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Santa Ecclesia Catholica et Apostolica




Hirtenbrief zum Thema Todesstrafe



"So wahr Ich lebe, spricht der Herr, Ich habe kein Wohlgefallen an dem Tod des Sünders, vielmehr daran, dass er sich abwende von seinen bösen Wegen und lebe. Kehret um von euren schlimmen Wegen! Warum wollt ihr des Todes sterben?" (Ez. 33,11).

Höret o Ihre Gläubigen auf die Weisung der Heiligen Mutter Kirche, neiget das Ohr Eures Herzens, nehmt den Zuspruch willig an und erfüllet ihn durch die Tat.

Lobpreisung
Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden.
Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So ferne der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten.
Denn er kennt, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Feld; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.
Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie darnach tun.
Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrscht über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seine Befehle ausrichtet, dass man höre auf die Stimme seines Wortes!
Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!
Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den Herrn, meine Seele!

Vorwort
Mit der Proklamation der Enzyklika Condignus poena hat der Heilige Vater die Lehrmeinung der Heiligen Katholischen Kirche wiedergegeben. In dieser Enzyklika wird Antwort auf die Frage gegeben, welche Strafen für welche Verbrechen angemessen sind. Es wird ausgeführt:
„Die Todesstrafe war und ist ein Instrument des Rechtsstaates zur Abschreckung. All jene, die ein schlimmes Verbrechen begangen haben, sollen zum Tode gebracht werden, um andere vor der Begehung solcher Verbrechen abzuschrecken. Zudem soll sie dazu dienen, solche Menschen, die sich in grausamer Art und Weise eines Verbrechens schuldig gemacht haben, durch den Tod von den rechtschaffenen Menschen für immer fern zu halten. Die braven Menschen müssen geschützt werden – diejenigen die sich gegen sie und die Regeln vergehen, müssen daher fortgeschafft werden. Ins Gefängnis, so ihr Vergehen ein geringes war, in den Tod, so es ein grausames Verbrechen war.
Der Schutz des Gemeinwohls der Gesellschaft erfordert, dass der Angreifer außerstande gesetzt wird zu schaden. Aus diesem Grund hat die überlieferte Lehre der Kirche die Rechtmäßigkeit des Rechtes und der Pflicht der gesetzmäßigen öffentlichen Gewalt anerkannt, der Schwere des Verbrechens angemessene Strafen zu verhängen, ohne in schwerwiegendsten Fällen die Todesstrafe auszuschließen. Aus analogen Gründen haben die Verantwortungsträger das Recht, diejenigen, die das Gemeinwesen, für das sie verantwortlich sind, angreifen, mit Waffengewalt abzuwehren.
Die Strafe soll in erster Linie die durch das Vergehen herbeigeführte Unordnung wiedergutmachen. Wird sie vom Schuldigen willig angenommen, gilt sie als Sühne. Zudem hat die Strafe die Wirkung, die öffentliche Ordnung und die Sicherheit der Personen zu schützen. Schließlich hat die Strafe auch eine heilende Wirkung: sie soll möglichst dazu beitragen, dass sich der Schuldige bessert, daher darf auch die Todesstrafe als Mittel zum Schutze des Gemeinwohls nicht grundlegend außer Acht gelassen werden.“
Und kommt zu dem Ergebnis:
Die Lehre der Kirche besagt schon seit langem:

„Eine andere erlaubte Art des Tötens ist jene, welche den Obrigkeiten zusteht, welchen die Gewalt des Tötens verliehen ist, kraft welcher sie nach der Vorschrift und dem Urteile der Gesetze die Übeltäter strafen und die Unschuldigen in Schutz nehmen. Wenn sie dieses Amt rechtlich verwalten, sind sie nicht nur des Totschlages nicht schuldig, sondern sie gehorchen im höchsten Grade diesem göttlichen Gesetze, wodurch der Totschlag verboten wird. Denn wenn diesem Gesetze dies als Ziel vorgesteckt ist, dass für Leben und Wohlfahrt der Menschen Sorge getragen wird: so zielen die Strafen der Obrigkeiten, welche die rechtmässigen Rächer der Verbrechen sind, ebenfalls darauf hin, dass der Verwegenheit und Gewalttätigkeit durch Todesstrafen Einhalt geschieht und so das Leben der Menschen gesichert sei.“

Daher sagt schon David (Psalm 100, 8 ): „Frühe tötete ich alle Sünder des Landes, damit ich ausrotte aus der Stadt des Herrn alle Übeltäter“.“

Seit geraumer Zeit wird in der Kirchenprovinz eine engagierte Diskussion über dies Todesstrafe geführt. Sie berührt die Grundlage nicht nur unseres Gerechtigkeitsempfindens, sondern auch den Kern der menschlichen Würde.

