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Das Kleine Konferenzzimmer im Unionskanzleramt

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[b]Dr. h.c. Helen Bont, KEL[/b]
[b]Unionskanzlerin[/b]
[size=85][b] Doctor honoris causa philosophiae politicarum der Montary University[/b]
[b]Trägerin des Großen Ordenskreuzes des Ordens von den Heiligen drei Königen des Königreichs beider Archipele[/b]
[b]Mitglied des Unionsparlaments[/b][/size]
[b]KOMMANDEUR der EHRENLEGION[/b]
[size=85][b]Mitglied und UNIONSVORSITZENDE der KONSERVATIV-DEMOKRATISCHEN UNION[/b][/size]
Ehemalige [size=85]Trägerin des astorischen White House Ribbon[/size] (29.03.2015-09.06.2021; aberkannt durch US-Präsident J.U. Smith)
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Beitrag von Helen Bont »

Das kleine Konferenzzimmer im Unionskanzleramt wurde für das Gespräch mit President Demidow hergerichtet.
 

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Beitrag von Helen Bont »

Betritt gemeinsam mit President Demidow das kleine Konferenzzimmer und weist einladend auf einen der freien Stühle.
Bitte, setzen Sie sich, Herr President. Wenn Sie mögen, können Sie sich gerne an den Getränken und dem kalten Büffet bedienen.
Nachdem sich Demidow gesetzt hat, setzt sich auch Bont.
 

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"Danke, ein schwarzer Tee wäre sehr zuvorkommend.",

äußerte Präsident Demidow seinen Wunsch undmachte es sich bequem. Lange und wohl auch zähe Gespräche standen bevor - vielleicht, so grinste Nikolai Demidow innerlich spitzbübisch war es jedoch auch schneller zu Ende als irgendwer angenommen hatte. Sein Stab war schon das ein oder andere mal mächtig ins Schitzen geraten als er doch sehr unverblümt die Dinge beim Namen nannte. In seinem Unternhemen war Zeit Geld - und diese Einstellung konnte und würde er auch seinem Alter geschuldet wohl nicht mehr ablegen.
 

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Beitrag von Helen Bont »

Schenkt Präsident Demidow und sich selbst eine Tasse Schwarzen Tee ein.

Nun, Herr Präsident, Sie sind sicherlich mit einer Reihe von Themen angereist, die Sie, so vermute ich mal, gerne besprochen, und - so weit möglich - bereinigt hätten. Ich denke da insbesondere an die Polfrage und an die derzeit etwas angespannten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Die Haltung Ihres Amtsvorgängers zu diesen Themen ist mir - so glaube ich behaupten zu dürfen - hinlänglich bekannt. Daher interessiert mich besonders Ihre Einstellung zu diesen beiden Themen.
 

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Mit einem wohlwollenden Nicken bedankte sich Nikolai Demidow für die gereichte Tasse Tees und trank einen Schluck.

"Kanzlerin Bont, sicherlich mag das Thema der Polangelegenheit ein für Sie vordringliches Thema sein. Ich meinerseits sehe die Normalisierung der Beziehung unserer beiden Nationen als ein Thema erster Güte an. Ich werde mit Ihnen nicht über internationale Belange diskutieren solange noch Restriktionen seitens der Demokratischen Union gegenüber der Androischen Föderation bestehen."
 

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Beitrag von Helen Bont »

