Antworten
Haudegen
Beiträge: 1154
Registriert: Mo 26. Mär 2007, 17:36
Benutzeravatar
Haudegen

Beitrag von vSzP »

Ich habe großen Respekt vor allen Menschen, die sich dem verbrecherischen Hitler-Regime in den Weg gestellt haben und diesen Mut oftmals mit ihrem Leben - dem höchsten Gut des Menschen - bezahlt haben. Aber soll ich jemanden verehren, der anstatt braunen Extremismus lieber roten befürwortet hat? Eine moralische Überlegenheit des Sozialimus - weil er ja nur Gutes für die Menschen will *haha* - gibt es nicht. Sobald Sozialisten an der Macht sind werden Systemunabhängige und Kritiker ausgeraubt, weggesperrt oder eben ermordet. Bei den einen sind es die Juden und Sozialisten, bei den anderen Reiche und Unabhängige.

Wieviel Unheil hat der Sozialismus über die Welt gebracht? Wieviele Menschen sind im Namen dieses "guten Zweckes" gestorben? Wieviel Blut ist geflossen?

Fakt ist, dass es den Menschen im Sozialismus eben nicht besser geht! Menschen geht es gut wenn sie Familie, Freunde, Arbeit, Freizeit, Sex haben.

Im Kapitalismus ist man abhängig vom Wert seiner Arbeitskraft. Im Sozialismus ist man von Machthabern und Funktionären abhängig. Mir sind beide Formen der Abhängigkeit nicht lieb. Aber ich tendiere dazu, lieber vom Wert seiner Arbeitskraft abhängig zu sein als von irgendwelchen Funktionäre. Denn Sozialismus bedeutet auch immer Heuchelei und anderen Leuten in den Arsch zu kriechen. Sozialismus bedeutet, von anderen Menschen abhängig zu sein ohne eine Wahl zu haben. Im Kapitalismus bin ich auch von anderen Menschen abhängig - aber ich habe die Wahl meinen Arbeitsplatz zu wechseln und so das Abhängigskeitsverhältnis zu meinem Arbeitgeber zu beenden. Notfalls kann ich mich selbstständig machen und bin von niemand Einzelnen mehr abhängig.

Im Kapitalismus (wobei ich mir da nicht so sicher bin. Ich sehe dieses Verhalten mehr in Deutschland und das kann man ja alles andere als kapitalistisch bezeichnen) sehe ich, dass Menschen sehr oft über ihre Arbeit definiert werden. Da kommt mir der Ekel hoch. Niemand ist besser nur weil er studiert hat oder mehr Geld verdient. Jeder soll den Beruf ergreifen, den er kann und der Spaß macht. Dieses Streben nach dem "tollsten" Berufen (als ob es den geben würde), dieses Abitur für jeden, das sind Elemente einer Gesellschaft in dem nicht mehr der Mensch als vielfältiges Wesen im Vordergrund steht sondern sein Beruf. In der JU werden Neumitglieder häufig mit der Frage begrüßt, auf welches Gymnasium sie denn gehen. Was soll das?

Ich glaube, dieses darstellen und Identifikation über den Beruf gab es im Sozialismus der DDR nicht so stark (außer bei den Beamten). Das war evt. ein Vorteil. Aber die Gründe dafür waren vielfältig und im Verhältnis zu den ganzen Nachteilen ist dieser Vorteil geradezu läppisch.

Ich stelle mir eine Welt vor, in der es durchaus das Recht auf Faulheit gibt. Wenn jemand nicht arbeiten möchte und so durchs Leben kommt, warum nicht? Er darf nur nicht verlangen, dass andere Menschen für sein Lebensunterhalt aufkommen. Wenn jemand 30 Jahre lang studieren möchte, lasst ihn doch. Wenn er denn die Studiengebühren aufbringen kann.

Eltern schulen ihre Kinder mittlerweile immer früher ein. Auch diese Entwicklung finde ich nicht gut. Die Zeit der persönlichen Entwicklung wird Kindern und Jugendlichen genommen. Früher war es auch üblich, dass man nach dem Abitur ein Jahr erstmal garnichts unternommen hat. Heute fängt man doch am Besten schon in Klasse 13 mit dem Studium ein.

