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Was soll der Hype um den G8-Gipfel eigentlich?

Da wird weder ein großartiger weltpolitischer Umschwung kommen, noch ist der Gipfel ein Symbol der Unterdrückung. Gleichzeitig werden viele der Demonstranten gar nicht genau wissen, worum es da geht - ausgenommen natürlich, "Kapitalismus ist scheiße" und "Amerika" sowieso.
 

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Maximilian von Rohan-Mason
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Beitrag von Fiete Schulze »

Original von Oliver von Palm
Soll ich dir was sagen, Fiete? Ich war sogar schon mal auf Sylt. Solltest du auch mal. Es ist wirklich sehr schön dort.

Die G 8 entscheidet eben nicht so maßgeblich über mein Leben.
Mach doch mal Urlaub in Heiligendamm, soll ja bekanntlich auch nicht verkehrt sein. :-P
Ich kenne dein Leben nicht, deswegen weiß ich nicht ob die G8 in dein Leben eingreift. Ich weiß aber das die G8 in das Leben vieler Millionen Menschen eingreift, über Afrika nach Südamerika bis Europa. Auch die Agenda 2010 hatte ihre Ursprünge bei den G8 und min. ab diesen Zeitpunkt greift die G8 auch in den Leben vieler Deutscher ein.
 

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Beitrag von Fiete Schulze »

Original von Maximilian von Rohan-Mason
Was soll der Hype um den G8-Gipfel eigentlich?

Da wird weder ein großartiger weltpolitischer Umschwung kommen, noch ist der Gipfel ein Symbol der Unterdrückung..
Bin ich anderer Meinung:

Mal ne kurze Einführung zur G8:

G8, was ist das eigentlich?

Der Begriff G8 steht für „Gruppe der Acht“ und beschreibt den Arbeitszusammenhang der führenden 7 Industriestaaten (USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Vereinigtes Königreich, Japan) und Russlands.

Die Regierungschefs der G8-Staaten treffen sich einmal im Jahr zum G8-Gipfel. Dort werden zu den jeweiligen offiziellen Themen Strategiepapiere verabschiedet. Der G8-Gipfel heißt auch Weltwirtschafsgipfel, was den Anspruch dieser Treffen verdeutlicht - 8 Staaten halten den Weltwirtschaftsgipfel ab.

Der G8-Gipfel ist das Hauptevent und zugleich die PR-Show der G8. Daneben finden das ganze Jahr über zahlreiche Treffen auf Ministerebene und weitere Arbeitstreffen statt. An den G8-Treffen und dem G8-Gipfel nehmen nicht nur Vertreter der Regierungen, sondern auch der Wirtschaft (vor allem der multinationalen Konzerne), sowie Wissenschaftler teil. Stichwort: Global Governance

Die G8-Treffen werden als ein „informeller Gedankenaustausch“ ausgegeben. Dies führt dazu, dass es keine Transparenz und keine demokratische Kontrolle der Treffen gibt.

Die Bedeutung der G8 liegt in Ihrer wirtschaftlichen, politischen und militärischen Macht, sowie dem kulturellen Einfluss der Mitgliedsstaaten.

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Die gemeinsame Ideologie der G8 ist der Neoliberalismus. Die Politik der G8 steht für Kriege, Umweltzerstörung und die Vergrößerung der sozialen Unterschiede, sowohl innerhalb der Staaten, als auch zwischen Nord und Süd.


Die G8 stehen für:





den Ausbau der Atomenergie
die Förderung der Gentechnik
das Patentrecht auf Saatgut, Aidsmedikamente, Lebewesen etc…
Kriege und Waffenhandel (90% am Weltmarkt)
Hedgefonds und Währungsspekulationen
die Politik von IWF, Weltbank und WTO
die Schuldenfalle der Entwicklungsländer
Privatisierung und Sozialabbau


In klaren Worten, treffen sich hier weltfremde und elitäre Leute die, oftmals gegen jede Sachkenntnis, sich anmaßen Entscheidungen zu treffen, die einen großen Teil der Welt beeinflussen. Die Entscheidungen, die sie treffen sind ausschließlich auf den persönlichen Machterhalt und die Bereicherung der Wirtschafts- und Finanzeliten ausgerichtet. Weswegen verständlich ist, dass sie den Großteil Ihrer Entscheidungen lieber für sich behalten.