Vertrauend auf die Nachsicht und Güte des Heiligen Vaters und vertrauend darauf, dass der Heilige Geist uns die rechte Erleuchtung und die verständigen Worte eingeben möge, legt die Bischofssynode der Kirchenprovinz Demokratische Union, welche unter der Leitung von Erzbischof Kardinal Bernhard Leber tagte, folgenden Hirtenbrief als Schreiben an die Gläubigen und als Denkschrift an die Brüder und Schwestern in Christo, welche ihr Leben der Ausübung und Verbreitung des rechte Glaubens verschrieben haben, vor.

Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit
"Barmherzigkeit will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer." (Ho, 6,6)
Neben der Heiligkeit sind Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zwei wesentliche Merkmale Gottes. Als gottebenbildliche Geschöpfe, sind wir Menschen aufgerufen, unser Wesen dem Wesen Gottes gleich zu gestalten und sowohl in unserem privaten Leben als auch innerhalb der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung Gerechtigkeit zu verwirklichen und Barmherzigkeit zu üben. Die Abwägung zwischen dem, was als gerechte Strafe empfunden wird und dem, was uns unser Gewissen als barmherzige Wohltat empfiehlt, abzuwägen, ist gewiss nicht immer einfach. Daher sollten wir uns von den Worten Gottes und Jesus und seiner Taten leiten lassen. Insbesondere sollten wir uns immer vor Jesus Wort vor Augen halten: „Seid nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden; verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Lasst los, und ihr werdet losgelassen werden.“ und „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“
Als Jesus als Richter über eine Ehebrecherin angerufen wird, und man ihn zwingen will, sie zu verurteilen, nimmt er ihr die Angst vor dem Urteil, das sie zwangsläufig vernichtet hätte und beschämt diejenigen, die lauthals die Todesstrafe forderten. Er urteilt barmherzig und gerecht: "Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr".

Gerechtigkeit
Was aber ist Gerechtigkeit?
Gerechtigkeit gegenüber den Mitmenschen bedeutet, die Rechte jedes anderen Menschen zu achten, für eine gerechte Verteilung von Gütern und Ressourcen zu sorgen und Harmonie in den menschlichen Beziehungen herzustellen.
Zur Gerechtigkeit gehört aber auch die die Würde jedes Menschen zu achten, ihn als Person anzuerkennen. Einen Menschen als Mittel zum Zweck, als Sache, zu benutzen, widerspricht fundamental seiner Würde und ist nicht gerecht.

Recht und Gerechtigkeit
Was soll die Gesellschaft, was soll der Staat, mit Personen tun, die sich schwerster Verbrechen schuldig gemacht haben wie Mord, Raubüberfall oder Schändung?
Das Strafrecht des irdischen Staates hat die Aufgabe, das vom Straftäter gebrochene Recht wiederherzustellen. Die Straftat soll gesühnt, das Opfer entschädigt und die gebrochene Rechtsordnung wiederhergestellt werden.
Das Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen verlangt, dass der Straftäter für solche schweren Verbrechen zu Tode gebracht werden soll, um andere Menschen abzuschrecken und um die Straftäter für immer von den rechtschaffenen Menschen zu trennen.
Aber genau so, wie das Verbrechen die Rechtsordnung verletzt, ist die Todesstrafe, ist die Tötung des Schuldigen, nicht der Weg, um die Rechtsordnung und Gerechtigkeit wieder herzustellen. Im Gegenteil: die Todesstrafe fördert den Rachegedanken und fördert die Vorstellung, Recht und Gerechtigkeit seien mit der
Tötung eines Menschen in Einklang zu bringen.
Das ist sie aber nicht: sie ist es nicht mit Blick auf die Möglichkeiten moderner Gesellschaften, Verbrechen vorzubeugen, sie ist es nicht mit Blick auf die gebrochene Rechtsordnung und das Opfer des Verbrechens und sie ist es nicht mit Blick auf das göttliche Geschenk des Lebens. Über dieses Geschenk des Lebens kann und darf der Mensch nicht frei verfügen. Es schließt die Todesstrafe genauso aus wie Abtreibung, Embryonenforschung und Euthanasie. Denn sie sind die Negation der transzendenten Würde der menschlichen Person, die nach Gottes Ebenbild erschaffen ist.

