Sicherlich hat die Mehrheit den primären Auftrag zu führen und zu gestalten. Und wo keinerlei Einigung möglich ist, muss bei der streitigen Entscheidung die Mehrheit eben den Ausschlag geben. Gerade dazu ist sie ja legitimiert.
Aber das Ziel sollte es stets sein, möglichst einen Konsens zu finden. Denn Entscheidungen sollten länger Bestand haben als bis zur nächsten Änderung der Mehrheitsverhältnisse.
Dass die derzeitige Mehrheit Entscheidungen nicht revidiert, die gegen ihren Willen ergangen sind als sie in der Minderheit war, zeugt natürlich von Sachlichkeit und Vernunft. Aber man sollte eben nicht von sich auf andere schließen.
Mit der SPDU scharrt bereits eine Partei mit den Hufen, die in der kommenden Legislaturperiode sicherlich in das Unionsparlament einziehen wird. Über den Unionsrat sucht sie bereits die Beteiligung am Gesetzgebungsprozess und fühlt sich dabei von der Unionsregierung nicht als Gesprächspartner angenommen. Ich kann nicht voraussagen, wie sie reagieren wird, wenn sie vielleicht in näherer oder fernerer Zukunft einmal wieder die Mehrheit stellt bzw. anführt.


