Glauben Sie mir, Herr Mohle, ich würde viel lieber mit der androischen Staatsführung über einen Ausbau und eine Vertiefung der bilateralen Beziehungen sprechen, als den weg der Sanktionen zu gehen. Warum tue ich mir und meiner Regierung also diesen Stress an und warum ringen wir in der Polkommission seit Wochen, wenn nicht sogar mittlerweile seit Monaten um eine Lösung?
Die Antwort lautet: weil vor ein paar Jahren auf Einladung des damaligen Rats der Nationen eine internationale Konferenz zum Schutz der Polgebiete stattgefunden hat, an der - nebenbei erwähnt - auch Andro teilgenommen hat. Damals beschloss diese Konferenz einstimmig die Gründung der Polkommission, und dass diese Polkommission in Zukunft über den Schutz der Pole wachen und so als Erbe der gesamten Menschheit schützen soll.
Es war - wenn ich es richtig in Erinnerung habe - Ende 2012, als Dreibürgen ein oder zwei Raketen auf den Nordpol abfeuerte. Diesen Vorfall nahm Andro zum Anlass, aus der Polkonvnetion auszusteigen; unter Bruch der im Vertrag genannten Kündigungsfristen. Andro begründet dies damit, dass die Poilkommission angeblich nicht in der Lage gewesen sei, diese Angriffe abzuwehren und dass Andro durch diese Vorkommnisse allein gegen Dreibürgen habe und in einen Konflikt geführt worden sei. Leider verschweigt Andro, dass die gesamte Polkommission den Raketenbeschuss verurteilte und Dreibürgen danach keine weiteren Raketen mehr auf Andro abschoss.
Auch verschweigt Andro, dass es damals auch einen Kompromiss mit der Nordmark gegeben hat, bezüglich derer Siedlungen.
Nach dem Austritt veranstaltete die androische Regierung in Koskow eine erste Konferenz; nach meiner Lesart, um die Polkommission zu neutralisieren, indem der Nordpol unter den Anrainern aufgteilt wird. Diese Konferenz verlief - zum Glück - im Sande. Danach war eine Zeit lang Ruhe, bis Andro per Gesetz sein Hoheitsgebiet auf Teile der Arktis ausdehnte mit der Begründung, nur so könne es sich gegen Angriffe, die über den Nordpol auf sein Staatsgebiet vorgetrtagen wird, begegnen.
Als die Polkommission Widerstand angekündigt hatte, lud Andro wieder zu Gesprächen in Koskow ein. Für die Polkommission nahm der stellvertretende Hochkommissar teil. Auf dieser Konferenz wurden Andro weitreichende Zugeständnisse gemacht. Und als der Kompromiss unteraschriftsreif war, machte die androische Führung einen Rückzieher und erklärte, man werde mit der Hohen Polkommission keinen Vertrag abschliessen. Für die übergrosse Mehrheit der Polmitglieder war und ist diese Forderungen unannehmbar. Noch weniger annehmbarer ist es, dass der androische Präsident versucht, mit Ultimaten Druck aufzubauen.
Wie gesagt: es liegt ein ausgehandellter Kompromiss auf dem Tisch, den Andro torperdiert hat. Trotzdem ist dieser Kompromiss noch immer unterschriftsreif.
Wenn wir in dieser Situation, in denen Andro immer weiter draufsattelt, nachgeben, dann senden wir ein klares Signal an alle Regierungen, die der Auffassung sind, sie könnten sich, gestützt auf ihren Militärapparat, das Recht beugen und andere unter ihrem Willen zwingen.
Um den Widerstand der freien Welt zu verdeutlichen und gleichzeitig den Verhandlungsweg offen zu lassen, ist ein abgestuftes Sanktionsszstem notwendig und sinnvoll. Es ist meine absolute und feste überzeugung, dass das Recht dem Unrecht nicht zu weichen braucht: nicht weichen darf.
Was nun den Transnordanikrat angeht, so ist die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verteidigungspolitik sowie der Aussen- und Sicherheitspolitik nur ein Aspekt von vielen. Wir streben grundsätzlich eine Zusammenarbeit unter anderem auf dem Gebiet der Wirtschaft, der Justizpolitik oderv auf den Feldern der Forschung und Technologie an. Wie diese Zusammenarbeit im Konkreten ausgestaltet wird, werden weitere Verhandlungen ergeben.
Es geht doch nicht darum, der Welt ein weiteres Militärbündnis hinzuzufügen, sondern darum, wie wir, zunächst gemeinsam mit unseren astorischen Freunden, eine gemeinsame Zone des Wohlstands und des Friedens schaffen können. Das ist unser Anliegen. Der Transnordanikrat ist gegen niemanden gerichtet und wird sich auch nicht in irgendwelche Konflikte hineinreden lassen.
Rein theoretisch könnte der Transnordanikrat eine erweiterte Anticaische Union werden, gar keine Frage. Aber wir verstehen uns nicht nur als blosse Interessensgemeinschaft, sondern auch als eine Wertegemeinschaft. Uns sind Werte wie Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte und Menschenwürde sehr wichtig, und der Transnordanikrat kann hier eine Art Leuchtturmfunktion übernehmen in dem Sinne, dass sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit unter Demkoratien auszahlt und eine Aussicht auf eine Teilnahme jene Staaten zu demokratischen Reformen ermuntert, die heute diktatorisch oder autortär regiert werden.
[b]Dr. h.c. Helen Bont, KEL[/b]
[b]Unionskanzlerin[/b]
[size=85][b] Doctor honoris causa philosophiae politicarum der Montary University[/b]
[b]Trägerin des Großen Ordenskreuzes des Ordens von den Heiligen drei Königen des Königreichs beider Archipele[/b]
[b]Mitglied des Unionsparlaments[/b][/size]
[b]KOMMANDEUR der EHRENLEGION[/b]
[size=85][b]Mitglied und UNIONSVORSITZENDE der KONSERVATIV-DEMOKRATISCHEN UNION[/b][/size]
Ehemalige [size=85]Trägerin des astorischen White House Ribbon[/size] (29.03.2015-09.06.2021; aberkannt durch US-Präsident J.U. Smith)