja auch den Verteidigungsminister aus seinem Amt drängen,..."
Grimm: "Na na, langsam! Ich habe einen Diskurs über die Wiedereinführung der Wehrpflicht vorgeschlagen. Daraufhin hat er mir in Basta-Manier an den Kopf geknallt, die Wehrpflicht werde nicht wieder eingeführt. Meine Bemerkung, das geschehe dann wohl jedenfalls nicht mit ihm als Verteidigungsminister, bezog sich mehr darauf, was er sich offenbar einbildet. Ob die Wehrpflicht eingeführt wird oder was auch immer, das entscheidet zu allererst mal das Volk, nicht der Herr Minister. Das einzige, was er wirklich entscheiden kann ist, im Fall des Falles zurückzutreten. Darauf wollte ich ihn hinweisen, und zwar mit gleicher Münze, wie er es mir hingeworfen hat. Sonst habe ich gegen Herrn Vain nichts."
NZ: "Mit dem Kanzler verstehen Sie sich ja auch ganz gut?"
Grimm: "Wir haben bei verschiedenen Gelegenheiten gut zusammengearbeitet. Er hat seine Stärken und Schwächen."
NZ: "Also lieber er als Heidenberg?"
Grimm: "Ich glaube, dass meine Haltung zu Frau Heidenberg klar geworden ist."
NZ: "Lassen Sie mich das nochmal aufgreifen: Die VU will also die Wehrpflicht wieder einführen?"
Grimm: "Die VU will noch gar nichts, weil die VU sich noch nicht mal konstituiert hat. Wir werden demnächst wohl einen Parteitag abhalten, und dann werden Sie lesen, was 'die VU' will."
NZ: "Gut, gut. Würden Sie denn die Wehrpflicht wieder einführen?"
Grimm: "Schaun Sie, die Lage ist, dass wir in der Welt den letzten Erfahrungen nach leider mehr Feinde als Freunde haben. Ich meine, dass man deswegen etwas unternehmen muss. Es wäre zu banal, einfach eine Aufstockung unserer Truppenzahlen zu fordern - wir haben bereits ein großes Heer. Ich habe bereits gesagt, dass ich auf jeden Fall an gefährdeten Grenzabschnitten Panzerbarrieren errichten lassen möchte. Das ist zwar kein Zeichen der Freundschaft, aber doch jedenfalls des Friedens. Ganz anders als der mir unterstellte, aber von mir kategorisch abgelehnte Wunsch nach Nuklearbewaffnung.
Daneben muss es um eine Neuausrichtung unserer Streitkräfte gehen. Wir haben uns in den vergangenen Jahren zu weit von der Kernaufgabe Landesverteidigung entfernt und unsere Aufgabe zu stark in weltweiten Friedenssicherungseinsätzen gesehen. Wir sollten erstmal vor unserer eigenen Haustür kehren, meine ich.
Und im Zuge dessen ist die Wehrpflicht für mich eine Option, ja. Sie hat den großen Vorteil, dass sie die jungen Menschen einen Bezug zu unserer Nation schafft. Wer ein paar Monate die Uniform getragen hat und dem Vaterland seine Treue bis in den Tod geschworen hat, der hat ein anderes Verhältnis zu diesem Land. Das ist praktische Sezessionsvorbeuung.
Es kann doch niemand bestreiten, dass wir diesbezüglich was machen müssen!"
NZ: "Herr Grimm, vielen Dank für das Gespräch!"
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