Nun, dann lassen Sie uns zunächst über die derzeitige Situation der bilateralen Beziehungen zwischen unseren Staaten reden.
Im März 2014 hat die androische Regierung Spionagevorwürfe gegen einen Staatsbürger der Demokratischen Union erhoben, ohne irgendwelche Beweise vorlegen zu können. Am 10. März 2014 erließ Ihr Amtsvorgänger, Matwenow, eine Uka, in der die sofortige Schließung der Botschaft der Demokratischen Union in Koskow angeordnet, die Bediensteten der Botschaft, soweit diese nicht über die androische Staatsangehörigkeit verfügen, zu "personae non grata" erklärt und ausgewiesen, und die diplomatische Immunität der Bediensteten, sowie des Botschaftsgeländes wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben wurde. Am selben Tag betraten Beamte der Koskower Polizei das Botschaftsgelände, hinterlegten eine Kopie der Uka und begannen mit der Durchsuchung des Botschaftsgebäudes. Die Unionsregierung sieht in diesen Vorgängen, angefangen mit den unbewiesenen Behauptungen, über die zur Debatte stehende Uka bis zur Betretung des Geländes und des Gebäudes der Botschaft der Demokratischen Union in Koskow und die Durchsuchung der selbigen durch androische Sicherheitskräfte einen eklatanten wie signifikanten Verstoß gegen den Grundlagenvertrag zwischen unseren beiden Staaten. Insbesondere sieht die Unionsregierung Artikel 2 Absätze 2 und 3 als verletzt an. Trotzdem hat die Unionsregierung nicht reagiert. Insbesondere haben wir nicht, wie sonst üblich, mit einer Ausweisung des androischen Botschafters oder eines anderen Mitarbeiters der androischen Botschaft in Manuri reagiert. Mir ist nicht bekannt, dass diese Tatsache in Koskow auch nur ansatzweise gewürdigt worden wäre.
Aber lassen Sie mich noch mal auf die Spionagevorwürfe zu sprechen kommen: die Unionsregierung hat die androische Regierung mehrfach aufgefordert, stichhaltige Beweise zu liefern, insbesondere das Resultat der Durchsuchung des Geländes und des Gebäudes der DU-Botschaft in Koskow. Bis heute weigert man sich in Koskow standhaft, dieser Aufforderung nachzukommen. In den Augen der Unionsregierung legt dies den Schluss nahe, dass die androischen Sicherheitsbehörde nichts in der Hand haben, was den Spionagevorwurf stützen könnte.
Und zum Schluss, weil Sie es angesprochen hatten: die Sanktionen. Diese sind, wie Sie sicherlich wissen, nicht als Reaktion auf die Vertragsbrüche Andros erlassen worden, sondern aufgrund der Tatsache, dass Andro unter Ihrem Vorgänger Matwenow die jüngste Polkrise ausgelöst und verschärft hat. Obwohl mit dem von Andro initiierten Polvertrag die Polkrise weiter verkompliziert wurde, hat die Unionsregierung auf eine Verschärfung der Sanktionen verzichtet - eine Tatsache, die in Koskow ebenfalls nicht weiter gewürdigt wurde. Statt dessen haben wir darauf gesetzt, dass ihr Verbündeter, Chinopien, einen positiven Einfluss auf die androische Polpolitik haben könnte; diese Hoffnung wurde enttäuscht. Wir hatten gehofft, dass der letzte Besuch von First Meinister Fraser in Koskow zu einem Umdenken in Koskow führen könnte, zumindest aber zu der Bereitschaft, sich in Richtung eines Kompromisses zu bewegen. Auch diese Hoffnung wurde enttäuscht. Und heute richtet sich unsere Hoffnung auf dieses Gespräch und darauf, dass mit Ihrem Amtsantritt in Koskow mehr diplomatische Beweglichkeit und politische Kompromissfähigkeit eingezogen ist.
 

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Nikolai Demidow faltete die Hände in seinem Schoß und brachte seine Frage in sachlich ruhigen Ton vor ohne auf die jeweiligen Vorwürfe der Kanzlerin einzugehen: "Kanzlerin Bont... wie erklären Sie, dass ein als Streng Geheim klassifizierter Befehl des damaligen Präsidenten Saizew an ein androisches U-Boot in einem Bericht des ratelonischen Kommissars Alessandro Mintoni wortgetreu zitiert wurde?"
 

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Beitrag von Helen Bont »

Original von Nikolai Demidow
Nikolai Demidow faltete die Hände in seinem Schoß und brachte seine Frage in sachlich ruhigen Ton vor ohne auf die jeweiligen Vorwürfe der Kanzlerin einzugehen: "Kanzlerin Bont... wie erklären Sie, dass ein als Streng Geheim klassifizierter Befehl des damaligen Präsidenten Saizew an ein androisches U-Boot in einem Bericht des ratelonischen Kommissars Alessandro Mintoni wortgetreu zitiert wurde?"
Diese Frage aufzuklären ist normalerweise Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, Herr Präsident. Rein theoretisch gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Angefangen, zum Beispiel, dass die als geheim klassifizierten Berichte öffentlich zugänglich und somit auch öffentlich einsehbar sind. Wenn mir ein Staatsbürger der Demokratischen Union, der im Auftrag einer internationalen Organisation tätig war, versichert, dass er alle seine Informationen, die er in dem Bericht verwendet hat, aus öffentlich in Andro zugänglichen Quellen bezogen hat, dann glaube ich ihm bis zum glaubhaften Beweis des Gegenteils.
Leider haben wir aus Koskow, wie bereits gesagt, keine stichhaltigen Beweise geliefert bekommen. Alles, was bislang geäußert wurde, waren unbewiesene Behauptungen. Kein Gericht würde Welt würde auf dieser Grundlage einen Menschen verurteilen.
 

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Mit eine schwungvollen geste lies Präsident Demidow den Bericht in einer Mappe über den Tisch gleiten.

"Unter Punkt 5.1 werden Sie fündig werden, Kanzlerin Bont.", erwiderte Nikolai Demidow mit eisiger Stimme.
 

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