"Der englische Begriff Radio Frequency Identification (RFID) bedeutet im Deutschen Identifizierung über Radiowellen. RFID ist ein Verfahren zur automatischen Identifizierung von Gegenständen und Lebewesen. Neben der berührungslosen Identifizierung und der Lokalisierung von Gegenständen steht RFID auch für die automatische Erfassung und Speicherung von Daten."
Das und mehr sagt wikipedia.de über den RFID-Chip, der künftig schon im Reisepass zu finden sein wird. Auf diesem Chip werden biometrische Daten, also Größe, Augenfarben etc festgehalten. Doch es wird bereits jetzt überlegt den auch weiter für Personalausweise einzusetzen.
Gestern Nacht gab es dazu auf dem ZDF ein kleines Fernsehspiel "Auf Nummer sicher?"
>> "Auf Nummer sicher?" erzählt die Geschichte der Journalistin Sandra Harkow, die gerade im Auftrag der Industrie ein Werbevideo für einen neuen Sicherheitschip herstellt. Ein Zeitreisender aus dem Jahr 2020 warnt sie eindringlich davor, dieses Video zu realisieren, da es verheerende Folgen für die Zukunft haben wird. <<
Im Laufe des Films werden Realitäten dargestellt, wie die Aussagen von Sicherheitsexperten der Politik über Experten diverser Fachrichtungen von Universitäten bis zu Technikbegeisterten Freaks, die sich jetzt schon Chips implantieren lassen, um Auto, Haustür und Computer ohne Schlüssel oder Tastendruck zu öffnen.
Mir persönlich bereitet der Film Sorgen. Normalerweise sage ich auch "Ach, ich mache ja nichts schlimmes. Mich können die ja ruhig erfassen." Aber wie es jemand im Film richtig sagte: wir hatten schon einmal eine Diktatur in Deutschland. Und es muss keine Diktatur des Staates sein, sondern es reicht schon eine der Wirtschaft. Wenn auf so einem Chip alle Daten gespeichert werden. Was passiert dann? Wenn man mit einem Knopfdruck nicht mehr in die Firma gelassen wird? Wenn die Eltern jung an Herzinfarkt starben und solche Daten auf dem Chip liegen, vorgeblich um zum Beispiel bessere Soforthilfe leisten zu können, wenn es einen Unfall gibt: wird man damit noch einen Arbeitsplatz finden, wenn die Firma das vorher weiß? Oder wird das "Ausfall-Risiko" höher bewertet? Weiß man denn selbst was alles auf einem solchen Chip gespeichert werden kann? Wird man während des Einkaufs mit elektronischen Einkaufswagen ausspioniert und dann noch mehr als mit Emailspam mit Werbung zugemüllt? Wird man gläsern? Und wenn Hacker eindringen können dann aber gute Nacht!
Ich bin eigentlich CDU-Wähler aus verschiedenen Erwägungen. Aber mich erschreckte die Selbstverständlichkeit mit der CDU-Bundestagsfraktion-Sicherheitsexperte Uhl erklärte man müsse doch eine Liste aller Personalausweisträger haben. Warum? Und das alles im Hintergrund auf den Terrorismus. Die Frage ist ja die Abwägung Sicherheit - persönliche Freiheit. Und lieber will ich etwas unsicherer leben denke ich.
Da könnte man ja jetzt auch sagen "Hey, Deutschland ist ein Rechtsstaat". Ja, auch ich glaube daran, dass wir uns gut schützen und ein gutes Justizsystem haben. Aber es hat auch viele Fehler. Für mich ist die Polizei ein Bollwerk dessen. und die absolute Mehrheit der Polizisten stehen dazu. Doch auch da gibt es schwarze Schafe die sich gegenseitig schützen, wie z.B. beim Todesfall durch angebliche Selbstverbrennung eines alkoholisierten Asylbewerbers in einer Dessauerpolizeizelle namens Oury Djalloh. Aus der ersten Polizeiaussage einer Polizistin, die den Leiter der Polizeistelle schwer zumindest der unterlassenen Hilfeleistung belastete wurde beim dritten Mal alles relativiert. Unbekannte die den Gefangenen besuchen und wieder verschwinden... da fragt man sich doch: verdammt was geht vor in Deutschland?
In Würzburg war es jetzt glaube ich wo eine Wirtschaftsfirma die technische Leitung der Kommunalaufgaben übernimmt. Also alle Anfragen, Anträge und so weiter arbeitet eine Firma ab. Keine auf den Staat vereidigten Beamten. Andere Städte sollen folgen. Übernimmt uns damit langsam die Wirtschaft? Wie soll man verhindern, wenn Daten weiterverarbeitet werden? Stichwort Fantasyzukunft "Shadowrun".
Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Aber ich mache mir jetzt mehr Gedanken und Sorgen.
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Ich finde es auch sehr sehr schwierig, die notwendige richtige Balance zwischen Sicherheit und Datenschutz zu finden. Wahrscheinlich wird es auch nie leichter werden diese zufinden.
Natürlich muss man eventuell einige Freiheiten aufgeben, um im Gegenzug dafür anderes wie z.B. Sicherheit oder auch Komfort zu erhalten. Nur erscheint es mir, als wenn man den Schlusstrich, eine Stoplinie, entweder gar nicht oder viel zu hoch ansetzt. Die Wissenschaft bringt uns tagtäglich neue Fortschritte und neue Möglichkeiten. Sowohl gute als auch eher kritisch zu betrachtende. Und diese kritische Betrachtungsweise geht im Schein des nun möglichen unter. "Nebenwirkungen" soll man halt in Kauf nehmen, um des Fortschritts willen und um der Sicherheit wegen. Das wir aber gleichzeitig durch jeden Fortschritt auf der einen Seite, neue Risiken auf der anderen kreieren, gibt dann den Anschein, als ob sich die Waage wieder das Gleichgewicht hält. Was meines Erachtens nicht bedacht wird ist, dass nicht alles gleich viel wiegt.
Natürlich will auch ich Sicherheit, aber nicht um jeden Preis, solange es Leute gibt, die z.B. mit den gesammelten Daten Dinge anstellen, deren Auftreten mir niemand 100% ausschließen kann. Diese Sicherheit wird es aber wahrscheinlich nie geben. Egal ob meine Daten auf Papier oder eben elektronisch gespeichert sind. Nur sollte man zumindest nicht unnötig die Sicherheit gefährende.
In meiner Jahrgansstufe gibt es einen etwas paradoxen Jungen. Er ist ein wirklicher Technik-Freak, möchte aber so viel Freiheit wie möglich. Alle Überwachungskameras auf öffentlichen Plätzen stören ihn und er fühlt sich zu Unrecht beobachtet. Allerdings hat er schon fest beschlossen, sich ein RFID-Tag unter die Haut am Handgelenk spritzen zu lassen, um in Zukunft komfortabler in sein Auto steigen zu können
Das ist es was ich meine: Alle wollen Komfort, betrachten aber Dinge zu einseitig.
Natürlich muss man eventuell einige Freiheiten aufgeben, um im Gegenzug dafür anderes wie z.B. Sicherheit oder auch Komfort zu erhalten. Nur erscheint es mir, als wenn man den Schlusstrich, eine Stoplinie, entweder gar nicht oder viel zu hoch ansetzt. Die Wissenschaft bringt uns tagtäglich neue Fortschritte und neue Möglichkeiten. Sowohl gute als auch eher kritisch zu betrachtende. Und diese kritische Betrachtungsweise geht im Schein des nun möglichen unter. "Nebenwirkungen" soll man halt in Kauf nehmen, um des Fortschritts willen und um der Sicherheit wegen. Das wir aber gleichzeitig durch jeden Fortschritt auf der einen Seite, neue Risiken auf der anderen kreieren, gibt dann den Anschein, als ob sich die Waage wieder das Gleichgewicht hält. Was meines Erachtens nicht bedacht wird ist, dass nicht alles gleich viel wiegt.
Natürlich will auch ich Sicherheit, aber nicht um jeden Preis, solange es Leute gibt, die z.B. mit den gesammelten Daten Dinge anstellen, deren Auftreten mir niemand 100% ausschließen kann. Diese Sicherheit wird es aber wahrscheinlich nie geben. Egal ob meine Daten auf Papier oder eben elektronisch gespeichert sind. Nur sollte man zumindest nicht unnötig die Sicherheit gefährende.
In meiner Jahrgansstufe gibt es einen etwas paradoxen Jungen. Er ist ein wirklicher Technik-Freak, möchte aber so viel Freiheit wie möglich. Alle Überwachungskameras auf öffentlichen Plätzen stören ihn und er fühlt sich zu Unrecht beobachtet. Allerdings hat er schon fest beschlossen, sich ein RFID-Tag unter die Haut am Handgelenk spritzen zu lassen, um in Zukunft komfortabler in sein Auto steigen zu können
Zuletzt geändert von Schrobi am Di 15. Mai 2007, 12:05, insgesamt 1-mal geändert.
Prof. Dr. iur. Schrobi, OEL
Professor für Rechtswissenschaften an der KamaU
Unionspräsident a.D.
Unionsrichter a.D.
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