Es ist eine Politik die am: „Wir wollen immer mehr Geld und Macht“, anstatt: „Wir wollen eine schöne Welt“ ausgerichtet ist…
 

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Beitrag von kapuczynski »

Original von Maximilian von Rohan-Mason
Was soll der Hype um den G8-Gipfel eigentlich?

Da wird weder ein großartiger weltpolitischer Umschwung kommen, noch ist der Gipfel ein Symbol der Unterdrückung. Gleichzeitig werden viele der Demonstranten gar nicht genau wissen, worum es da geht - ausgenommen natürlich, "Kapitalismus ist scheiße" und "Amerika" sowieso.
Also die Leute die "Deutschland verrecke, damit wir Leben können" schreien
und die Krawallturis werden nicht viele sein. Da werden wohl schon Leute sein die ein wenig Ahnung haben, denke ich.
 

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@Fiete

Es ist auch gut, dass es keine "demokratische Kontrolle" über einen einfachen Gedanken und Ideenaustausch gibt. Erst die Umsetzung dieser Ideen unterliegt der demokratischer Kontrolle.

Außerdem: Wir alle profitieren ja auch von dieser "neoliberalen" Politik. Oder was meinst du, woraus z. B. die Riesterrente finanziert wird?
 

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Original von Fiete Schulze
...
Die gemeinsame Ideologie der G8 ist der Neoliberalismus. Die Politik der G8 steht für Kriege, Umweltzerstörung und die Vergrößerung der sozialen Unterschiede, sowohl innerhalb der Staaten, als auch zwischen Nord und Süd.
Kriege werden vor allem außerhalb der G8 geführt, mit Ausnahme von Afghanistan und Irak.

Umweltverschmutzung ist das Schicksal der Industriegesellschaften. Diese haben das Problem erkannt; und wollen zumindest gegensteuern. Ansonsten sind die zukünftigen Umweltsünder Nummero Unos nicht am Tisch, nämlich China und Indien.

Den Neoliberalismus würde ich mir (gerade in Bezug auf Entwicklungshilfe und Wohlstandsmehrung aller Staaten, auch außerhalb der ersten Welt) hingegen verstärkt wünschen. Der fällt also irgendwo weg.
Die G8 stehen für:

den Ausbau der Atomenergie
Eigentlich gut. Wie soll man sonst den steigenden Energiebedarf der Welt decken?
die Förderung der Gentechnik
Darüber lässt sich streiten; im Zweifelsfall lassen sich da sicher viele Argumente zum Befürworten und zum Ablehnen finden.
Kriege und Waffenhandel (90% am Weltmarkt)
Wie gesagt, die G8 ist nicht unbeding Kriegstreiber. Waffenexporte finde ich auch nicht gut - allerdings muss man auch berücksichtigen, dass offenbar Bedarf herrscht.
Hedgefonds und Währungsspekulationen
Inwiefern Hedgefonds weltwirtschaftlich Schaden verursachen, ist höchst umstritten.
die Politik von IWF, Weltbank und WTO
Ist nicht per se als falsch beschreibbar.
die Schuldenfalle der Entwicklungsländer
Privatisierung und Sozialabbau
bedingt durch falsche Entwicklungspolitik, die gerade nicht liberal, sondern interventionistisch, protektionistisch und gutmenschelnd ist. Dazu kommt eine gewisse Eigenverantwortung der afrikanischen Politiker, die Entwicklungshilfe des Öfteren zweckentfremden.

Nicht zuletzt stehen sieben der G8 Staaten für Wohlstand, Demokratie und Freiheit. Auch das sollte man nicht vergessen.
 

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Beitrag von vSzP »

Unabhängig vom Ereignis fällt auch jetzt wieder auf, dass der Respekt vor dem Rechtstaat zurückgeht. Hunderte Beamte sind ihrer Arbeit nachgegangen und haben auf begründeten Verdacht hin Räume linksextremer Organisationen durchsucht und Sachen beschlagnahmt.

Und was ist? Ein Tag später gehen Demonstrationen los und wehren sich dagegen. Hat denn niemand mehr Vertrauen in den Rechtstaat? Wenn es solchen richterlichen Anordnungen gibt, dann hat man diese bitte bitte auch zu respektieren. In Deutschland aber sind noch soviele Menschen so verblendet, dass sie gegen alles, was nicht links steht, auf die Straße gehen (und das ist noch das harmloseste).
 

