Das hat doch nur mit sehr starker ideologischer Brille bzw. Verzerrung etwas mit Unternehmern oder Arbeitern zu tun. Es gab Unternehmer, die bei Zwangsarbeit zugegriffen haben und viele andere hatten mit diesem Sklavensystem nichts zu tun. Es war ja auch der NS-Staat, der dieses System eingerichtet hat. Trotzdem ist nicht die Organisationsform Staat per se dafür verantwortlich. Menschen schaffen Strukturen und Strukturen prägen menschliches Handeln. Aber das ist keine Frage von Privatbesitz an Produktionsmitteln.Original von Palin Waylan-Majere
Die armen Unternehmer werden sicher ganz traurig gewesen sein, als der NS-Staat erst die Gewerkschaften zerschlug, die Löhne niedrig hielt und Ihnen im Krieg auch noch Zwangsarbeiter zuführte, die im wahrsten Sinne des Wortes bis in den Tod geschuftet haben. Nicht zu vergessen die Plünderungen in den besetzen Gebieten.
Es gibt Grenzen des Wachstums bzw. zumindest der Wachstumsgeschwindigkeit. Sowohl bei den Real-Löhnen bzw. beim realen Wohlstand, als auch bei der Geldmenge.Seit den neunziger Jahren sinken die Reallöhne.
Die Geldpolitik muss den Geldbedarf der Regierungen decken und die Inflation frisst Teile des Einkommens der Menschen wieder auf. Das fällt nur nicht so auf, als wenn ständig die Steuern steigen würden. Letztlich will es aber eine Mehrheit der Menschen nicht anders. Hohe Steuern und weniger Inflation ginge auch, aber dann wäre der Anreiz bzw. Druck zur Schwarzarbeit in vielen Bereichen noch größer. Die Vielzahl von Wünschen, Ansprüchen und Vorstellungen der Menschen erzeugen politische Maßnahmen und nach einer gewissen Zeit ein komplexes polit-ökonomisch-sozialpolitisches System. Das hat aus mancher Sicht Nachteile und aus anderer Vorteile.
Dass Staat und Wirtschaft, bzw. besser Politik und Wirtschaft bis auf den Ordnungsrahmen getrennt gehören, ist die liberale Auffassung von Kapitalismus, bzw. deren idealistische Zielvorstellung. Es gibt eben auch sehr viele Definitionen von Kapitalismus. Liberale und Sozialisten haben ein idealistische Alternativvorstellungen zum heutigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen System und Gewöhnungen.Das der Kapitalismus für strikte Trennung von Staat und Wirtschaft hält, halte ich jedoch für ein Märchen.
Wir leben, das ist teilweise konstituierend für die heutigen Demokratien, in einer mixed economy. Daher sind die Träume der Sozialisten und Liberalen subjektiv gerechtfertigt bzw. haben teilweise logische Begründungen. Diese Alternativmöglichkeiten haben aber nur als "Korrektiv" am Gesamtsystem praktische Auswirkungen. Das Gewicht geht mal mehr in die staatssozialistische Richtung und muss dann aus Kostengründen oder allgemein menschlichen Widerständen von der Politik wieder ein wenig mehr Richtung "Mitte", d.h. fully mixed economy gebracht werden.
