Vielen Dank, Herr Präsident,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
Frau Kollegin Gatineau, wenn die Unionsregierung bis vor Kurzem ihre Gesetzesvorlage noch nicht begründet hatte, dann deswegen, weil die Debatte nicht sofort nach der Antragstellung,sondern später begonnen, wurde.
Auch ist es, Herr Unionsratspräsident, guter Brauch, dass es die Unionsregierung ist, die ihre Gesetzesvorlagen dem Unionsrat zuleitet und dies nicht von einem Mitglied des Unionsrates ohne Rücksprache mit der Unionsregierung getan wird, auch wenn es dem einen oder der anderen angesichts des Themas unter den Nägeln brennt.
Aber zur Sache:
der vorliegenden Gesetzesnovelle liegt die politische Wertentscheidung zugrunde, derer sich mittlerweile alle zivilisierten Völker der Welt angeschlossen haben dürften, wonach die Ehe nicht einfach ein vertragliches Konstrukt zur gesellschaftlichen Legalisierung dauerhafter Paarbeziehungen ist, sondern wonach die Ehe ein exklusives Treueverhältnis zwischen Mann und Frau begründet, und in der Regel in der Absicht geschlossen wird, eine Familie zu gründen.
Die von der Kollegin Gatineau vorgebrachten Argumente vermag ich nicht zu teilen. Im Gegenteil: was Frau Gatineau als Ausdruck gelebter Tradition anpreist, ist eine Tradition der Unterdrückung der Frau und der Verweigerung der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann.
Mit diesem Gesetz führt die Unionsregierung die Institution Ehe ihrem gebührenden Platz zu: weg von der Beliebigkeit der Mehrehe hin zu einer Ehe als verlässliche Solidargemeinschaft von Mann und Frau. Denn die Ehe ist mehr als ein Verein, dem x-beliebig viele Menschen beitreten können. Sie ist die institutionell gewordene Liebe zweier Menschen zueinander. In ihrer Bedingungslosigkeit ist die Liebe monogam. Daher kann die Ehe nur monogam sein.
Wo eine zweite Person sich in dieses Beziehungsgefüge zweier Menschen hineindrängt - und sei vordergründig mit Zustimmung beider Betroffenen - , da entzweit sie die Liebenden. Denn dort, wo sich Gruppen ab drei Personen bilden, ist mindestens eine Person bei Streitigkeiten im Zweifelsfall immer ausgeschlossene Minderheit.
Des Weiteren ist zu bedenken, dass Traditionen nichts ist, was in Stein gemeißelt ist. Traditionen, die sich als schädlich für die menschliche Entwicklung erwiesen, gehören abgeschafft und durch neue Bräuche und Traditionen ersetzt.
Aus diesen Gründen bitte ich ebenso den Unionsrat um Zustimmung zu dieser Gesetzesnovelle.
[b]Dr. h.c. Helen Bont, KEL[/b]
[b]Unionskanzlerin[/b]
[size=85][b] Doctor honoris causa philosophiae politicarum der Montary University[/b]
[b]Trägerin des Großen Ordenskreuzes des Ordens von den Heiligen drei Königen des Königreichs beider Archipele[/b]
[b]Mitglied des Unionsparlaments[/b][/size]
[b]KOMMANDEUR der EHRENLEGION[/b]
[size=85][b]Mitglied und UNIONSVORSITZENDE der KONSERVATIV-DEMOKRATISCHEN UNION[/b][/size]
Ehemalige [size=85]Trägerin des astorischen White House Ribbon[/size] (29.03.2015-09.06.2021; aberkannt durch US-Präsident J.U. Smith)