Betritt kämpferisch das Rednerpult.
Herr Präsident, Hohes Haus,
es ehrt den Abgeordneten Macaluso, wenn er den Versuch unternimmt, im letzten Quartal dieser Legislaturperiode so etwas wie eine parlamentarische Oppositionsarbeit vorzutäuschen.
Herr Kollege Macaluso, damit wir uns nicht missverstehen: es ist in der Tat eines der vornehmsten Aufgaben des Hohen Hauses, die Arbeit der Unionsregierung zu kontrollieren und wenn nötig zu kritisieren. Und ich garantiere Ihnen, dass diese Unionsregierung die Auseinandersetzung weder mit der parlamentarischen noch mit der ausserparlamentarischne Opposition scheut.
Aber, Herr Macaluso, ich denke dass wir uns zumindest in einem Punkt einig sein sollten: die vorgetragene Kritik sollte zumindest ehrlich und aufrichtig sein - ich werde im Verlauf dieser Rede noch darauf zurückkommen.
Zunächst aber, Herr Kollege Macaluso: es ist in der Tat so, dass das von dieser Unionsregierung vorgelegte Regierungsprogramm Maßstab für die abschließende Bewertung des Regierungshandelns ist. Das Regierungsprogramm stellt das vor, was sich die Unionsregierung für diese Legislaturperiode vorgenommen hat.
Dabei hat sich in der Regierungspraxis herausgestellt, dass die Unionsregierung sich auf das Wichtigste konzentriert, nämlich die Einführung der WiSim. Und hier sind wir in der Tat auf einem guten Weg. Wir haben bereits die technischen Voraussetzungen geschaffen und sind jetzt dabei, die rechtlichen Hürden zu nehmen, die der Einführung noch im Wege stehen. Sie kennen aus der parlamentarischen Arbeit die bereits beschlossenen Gesetzesnovellen. Diese werden in Kürze ergänzt durch ein neues Unionsarbeitsgesetz, welches das Arbeitsrecht abdeckt, und eine Gewerbegesetz, welches das Gewerberecht abdeckt, ergänzt werden. Ersteres liegt dem Uninskabinett zur abschließenden Beratung vor, Letzteres existiert als Referentenentwurf im Unionskanzleramt und wird demnächst dem Kabinett zur Beratung zugleitet werden. Dies sind hochkomplexe Aufgaben, die sich nicht von heute auf morgen bewältigen lassen.
Ich gestehe - wenn auch nur höchst ungern - zu, dass hierbei angekündigte Projekte nicht verwirklicht werden konnten, bzw. noch nicht abgeschlossen werden konnten. Hierfür trage ich die politische Verantwortung und ich stelle mich dieser Verantwortung.
Herr Kollege Macaluso, Sie benennen unter anderem auch die Punkte "Etablierung einer G4-Runde" und "Gründung eines ISO-Nachfolgers". Beides sind Punkte, die wir unseren Partnern auf dem internationalen Parkett nicht aufzwingen können:
im ersten Fall führte die Initiative zur Gründung der vorläufigen G3+1-Gruppe, letzter Punkt konnte nicht umgesesetzt werden, da wichtige Partnerländer derzeit kein Interesse an diesem Projekt haben.
Und zur Ergänzung, Herr Kollege Macaluso, sage ich: auch für das Projekt eines internationalen Schiedsgerichtshofes hat es in der RdN-Vollversammlung keine Mehrheit gegeben.
Und da sage ich: willkommen in der Realität des Regierungsalltags. Der Regierungschef ist nämlich an den politischen Realitäten gebunden. Nicht alles was wünschenswert ist, ist auch umsetzbar. Sei es, weil die Leistungsfähigkeit einzelner Ministerien an ihre Grenze stoßen oder weil es für Vorhaben keine Zustimmung oder Mehrheit gibt.
