Sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrte Damen und Herren Vertreterinnen und Vertreter der Länder der Union,
zunächst möchte ich mich recht herzlich für die Einladung bedanken, die mir der Präsident der Unionsrats Ministerpräsident Gerhard Cheman ausgesprochen hat. Gern möchte ich Ihnen die Arbeit der Unionsstiftung für Kultur, Gesellschaft und Geschichte, oder kurz Unionskulturstiftung Rede und Antwort stehen. Dabei wird mir an dieser Stelle eine Zwitterrolle zuteil. Zum einen vertrete ich dieses hohe Haus seit der Aufnahme der Arbeit im Stiftungsrat, zum zweiten wurde mir die große Ehre und Verpflichtung gleichermaßen angediehen, als erster Präsident und Professor der Unionskulturstiftung vorzustehen und damit die Grundlagen dieser wichtigen Institution zu legen.
Als Aufgabe berief der Gesetzgeber, also auch diese Kammer, erlauben Sie, Herr Präsident, bitte ein direktes Zitat aus dem Gesetzestext: „das kulturelle, gesellschaftliche und geschichtliche Erbe der Union und ihrer Länder zu erforschen, zu dokumentieren, zu erhalten und zu pflegen.“ Das klingt nach einer großen Aufgabe, das deklamiert viel Arbeit, das liest sich wahrlich mächtig. Meine Damen und Herren, das ist es tatsächlich.
Gestatten Sie mir jedoch zunächst einen Blick zurück zu werfen, Ihnen die Chronologie vorzustellen. Die Unionsregierung fasste im vergangenen Jahr den Entschluss, die Forschung in der Geschichte, der Anthropologie und Kulturwissenschaft der Demokratischen Union in einer Forschungseinrichtung zu bündeln. Die wissenschaftliche Arbeit freilich wurde vorher bereits erledigt, durch die nationalen Einrichtungen der Länder, etwa dem Roldemian Institute for History, in dem auch ich meine wissenschaftlichen Sporen verdient habe, oder dem Institut für Geschichtsforschung und Landesentwicklung auf den Westlichen Inseln; um nur zwei zu nennen. Es war jedenfalls ein richtiger und wichtiger Schritt seitens der Unionsgubernative, eine Unionsstiftung ins Leben rufen zu wollen. Ab dem 12. Februar 2010 dann debattierten die Mitglieder des damaligen 29. Unionsparlaments den Regierungsentwurf. Weniger als zwei Wochen stimmten die Abgeordneten über die Fraktionen hinweg fast einstimmig der Errichtung der Organisation zu. Wenig später entschied der Unionsrat, ebenfalls beinah einhellig, auf einen Widerspruch gegen das Gesetz zu verzichten. Somit war der Weg frei. Im Juli 2010 trat erstmals der Stiftungsrat zusammen und legte erste Grundregeln und Personalien fest. Derzeit arbeiten bei der Unionskulturstiftung neben meiner Person zwei weitere Wissenschaftler und zwei Sekretärinnen. Zwischenzeitlich wurde eine Kollegin ins Wissenschaftlichen Kollegium auf Probe berufen. Ihre weitere Beschäftigung steht derzeit noch aus.
Doch ich möchte nun weg von den Zahlen, Gesetzen und Strukturen hin zur inhaltlichen Arbeit in der Vergangenheit und zu den Planungen für die Zukunft der Unionskulturstiftung kommen. Das Portefeuille umfasst derzeit sieben Projekte, die sich in der Umsetzung befinden oder vorbereitet werden.