Das Heilige Gesetz Gottes
Die zehn Gebote sind Bestandteil des Bundes, welches Gott mit der Menschheit geschlossen hat. Das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten“ ist Ausdruck der Zuwendung Gottes zum Menschen, dem der Weg des Lebens aufgezeigt wird. „Du sollst nicht töten“ ist der Ausdruck der Liebe Gottes zu den Menschen.
Das fünfte Gebot ist aber mehr: es unterstreicht die Unantastbarkeit und Heiligkeit des menschlichen Lebens und ist ein universaler Bund, der die ganze Menschheit umfasst.
Das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten“ gehört zu den von der Vernunft erkennbaren Wahrheiten. Das Wissen um die Heiligkeit des menschlichen Lebens gehört zum moralischen Erbe der Menschheit; dieses Wissen wurde von Gott in jedes menschliche Herz hineingeschrieben. Glaubensethik und Vernunftethik decken sich daher in diesem Punkt. Es ist der Glaube, der die schlafende Vernunft weckt und dieses Wissen zum Durchbruch verhilft.

Das fünfte Gebot und seine Folgen für das menschliche Handeln
Das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten“ gilt absolut. Es duldet keine Ausnahmen. Denn das menschliche Leben ist heilig und unantastbar. Dieses sittliche Verbot des fünften Gebotes hat einen absoluten Wert für die menschliche Freiheit, es gilt ausnahmslos und überall und weist daraufhin, dass due Wahl bestimmter Verhaltensweisen – sowohl das Verbrechen als auch die Todesstrafe – nicht nur mit der Liebe Gottes, sondern auch mit der Würde des nach Gottes Bild erschaffenen Menschen absolut unvereinbar ist. Dieses sittliche Verbot kann auch durch eine gute Absicht oder durch gute Folgen nicht aufgehoben werden.

Freiheit umfasst aber auch das Freisein von Verbrechen. Es gilt daher ein Lebensumfeld zu schaffen, indem die Menschen keinen Grund haben, zur Gewalt als Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele zu greifen. Gerade die moderne Gesellschaft verfügt über eine Vielzahl von Möglichkeiten der Gewalprävention. Das Vollstrecken der Todesstrafe ist daher letztendlich nichts anderes als die Kapitulation der Vernunft und das Scheitern der Zivilgesellschaft.
Denn Leben kann nicht mit Leben bezahlt werden. Vielmehr ist die Todesstrafe nicht nur grausam und unnötig, es gibt darüber hinaus keine Beweise dafür, dass die Androhung der Todesstrafe zu einem Rückgang von Gewaltverbrechen geführt hat.

Ihr GLäubigen, nehmt diese einfache Regel an und erfüllt sie mit der Hilfe Christi. Dann werdet Ihr schließlich unter dem Schutze Gottes zu den Höhen der Tugend gelangen.

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Kardinal Bernhard Leber
Erzbischof von Sanct Luca
Metropolit der Demokratischen Union
Edit: Grammatische Korrektur.
 

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Kardinal Bernhard Leber
Erzbischof von St. Luca und
Metropolit der Demokratischen Union
Mitglied im Kollegium der Kardinäle der heiligen und apostolischen Katholischen Kirche
Haudegen
Beiträge: 587
Registriert: Sa 29. Sep 2007, 11:11
Eine interessante und lebensnahe Erörterung unserer Heiligen Katholischen Kirche.
 

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Victoria Virginia Sewell
Gründungsmitglied der ehrenwerten KDU
Foren Gott
Beiträge: 3559
Registriert: Do 27. Nov 2008, 01:44
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Foren Gott

Beitrag von pjotr »

:klatsch:
 

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RA Prof. Prof. Pjotr Jerkov
Fachanwalt für Strafrecht
Erleuchteter
Beiträge: 5996
Registriert: Mi 14. Mär 2007, 16:23
Päpstliche Lehrmeinung und Kardinal Lebers Hirtenbrief widersprechen sich. Interessant.
 

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Palin Waylan-Majere OEL
Altkanzler
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