Original von Anaïs Gribonne-Fritz
Frau Unionskanzlerin, die Republik Roldem hält sich an die vorgegebenen Regeln der Geschäftsordnung. Jede Anfrage war im Abstand von wenigstens einer Woche zur vorherigen Anfrage gestellt worden. Für den Fall, dass Sie die gegebene Frist zur Beantwortung nicht einhalten können, möchte ich Ihnen anbieten, dass Sie in der dafür vorgesehenen Aussprache im Unionsrat dieses unter Nennung eines spezifischen Zeitraums eine Verlängerung beantragen können. Ich bin gewiss, dass wir da zu einem Modus finden können, der auf der einen Seite das parlamentarische Kontrollbedürfnis befriedigt – im Übrigen kein Bombardement, sondern demokratisches Recht – und andererseits Ihnen die Zeit gibt, substantiiert zu Antwort, was an sich schließlich auch Ausfluss aus dem Kontrollrecht ist.
Ich habe gesehen, dass die drei Fragenkomplexe innerhalb von fünf Tagen diesem Hohen Haus zur Debatte gestellt wurden. Abgesehen davon werden Sie mir sicherlich zustimmen, wenn ich sage, dass die Beantwortung der gestellten Fragen eine aufwändfge Recherche notwendig macht.
Was das Wort "Bombardement" angeht, so wissen Sie sicherlich, dass man Sprache auch bildlich einsetzen kann. Natürlich ist es das gute Recht des Hohen Hauses und seiner Mitglieder, die Unionsregierung zu bestimmten Themen zu befragen, nur dann bitte auch im Rahmen der Geschäftsordnung dieses Hohen Hauses.
Gestatten Sie mir, Herr Präsident, aber doch eine kritische Bemerkung zum Verhalten der Vertrerin Roldem.
Verehrte Kollegin Gribonne-Fritz, Sie haben vor Kurzem den Antrag in den Unionsrat eingebracht, dass die Unionsregierung aufgefordert werden soll, den gesetzlich vorgeschriebenen Umweltbericht abzuliefern. Das ist Ihr gutes Recht. Es ist aber sehr bezeichnend, dass Sie Ihren Antrag zurückziehen, sobald dieser mit Arbeit für Sie selbst verbunden ist. Und deswegen sage ich Ihnen an dieser Stelle: die Unionsregierung wird, unabhängig von Ihrem zurückgezogenen Antrag, den Bericht liefern und unabhängig von Ihrem zurückgezogenen Antrag ihre Anfrage an die Länderregierungen nicht zurückziehen.
Das hat unter anderem auch den pädagogischen Zweck, Frau Gribonne-Fritz, dass Politik und politische Handeln keine Einbahnstraße ist nach dem Motto: ich bin es, der nur fordert und der andere ist es, der nur liefert. Nein, Frau Gribonne-Fritz, nun sind auch mal Sie und - dank Ihnen - auch Ihre Kollegen einmal gefordert zu liefern, damit die Union ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen kann.
Soweit meine Randbemerkung, Herr Präsident.
[b]Dr. h.c. Helen Bont, KEL[/b]
[b]Unionskanzlerin[/b]
[size=85][b] Doctor honoris causa philosophiae politicarum der Montary University[/b]
[b]Trägerin des Großen Ordenskreuzes des Ordens von den Heiligen drei Königen des Königreichs beider Archipele[/b]
[b]Mitglied des Unionsparlaments[/b][/size]
[b]KOMMANDEUR der EHRENLEGION[/b]
[size=85][b]Mitglied und UNIONSVORSITZENDE der KONSERVATIV-DEMOKRATISCHEN UNION[/b][/size]
Ehemalige [size=85]Trägerin des astorischen White House Ribbon[/size] (29.03.2015-09.06.2021; aberkannt durch US-Präsident J.U. Smith)