Original von David_Cameron
Aber sind die anderen Parteien, CDU oder in Bayern die CSU wesentlich besser!?
DIe mögen zwar fertige und stichhaltige Programme haben, aber wie sehen die Finanzen nach 60 Jahren Dauer-herrschaft von CDU und SPD auf Landes und Bundesebene aus!?
Und das ist genau das, was ich meine: mit der konkreten Politik von z. B. CDU und SPD unzufrieden sind viele Menschen. Darunter Teile ihrer Mitglieder und (Stamm-)Wähler ebenso wie Leute, die sowieso schon oder mittlerweile einen Bogen um sie machen.
Aber: "Die können es doch mittlerweile einfach nicht mehr, wir machen alles anders und besser!", ist nun mal kein Programm.
Man muss ganz konkret sagen,
was man anders machen will und
wie. Und als Wählerin muss ich mich vor allem auch darauf verlassen können, dass - das Überspringen der 5%-Hürde vorausgesetzt - eine einige, geschlossene und handlungsfähige Fraktion zusammenkommt und über die Dauer der Legislaturperiode zusammenbleibt. Damit sie ihre konkreten sachpolitischen Ziele auch kontinuierlich im Parlament vertreten kann.
"Wir wollen die Staatsverschuldung abbauen, die Krankenkassen sanieren und dafür sorgen, dass der Staat seine Aufgaben wieder wirksam erfüllen kann!" Hurra, ich bin absolut dafür! Aber
wie sollen diese Aufgaben denn konkret bewerkstelligt werden? "So wie CDU und SPD das machen wollen geht es jedenfalls nicht", ist jedenfalls schon mal keine Antwort auf diese Frage.
Gegen irgendwas zu sein ist wie gesagt einfach. Die Kunst der Politik besteht aber wie gesagt darin, Mehrheiten
für ein konkretes Programm oder Projekt zu formen.
Und ob das Konservativen, die mit der CDU unzufrieden sind, Sozialdemokraten, die sich von der SPD nicht mehr vertreten fühlen, Liberalen, die der Kurs der FDP irritiert usw. unter einem Dach gelingt, muss ernsthaft bezweifelt werden. Dafür sind einfach schon die Ausgangspunkte der jeweils Beteiligten zu verschieden.
Es ist wie Art. 67 GG (Konstruktives Misstrauensvotum): "Der da nicht mehr!", ist keine in einer Demokratie praktikable Alternative, wie die Geschichte (Weimarer Republik, 1919 - 1932) uns gelehrt hat. Eine Alternative ist nur: "Der hier statt dem da!".
Es ist völlig irrelevant, wogegen irgendwelche "Freien Wähler" sind. Entscheidend ist,
wofür sie sind. Und das mit hinreichender Geschlossenheit, um diese Ziele dauerhaft, geschlossen und konstruktiv zu vertreten.