Original von Fiete Schulze
Was nutzt es das politische System zu verändern? Dadurch werden die Leute nicht unbedingt motivierter, oder? Das ist z.B. ein Punkt, den würde ich z.Z. gar nicht in die Debatte einwerfen, weil dieser Punkt auch wieder für richtig Zündstoff sorgen kann.
Nein, ich bin komplett gegenteiliger Meinung.
a) Eine Debatte mit Zündstoff schadet nie. Gleichzeitig denke ich nicht, dass eine Systemdebatte sonderlich zündeln kann, denn man ändert nich Grundordnung, sondern eher trockene Details.
b) Eine Veränderung im System kann sehr wohl veränderte Sachlagen auch bei der Motivation bewirken. Dass die Union ihren Personalbedarf reduzieren sollte, ist eine rein logische Frage. Was bringt es einem, jede Parlamentswahl im Ergebnis vorhersehen zu können und mehr als die Hälfte aller aktiven Bürger in Verantwortung zu haben. Dadurch geht gerade der Reiz um Ämter zu kämpfen verloren. Und diese Reizpunkte braucht es.
Baustelle 1: Ratelon optisch interessant machen, also endlich mal eine gute und leicht verständliche Hompeage, die neue Mitspieler anlockt und schnell einen Überblick über das Spiel gibt.
Das habe ich auch gefordert.
Baustelle 2: Die WiSim endlich aufbauen, denn da steckt sehr viel Potenzial. Wenn wir da Vorreiter werden könnten, dann hat die DU schon gleich wieder einen entscheidenen Vorteil.
Persönlich gesagt: Mich würds nicht stören, wenn wir die WiSim ganz abschaffen. Aber da ich das anderen nicht vorschreiben will, wäre es mir egal. Für wichtig halte ich diesen Punkt aber nicht, dazu hat Wirtschaft einfach immer viel zu wenig eine Rolle gespielt.
Baustelle 3: Politik stark halten, davon lebt ein Teil Ratelons aber auch das kulturelle Leben ausbauen, also mehr Events, lustige Dinge u.s.w. ausbauen. Das Spiel einfach interessanter und bunter machen.
Das kann man nebenbei und in den Ländern machen. Der Vorteil der DU war einmal, dass man die harte Politik (vor allem Unionsebene) mit den "Events" (Länder + allgemein) kombinieren konnte. Da es aber vor allem an der Politik derzeit krankt, müsste man meiner Meinung nach dort ansetzen.
Baustelle 4: Unabhängiger von Karten simulieren, das heißt viel eigenes in Ratelon machen und nicht immer so extrem darauf achten, dass auch alles ins Konzept paßt. Einfaches und freies simulieren, denn sonst ist Ratelon doch nichts besonderes mehr, wenn wir alle nach einem gleichen Muster simulieren, dann sind wir eine langweiliges Nation unter vielen anderen Sims.
Da widerspreche ich auch. Die DU ist bei der Karte immer (als Zugeständnis zu den damaligen Ablehnern übrigens) sehr undogmatisch gewesen und hat auch niemals sehr großen konzeptionellen Zwängen unterlegen - dazu hätte man auch erstmal ein Konzept haben müssen. Das wir uns in der konkreten Gestaltung an einer Karte orientieren, ist logisch und klar, aber alles weitere war doch auch nie ein Problem.
Kurzum: Ich glaube nicht, dass die Krise der DU rein simoff bedingt zustande gekommen ist. Einen gutes Stück hat auch verfehlte Politik dazu beigetragen - der Föderalismus hat eben nicht, wie erhofft, mehr Aktivität produziert, sondern vielmehr die Union erdrückt. Und der "Faktor" BRD in der Verfassung war auch nur so lange ein Vorteil, wie die Union als Bundesrepublik der MNs durchging. Aber auch das ist nicht mehr der Fall.
Die Demokratische Union muss immer einen Zweiklang finden:
Sie braucht eine Union, in der man politisch wirklich etwas "machen" kann und auch etwas "entscheiden". Sie braucht Ländern, die ihre Freiheiten haben und ein bisschen (!) selbst für sich hinwerkeln können.
Sie braucht die harte Politik für diejenigen, die den Events nichts abgewinnen können, und sie braucht diejenigen, die eher mal den Event lieben, als sich mit der "speziellen" Politik in der DU rumschlagen zu müssen.
Beide Punkte, und das habe ich seit mehreren Jahren gesagt, kann durchaus simon-entgegnet werden. Die Bereitschaft dazu scheint mir
JETZT da zu sein, daher ist auch
JETZT der Punkt für Forderungen gekommen. Abwarten bringt uns nicht weiter.
Ich werde allein auch deshalb nicht schweigen, weil ich in meiner Zeit als Unionskanzler diese Themen schon angeschnitten habe. Gerade weil man mir damals nicht zugehört hat, oder zuhören wollte, und nunmehr meine Befürchtungen nach und nach bestätigt werden, sehe ich es als moralisch verpflichtend an, meine Forderungen nochmals zu betonen.
Beleg (Beispiel) - datiert aus meiner vorerst letzen Amtszeit:
Was ist denn Ratelon eigentlich heute?
Ratelon ist nichts einheitliches mehr. Nirgends ist noch irgendein gemeinsamer Nenner zu finden. Letzen Endes leben in diesem Land Gruppen und Einzelpersonen für sich allein. Es gibt keine allgemeinen Grundsätze, keine allgemeinen Grundlagen. Ratelon ist verkommen zu einer Ansammlung von Einzelleistungen, Stückwerk und großer Geschichte. Profitieren tut dieser Nation nach wie vor von ihrer großen Bürgerzahl. Dies ist auch der einzige gewichtige Grund für die Attraktivität dieser Nation. Und so kommt es sicher nicht nur mir vor, verflüchtigt sich dieser Aspekt auch schleichend, nach und nach. So kann eine Nation nicht richtig existieren. Eine Nation überlebt Streit. Eine Nation überlebt Katastrophen. Eine Nation bricht aber zusammen, wenn es kein Fundament gibt. Und weil die Union kein Fundament besitzt, ist es eigentlich nicht einmal mehr Richtig, von Nation zu sprechen.
Wie hieß es doch immer? Die DU braucht keine Grundlagenveränderungen, sondern eine arbeitende Regierung. Es tut insofern gut, wenn sich im Nachhein rausstellt, dass das, woran man gearbeitet hat, eigentlich gar nicht so falsch war. Auch wenn es natürlich eigentlich schlecht ist, dass es imm Grunde richtig war.