Woher kommt diese Entwicklung?

Ich glaube, dass sich viele Menschen in Deutschland anders nicht mehr unterscheiden können. Durch die hohe Steuerlast sind die Menschen darüber hinaus gezwungen, immer bessere Jobs anzunehmen und immer mehr zu arbeiten. 40 Stunden/Woche? Warum nicht, wenn ich es auch an meinem Gehalt merke. Aber nein, ein aufgeblähter Staat fordert von seinen Staatsbürgern das sie immer mehr arbeiten und dadurch immer mehr Steuern bezahlen damit er sich wie eine Krake weiter ausbreiten kann und der Umverteilungsapparat immer schön weiterläuft. Ich möchte nicht wissen, wieviele Stunden wir weniger arbeiten müssten wenn der Staat auch nur auf 10 % seiner Steuern verzichten würde.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Anton von Sorbarban zum Paradies
Unionsminister für Wirtschaft und Finanzen a.D.
Unionsbankpräsident a.D.
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Fiete Schulze
Warum schreibst du deine Satire-Erklärung so klein?
Fand ich hübsch.
Wenn wir uns beide, du als Freidenker und ich als Sozialist, im neuem KZ Buchenwald wieder sehen, dann werde ich mit einem Lachen im Gesicht zu dir sagen, liebes Boigerchen, dat ist doch alles nur Satire, aber komm schnell...die Dusche wartet.
Ja, das Risiko gehe ich ein.
Ich lebe jeden Tag mit dem Risiko (und allerdings auch der Chance), dass außer mir noch fast sieben Milliarden weitere Menschen auf diesem Planeten herumwandern, und meine Existenz hängt jeden Tag davon ab, dass sie nicht irgendeiner Spinnerei nachlaufen, aufgrund derer zuviele der Meinung wären, sie müssten mir etwas tun. Als bekennender Misanthrop bin ich auf vieles gefasst; und vielleicht schöpfe ich daraus meine Zuversicht, dass ich ihnen entkommen würde.

Ich will auch nicht behaupten, dass Widerstand immer falsch war. Ich verstehe sogar überhaupt nicht, warum die Insassen der Vernichtungslager nicht wenigstens auf dem Weg zur Gaskammer Widerstand geleistet haben - da hatten sie doch nun wirklich nichts mehr zu verlieren, ob sie nun erschossen werden oder vergast...

Aber die Motive der Widerstandskämpfer waren falsch, weil sie für Hirngespinste gestorben sind, und überdies war ihr Widerstand ja bekanntlich auch völlig unergiebig. Und da weiss ich wirklich nicht, wer mir unsympathischer ist: Die braunen Sklaven, die sich einer Idee wegen einem selbsternannten "Führer" unterwerfen - oder die roten und schwarz(-rot-golden-)en Sklaven, die einer Idee wegen sinnlos gestorben sind.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Haudegen
Beiträge: 1154
Registriert: Mo 26. Mär 2007, 17:36
Benutzeravatar
Haudegen

Beitrag von vSzP »

Original von Konrad Grimm

Is sie das?
Zumindest ist sie auf den guten Weg dahin: http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 77,00.html
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Anton von Sorbarban zum Paradies
Unionsminister für Wirtschaft und Finanzen a.D.
Unionsbankpräsident a.D.
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Original von vSzP
Im Kapitalismus ist man abhängig vom Wert seiner Arbeitskraft.
Den diejenigen bestimmen, die sie kaufen wollen.