Wer wüsste das nicht besser als Sie selbst, Herr Kollege und Primo Ministro Macaluso. Was haben sich vereinigte Linke und Sozialdemokraten und Ihrer Führung in Herot nicht alles vorgenommen:
- Weiterführende Reform von Bildungs- und Sozialsystem mit dem Ziel einer zukunftsfähigen, aufgeklärten und sozial gerechten Versorgung,
- Vorantreiben der Wirtschaftsreformen auf Unionsebene, insbesondere des IT-gestützten Warenhandels, Forderung einer Unionsförderung für strukturschwache Regionen und eine starke Vertretung harbothensischer Interessen in diesem Rahmen,
- Förderung der harbothensischen Nationalsportarten und -mannschaften,
- Ausbau einer neuen Internetpräsenz für die Unionsrepublik und Förderung der historischen und kulturwissenschaftlichen Forschung zum Zwecke der Dokumentation,
Einführung einer Weingesetzgebung und Förderung des qualitativ hochwertigen und ökologisch bewussten Weinbaus und
- Förderung und Ausbau des Teatro nazionale di Watoran.
Mit Ausnahme des letzten Punktes, den Ihre Landesregierung zumindest teilweise umgesetzt hat, haben Sie als Landesregierungschef doch rein gar nichts verwirklicht. Das ist es, was ich mit aufrichtiger Kritik meine, Herr Kollege Macaluso: die Messlatte, die man anderen anlegt, sollten Sie erst einmal selbst bewältigen. Selbst eine grottenschlechte Leistungsbilanz vorweisen, aber eine hart arbeitende Unionsregierung kritisieren, dass ist in der Tat ein schlechtes Schauspiel, was hier gerade liefern, Herr Kollege Macaluso.
Im übrigen: Sie wissen ja wie es ist, wenn man mit einem Finger auf jemanden deutet, deuten vier Finger auf einen selbst. In diesem Sinne sollten Sie sich vielleicht überlegen, ob Sie Ihre Rücktrittsforderung nicht doch besser an Ihre eigene Person richten sollten.
Nun zu Ihren letzten beiden Zitaten: dass Sie der Ihnen ideologisch nahestehenden "überregionalen Zeitung" nur allzu bereitwillig auf den Leim gehen, finde ich nicht weiter verwunderlich. Was das von Ihnen genannte Zitat von Herrn Rousseau-Mason angeht, so kann ich seine Reaktion gut nachvollziehen. Es ist alles andere als angenehm, wenn man plötzlich vor verschlossenen Türen steht, obwohl noch viel Arbeit zu erledigen ist. Aber ich denke, dass die Umstände, die dazu geführt haben, nun bekannt sind.
Und bezüglich des von Ihnen zitierten Unionsjzustizministers: Herr Poppinga hat öffentlich dankenswerter Weise eine Klarstellung vorgeniommen, der ich nichts mehr hinzuzufügen brauche.
Herr Präsident, meine Damen und Herren Kollegen, ich freue mich Ihnen mitteilen zukönnen, dass die Unionsregierung nach wie harmonisch und zielorientiert arbeitet; der Satz, "Das von mir geführte Kabinett ist motiviert und kompetent, ebenso die Regierungsfraktionen", den der Kollege Macaluso freundlicherweise zitiert hat, hat nach wie vor Gültigkeit.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
[b]Dr. h.c. Helen Bont, KEL[/b]
[b]Unionskanzlerin[/b]
[size=85][b] Doctor honoris causa philosophiae politicarum der Montary University[/b]
[b]Trägerin des Großen Ordenskreuzes des Ordens von den Heiligen drei Königen des Königreichs beider Archipele[/b]
[b]Mitglied des Unionsparlaments[/b][/size]
[b]KOMMANDEUR der EHRENLEGION[/b]
[size=85][b]Mitglied und UNIONSVORSITZENDE der KONSERVATIV-DEMOKRATISCHEN UNION[/b][/size]
Ehemalige [size=85]Trägerin des astorischen White House Ribbon[/size] (29.03.2015-09.06.2021; aberkannt durch US-Präsident J.U. Smith)