Als laufende Aufgabe haben wir uns aufgenommen, alle möglichen Dokumente in der Geschichte der Union und der Länder zu sammeln. Insbesondere sei hier die Archivierung von historischen Internetseiten von staatlichen Einrichtungen, Unternehmen, Vereinen und Privatpersonen, Wahlplakaten, Reden und Ähnlichem verwiesen. Diese sollen weitgehend im Originalzustand oder in einem dem Original im höchste Grade nahegehenden Faksimilie bereitgestellt werden. Hier wurden bereits einige Daten gesammelt. Eine Übersicht davon ist bereits vorhanden. Bis zum Ende des Jahres sollen die ersten Ergebnisse im Internet frei zur Verfügung gestellt werden. An dieser Stelle sind wir auch in besonderem Maße auf die Mitarbeit der Länder, Behörden und Bürger der Länder und der Union angewiesen. Ich hoffe auf und appelliere an dieser Stelle an Ihre Unterstützung.
Als weiteres frühes Projekt wurde die Aufzeichnung der Verkehrswege in den Ländern begonnen. Das geht Straßen und Schienen genauso an wie etwa Wasserwege oder den Flugverkehr. Dieses Vorhaben ist derzeit ein stückweit zurückgestellt, soll aber auch weiterhin fortgeführt werden.
Zum Weiteren, und da die beiden folgenden Projekte zusammenhängen, werde ich sie auch gemeinsam behandeln, möchte die Unionskulturstiftung einen besonderen Service anbieten, der die regelmäßige Publikation eines aktuellen Katalogs der wichtigsten Persönlichkeiten in den Ländern und der Union mitsamt spiegelstrichartiger Curricula Vitae präsentiert. Das beginnt beim Unionspräsidenten, geht über die Regierung und die beiden Parlamentskammern hin zu Gerichten, Botschaftern, Ordensträgern und den Führungspositionen in den Ländern, Hochschulen und Parafisci-Institutionen. Sehen Sie diese Aufzählung bitte nicht abschließend. Kurzum ein – wie der Albernophile sagt – Who Is Who der gesamten Union. Aus diesen Daten soll weiterhin das sogenannte „Funnixer Volkshandbuch“ herausgearbeitet werden, der für die Legislaturperiode speziell die Daten aus dem Unionsparlament zusammenstellt sowie Abhandlungen etwa zum Verfahren der Gesetzgebung und den Abläufen innerhalb der Kammern der Legislative.
Außerdem wurden schon weite Fortschritte zur Zusammenstellung eines einheitlichen Inlandsprotokolls der Union geleistet. Hierzu zählen beispielsweise Anschrift oder Anrede von Inhabern bestimmter Staatsämter. Gleiches soll, gerade auch mit einer protokollarischen Reihenfolge für die diplomatischen Beziehungen erarbeitet werden.
Als großes und umfassendes Projekt ist derzeit das sogenannte UniLex in der Vorbereitung begriffen. Dieses soll zu einer großen enzyklopädischen Sammlung aller wichtiger Personen, Organisationen, Ereignisse und relevanten Listen der Länder und der Union werden. Der Clou des Konzepts ist, dass daran in Kürze nicht nur die Mitarbeiter der Unionskulturstiftung und ähnlicher wissenschaftlicher Einrichtungen mitarbeiten dürfen sollen, sondern jeder Bürger seinen Beitrag zur Konservierung des Wissens leisten kann. Wir möchten im Internet eine offene Plattform bieten, die das geballte Wissen sammelt – initiiert von jedem – gefüllt mit allem Relevanten.
Zur Weiterentwicklung der Projekte und der Stiftung selbst lade ich Sie recht herzlich ein. Ich freue mich auf die anschließende Diskussion. Vielen Dank.
[b]Professor Dr. Dr. Fabian von Montary[/b]
[b][size=85]OEL MP HCR RM[/size][/b]
[size=85]Präsident der Unionsstiftung für Kultur, Gesellschaft und Geschichte
Dekan des Roldemian Institute for History an der Montary University
Staatsarchivar der Republik Roldem und Honorarkonsul im Dominion Cranberra
Sprecher des Parlaments von Roldem und Abgeordneter für den Wahlkreis W. City of Montary[/size]
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