Jeder ist abhängig vom Wohlwollen aller anderen Menschen, unabhängig vom System. Und selbst, wenn es keine anderen Menschen gäbe, würde seine Freiheit auch in jedem anderen System nur soweit reichen, wie seine Macht reicht (Beispiel: auch ohne Mitmenschen hätte ich nicht die "Freiheit", die Alpen auf dem kleinen Finger zu balancieren und dann auf den Mond zu werfen).
Jeder Mensch ist unabhängig vom System frei, vollständig (wichtig: das ist keine normative Aussage, keine Forderung, kein Naturrecht; es ist eine Tatsache). Der einzige, der ihm die Freiheit beschneiden kann, ist er selbst. Was er dann mit seiner Freiheit machen kann, das ist eine reine Frage seiner Macht.
Er darf nur nicht verlangen, dass andere Menschen für sein Lebensunterhalt aufkommen.
Och, ich finde, verlangen kann er das ruhig. Wenn er genug Leute findet, die es tun wollen - bitte. Ich habe keine Lust drauf, ihm das zu bezahlen, und werde entsprechend danach streben, es zu unterlassen.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Haudegen
Beiträge: 1154
Registriert: Mo 26. Mär 2007, 17:36
Benutzeravatar
Haudegen

Beitrag von vSzP »

Original von Konrad Grimm
Jeder ist abhängig vom Wohlwollen aller anderen Menschen, unabhängig vom System.
Ja, selbstverständlich. Aber abhängig vom System bin ich in dem einen freier als im anderen.
Und selbst, wenn es keine anderen Menschen gäbe, würde seine Freiheit auch in jedem anderen System nur soweit reichen, wie seine Macht reicht (Beispiel: auch ohne Mitmenschen hätte ich nicht die "Freiheit", die Alpen auf dem kleinen Finger zu balancieren und dann auf den Mond zu werfen).
Physikalische Grenzen sind nicht schlimm. Schlimm sind die Grenzen, die andere Menschen aufstellen. Wie eben Politiker, Beamte...
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Anton von Sorbarban zum Paradies
Unionsminister für Wirtschaft und Finanzen a.D.
Unionsbankpräsident a.D.
Beiträge: 2321
Registriert: Mi 21. Mär 2007, 11:28
Zurück zum Thema, bitte. Verhindert es also, dass man auf eine kritisch-wissenschaftliche Ausbildung von Studenten (dass ich weder Studierende noch StudentInnen oder "Studentinnen und Studenten" schreibe, liegt an meiner Geringschätzung für politische Korrektheit und Gender Mainstreaming), wenn eine Hochschulrätin ein Gebäude an die NPD vermietet? Muss man sich also am "demokratischen Konsens" orientieren, um aufgeklärt-kritisch zu sein? Ich halte das eher für das Gegenteil des kritischen Geistes.

Natürlich lehne ich die NPD als totalitaristisch ab. Genauso wie "Die Linke", die DVU oder die MLPD.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Original von vSzP
Ja, selbstverständlich. Aber abhängig vom System bin ich in dem einen freier als im anderen.
Das System ist nichts als das, was die anderen grade wollen. Das unterscheidet sich durch nichts. Jedes System stützt sich auf die mindestens passive Duldung einer Mehrheit (insofern: es gibt kein System weltweit, das keine Demokratie wäre).
Physikalische Grenzen sind nicht schlimm. Schlimm sind die Grenzen, die andere Menschen aufstellen. Wie eben Politiker, Beamte...
Nein. Das sind nämlich auch nur physikalische Grenzen. Was kümmern mich Gesetze, wenn ich die Macht habe, sie zu brechen? Was interessiert mich der Politiker und seine Handlanger, wenn stärker bin?
Die Freiheit begrenzt Du Dir nur selbst. Ein freier Mensch akzeptiert keinerlei Gesetze. Er befolgt sie nur soweit er sie nicht umgehen und solange er sie nicht vernichten kann. Die politische und wirtschaftliche "Elite" weiss das und handelt danach; allein, zugeben würden sie das nicht (das unterscheidet, philosophisch gesehen, Fürsten (Macchiavelli) und Libertins (de Sade) einerseits und Übermenschen (Nietzsche) und Eigner (Stirner) andererseits).
Wenn ich ein Gesetz nicht umgehen und nicht stürzen kann, dann beschränkt es meine Freiheit nicht, denn es ist wie eine Naturgewalt, mit der ich mich arrangieren muss. Wenn ich das Gesetz umgehen oder stürzen kann und das auch tue, beschränkt es meine Freiheit auch nicht. Nur wenn ich es umgehen oder stürzen könnte und das nicht tue - dann beschränke ich mich selbst in meiner Freiheit.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Antworten

Zurück zu „Off Topic“