Deine ganze Argumentation fußt letztlich auf zwei Prämissen: 1. "Die veröffentlichte Meinung ist gleich der herrschenden Meinung", und 2. "Die herrschende Meinung ist die sachlich richtige Meinung". Die erste ist falsch, die zweite jedenfalls nicht zwingend richtig.
Ich weiß nicht wie du auf die von dir angeführten Werte von "fast 100% der Klimatologen-Fachwelt", "99,9% [der] internationale[n] Experten" oder "[der] gesamte[n] etablierte[n] Wissenschaft" kommst. Natürlich schlägt uns täglich aus sämtlichen Print- und Telemedien, von der Bild-"Zeitung" bis zur FAZ, von "Galileo" bis "Abenteuer Wissen", flankiert von den selbstgebastelten Homepages irgendwelcher "Umwelt AGen" an deutschen Gymnasien

, eine entsprechende Darstellung entgegen: alle seriösen und kompetenten "Klimaforscher" sehen den vom Menschen verursachten CO2-Ausstoß als Ursache eines Klimawandels, und wir haben nur noch fünfzehn (oder zwanzig, oder wie viel auch immer) Jahre Zeit, eine "Klimakatastrophe" abzuwenden. Dass Leute, die das bestreiten ahnungslose, verbohrte, verblendete, ignorante Spinner und Idioten sind wird hingegen nicht behauptet - Skeptiker und Kritiker der Theorie vom menschengemachten Klimawandel werden nämlich überhaupt nicht erwähnt! Man tut einfach so, als gäbe es gar keinen Widerspruch!
Der Trick ist uralt, und steht längst nicht nur "schurkischen" Regierungen zur Verfügung, die ihre Untertanen bevormunden und ausplündern wollen

, sondern jedem, der "eine Meinung machen" will, vorausgesetzt, sie bietet genug Brisanz, um auf Interesse zu stoßen: man verbreitet einfach irgendwelche willkürlichen, Hauptsache erdrückenden Zahlen, die irgendwas be- oder widerlegen sollen. Die US-amerikanische "National Association for the Repeal of Abortion Laws" (NARAL) etwa hat Anfang der 1970-er Jahre mit ebenso astronomisch hohen wie frei erfundenen Zahlen zu illegalen Abtreibungen, Todesfällen in Folge illegaler Abtreibungen und der Zustimmungsrate der Bevölkerung zur Freigabe der Abtreibung tatsächlich einen öffentlichen Meinungsumschwung herbeigeführt, und vermutlich auch die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in der Sache beeinflusst.
Es funktioniert wie ein Schneeballsystem: gib irgendeine überraschende, erschreckende, schockierende oder verängstigende Zahl oder zumindest vage mit einer Zahl verbundene Behauptung heraus ("Alle seriösen Klimaforscher warnen vor der menschengemachten Klimakatastrophe!"), und sieh zu, wie sich das Wort verbreitet. Angebliche, sensationelle und radikale Erkenntnisse, Meinungen, Meinungsumschwünge usw. verbreiten sich wie ein Lauffeuer, schließlich wollen sich ja die Macher keines Medium dem Anschein aussetzen, ihre Rezipenten schlecht zu informieren, kein Diskussionsteilnehmer will als schlecht informiert dastehen, keine Interessenvertretung und keine Nichtregierungsorganisation will Gefahr laufen es hieße, sie hätte ein für sie brisantes Thema übersehen, und endlich will auch keine Regierung als hilf- oder tatenlos gelten!
Der Druck, auf vermeintliche Neuigkeiten reagieren zu müssen um nicht schlecht informiert, abseitig, gestrig oder ignorant zu wirken ist so groß, dass Behauptungen oftmals völlig ungeprüft nachgeplappert werden. Ein legendäres Beispiel dafür ist die bereits in den frühen Morgenstunden (europäischer Zeit) nach der US-Präsidentschaftswahl 2000 von dem US-amerikanischen Nachrichtensender "Fox News" verbreitete Meldung, George W. Bush stünde als Sieger fest - obwohl in Florida noch gezählt wurde, und sein Vorsprung immer weiter zusammenschrumpfte. Dennoch haben sämtliche amerikanische Medien die Fox-Meldung einfach übernommen und weiterverbreitet, denn wenn Fox meldete, der Sieger stünde fest, ABC, CBS, NBC usw. hingegen, es würde noch gezählt, würde diese Information ja "veraltet" wirken. Heute geht man davon aus, dass Bushs spätere tatsächliche Erklärung zum endgültigen Sieger entscheidend dadurch gefördert wurde, dass die Öffentlichkeit es ja schon längst zu wissen glaubte - tatsächlich wurde das Land nur von einer Falschmeldung überrollt.