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Warum gibts die Mauer von Heiligendamm? Weil es trotz gegenteiliger Versicherungen friedlicher Globalisierungsgegner IMMER zu Krawallen kommt. Dabei gibt es inzwischen schon den Krawalltourismus. Ich kann nicht mal "linke" zu denen sagen oder Autonome. Denen gehen politische Ausrichtung am Arsch vorbei. Die könnten genausogut Neonazis sein, wenn der Zufall es nicht anders gewollt hätte. Udn dann würden sie nicht gegen die Globalisierung, Amerika und die G8 als solche, sondern gegen das "kapitalistische Weltjudentum" demonstrieren, wobei demonstrieren wie gesagt kaum zutrifft.

Mir tut es um die wenigen ernsthaften und vernünftigen personen leid, die tatsächlich so treudoof sind und glauben die Mehrheit der Mitstreiter wäre rein politisch ideologisch an der Sache interessiert. Die Polizisten würden nämlich auch gerne lieber zu Hause bleiben. Dabei kenne ich beide Seiten, von Polizei und Demonstrierenden aus nächster Nähe. Auf die Idee, dass der Polizist vielleicht auch die G8 nicht mag kommt kaum einer. Der "Bulle" ist der Feind. Auch wenn er nur seinen Dienst zum Schutz des Rechtsstaats tut.

Zum Thema G8 als solches: die Demonstranten überschätzten vollkommen die Einflussmöglichkeit dieser Institution und der Teilnehmer an der tatsächlichen Weltwirtschaft. Die machen da wirklich nur Theoriesymposien, als wirklich irgendwas anzutreiben, und schon gar keine Verschwörung der reichen Industrienationen.

Wenn jemand wirklich demonstrieren will soll er nach China gehen. Oder Indien. Und all die anderen Länder, die ihre Arbeiter zu Hungerlöhnen arbeiten lassen. Es ist nämlich ein irrtum zu glauben, dass man als Nation einen Einfluss hat, was gesellschaftlich in einem anderen Land passiert. Da helfen weder Schuldenerlasse noch Finanzspritzen, Entwicklungshilfe oder sonst was. Es muss mehr Umdenken und Wille in den Nicht-G8-Ländern zu Tage treten. Ich will nicht, dass mein Land zugrunde geht, damit es anderen besser geht.
 

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Beitrag von Fiete Schulze »

Original von vSzP
Unabhängig vom Ereignis fällt auch jetzt wieder auf, dass der Respekt vor dem Rechtstaat zurückgeht. Hunderte Beamte sind ihrer Arbeit nachgegangen und haben auf begründeten Verdacht hin Räume linksextremer Organisationen durchsucht und Sachen beschlagnahmt.

Und was ist? Ein Tag später gehen Demonstrationen los und wehren sich dagegen. Hat denn niemand mehr Vertrauen in den Rechtstaat? Wenn es solchen richterlichen Anordnungen gibt, dann hat man diese bitte bitte auch zu respektieren. In Deutschland aber sind noch soviele Menschen so verblendet, dass sie gegen alles, was nicht links steht, auf die Straße gehen (und das ist noch das harmloseste).
Unabhängig vom Ereignis fällt auch jetzt wieder auf, dass der Respekt vor der DDR zurückgeht. Hunderte Beamte sind ihrer Arbeit nachgegangen und haben auf begründeten Verdacht hin Räume antisozialistischer Organisationen durchsucht und Sachen beschlagnahmt.

Und was ist? Ein Tag später gehen Demonstrationen los und wehren sich dagegen. Hat denn niemand mehr Vertrauen in die DDR? Wenn es solchen richterlichen Anordnungen gibt, dann hat man diese bitte bitte auch zu respektieren. In der DDR aber sind noch soviele Menschen so verblendet, dass sie gegen alles, was nicht antisozialistisch steht, auf die Straße gehen (und das ist noch das harmloseste).
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Hübsch: Der SPIEGEL, der Sympatie mit Merkel, Bush und Co durchaus unverdächtig, übergießt die Anti-G8-Demonstranten mit beißendem Spott:

"Aber das ist vermutlich alles viel zu kompliziert für die weltweite Gemeinde der Michael-Moore-Linken, die sich nur zu gerne Lügenmärchen auftischen lässt, wenn dadurch aus dem schlechten Gewissen im Handumdrehen eine coole und unterhaltsame Performance wird, der gefühlte Protest der Popkultur."

Interessant: Der Autor ist Ex-Sponti und Ex-taz-Redakteur.
 

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