Die Klimalüge ist wie geschaffen für diesen Prozess: sie macht betroffen, sie macht Angst, sie weckt Schuldgefühle, sie ist "politisch korrekt", sie fällt auf einen von diversen vorangegangenen Umweltdiskussionen bereits reichlich beackerten und somit fruchtbar gemachten Boden, sie gaukelt dem Einzelnen vor, sein Verhalten könne einen, nein, den entscheidenden Unterschied machen - und endlich kann man sie auch noch ausnutzen, um Menschen zu gängeln und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Irgend jemand setzt sie also aus irgendwelchen Gründen in die Welt, behauptet kurzerhand, "alle seriösen Wissenschaftler" sähen das so - und los geht's! Ein gefundenes Fressen für die Medien ("Fear sells"), für entsprechende Interessenverbände und Nichtregierungsorganisationen (mehr Gehör, mehr Mitglieder, mehr Einfluss, mehr Spenden, viell. sogar mehr staatliche Zuschüsse), für Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen (auch hier: mehr Gehör, mehr Einfluss, und mit Sicherheit mehr Geld), für Konzertveranstalter ("Live Earth"), für B- und C-Prominente mit selbstempfundenem Öffentlichkeitsdefizit (lebt eigentlich mein Busenfreund Wayne Carpendale noch? Hab lange nichts mehr von ihm gesehen oder gehört, dabei könnte der sich doch mal für irgendeine Kampagne gegen den Klimawandel fotografieren lassen oder so, käme bestimmt gut an - o weh, muss der doof sein diese Chance nicht zu nutzen...), und schließlich auch für Regierungen, die neue Gängelgesetze und Abgaben einführen können, natürlich wie üblich nur zum Allerbesten der Gegängelten und Ausgenommenen.
Kritiker, Skeptiker und sonstige Leute anderer Ansicht haben schlechte Karten, denn die Trommler für die Klimahysterie haben die Psychologie ganz auf ihrer Seite: sie können auf die mittlerweile institutionalisierte "Umweltschutzbewegung" aufbauen welche seit langem behauptet, die Menschheit zerstöre den Planeten, sie schüren Angst und Panik, sie machen betroffen und wecken Schuldgefühle, sie zeigen zugleich aber auch Wege auf, wie jeder etwas Gutes tun und zur Rettung des Planeten beitragen kann, und - nicht zu vergessen - haben sie ja "alle seriösen Wissenschaftler" auf ihrer Seite, wie sie in jedem Satz betonen.
Was soll nun ein echter, seriöser Wissenschaftler, der es tatsächlich besser weiß gegen den Unfug unternehmen? Er ist doch hilflos. Seine Position schadet zu vielen Leuten und Institutionen - wie bereits aufgezählt den Medien, Interessenverbänden, Organisationen, seinen Kollegen, den "prominenten Klimaschützern", den Parteien und Regierungen, und groteskerweise sogar der Wirtschaft! "Leute, kauft euch große Autos, deren CO2-Ausstoß hat nichts mit dem Klimawandel zu tun!" zieht nach Jahrzehnten der Ökopropaganda längst nicht mehr so gut wie: "Leute, kauft unsere umweltschonenden Autos! Die sind zwar gepfeffert teurer, aber ihr rettet damit unseren Planeten!" Wer hat also ein Interesse daran, ihm ein Forum zu bieten, oder vielleicht überhaupt einmal nachzuzählen, wie viele ernstzunehmende Wissenschaftler eigentlich tatsächlich an den Klimaunfug glauben? Richtig, niemand! In Wahrheit ist allen doch viel mehr damit gedient, den Leuten bei jeder sich bietenden Gelegenheit einzutrichtern, "alle seriösen Wissenschaftler" hielten den Klimawandel für unwiderlegbar erwiesen, und anderslautende Meinungen am besten gar nicht erst zu erwähnen, sondern völlig totzuschweigen. Erregt dann mal eine selbstgebastelte Internetseite etwas Aufsehen, oder ist es aus taktischen Gründen geboten, einen Klimaskeptiker in eine Talk-Runde zu setzen, droht auch keine Gefahr - das können ja nur Spinner sein, schließlich hört, sieht und liest man doch nie etwas von ihnen und ihren Meinungen, und außerdem - "alle seriösen Wissenschaftler" widersprechen ihnen!
Löst man sich einmal von der willkürlich, aber wohl bedacht in die Welt gesetzten und seither überall getrommelten, gepfiffenen, gesungenen und gepredigten Behauptung, "alle seriösen Wissenschaftler" verträten die Theorie von menschengemachten Klimawandel, und macht sich stattdessen daran, die Argumente für und wider mittels seines eigenen Verstandes zu erschließen, zu analysieren und zu bewerten, sehen die Welt und ihr Klima buchstäblich ganz anders aus.