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Die Bildungsstreik-Woche ist ja gerade um. Welchen Eindruck habt Ihr an Eurer Uni gewonnen? Wie gut hat es funktioniert? Hat die Initative alle Schichten der Studierenden erreicht? Wie standen die Dozenten dazu?
 

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Beitrag von Marenus Luther »

Bei mir (in Bayreuth) war es für die Organisatioren eine große Enttäuschung. Mit etwa 150 Demonstranten - davon falt keine Studenten - mussten sie sich begnügen. Kein einziger Prof. war meines wissens nach dabei. Hinzu kommt, dass der Konvent die Studenten nach ihrer Meinung zu studiengebühren befragt hat. das Ergebnis war sehr überraschend. Etwa 60% der Studenten waren für Studiengebühren, allerdings waren die meisten für eine Absenkung auf 300 €.

Fazit: die meisten haben vom Bildungsstreik gar nichts gemerkt.

Aber wir haben hier auch den ruf besonders konservativ zu sein. ;)
 

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Beitrag von joukersendler »

Nürnberg
war mittelmäßig bis schlecht m.M. nach
angeblich 3000 Leute da laut Veranstalter (laut medien 1000 oder auch 2000 genannt)
ich sage eher sowas 500-800 maximal!

davon maximal 50 Studenten
sonst nur Schüler eher 11-9 Klasse

ganz abgesehen davon das ich auch nicht völlig gegen Studiengebühren bin, und mir manche Gruppen die mitgestreikt haben nicht wirklich sympathisch waren, naja

aber die Polizei war da, gefühlt ungefähr soviele das man eine Demo von 100 000 unter Kontrolle halten könnte
 

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Original von Marenus Luther
Hinzu kommt, dass der Konvent die Studenten nach ihrer Meinung zu studiengebühren befragt hat. das Ergebnis war sehr überraschend. Etwa 60% der Studenten waren für Studiengebühren, allerdings waren die meisten für eine Absenkung auf 300 €.
Dass in Bayern die meisten Studenten Studiengebühren gleichgültig bis befürwortend gegenüberstehen, ist nichts Neues, und auch nicht überraschend. Es dürfte mit der sozialen Selektion im bayerischen Schulsystem zusammenhängen...

In Bochum haben sich die Initiatoren wirklich große Mühe gegeben. So gab es in Koordination mit den Nachbaruniversitäten an verschiedenen Tagen eine Schwerpunktaktion jeweils an einem anderen Ort im Ruhrgebiet, auch in Zusammenarbeit mit Protestkommittees an den Schulen. Am Mittwoch war das zum Beispiel eine Demonstration am Bochumer Hauptbahnhof. Dazu war auch täglich auf dem Campus etwas los, etwa Infostände, Flugblattverteilungen, kleinere Demonstrationszüge, Blockade der Brücke von der Stadtbahn- und Bushaltestelle zum Campus, zum Nachdenken anregende Beschriftungen des Bodens auf den meistbevölkerten Wegen zum und auf dem Campus.

Die Universitätsverwaltung und die Dozenten standen der ganzen Aktion durchaus wohlwollend gegenüber, für die Mittwochsdemonstration etwa hob das Rektorat sämtliche Anwesenheitspflichten in Veranstaltungen zentral auf (während in jedem Radio- und Zeitungsbeitrag auf Warnungen der Regierungspräsidien gegenüber Schülern hingewiesen wurde, sie besäßen kein "politisches Streikrecht"). Inwiefern das evtl. gegen den Willen einzelner Veranstaltungsleiter geschah, weiß ich nicht, diejenigen meiner Profs, die sich geäußert haben, haben Sympathie bis Unterstützung bekundet, und/oder Anekdoten von 1968 ff. zum Besten gegeben. ;)

Die Resonanz in der Studierendenschaft insgesamt war leider dennoch eher gering, die völlige Durchökonomisierung des Universitätslebens seit Bologna, die hohe Prüfungsdichte sowie der vor allem auch der finanzielle Druck haben doch einen spürbaren Mentalitätswechsel bewirkt, für die übergroße Mehrheit ist das Studium nur noch eine Angelegenheit von "Augen zu, und durch!".
 

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Beitrag von Marenus Luther »

Original von Vanessa Garland
Es dürfte mit der sozialen Selektion im bayerischen Schulsystem zusammenhängen...
Das wird schon dadruch entkräftet, dass die Mehrzahl der Studenten an meiner Universität ihr Abitur nicht in Bayern gemacht haben. Bayreuth ist da kein Einzelfall. Ich würde eher lokale Ursachend dafür ausmachen. Die Studenten werden in die Entscheidung der Mittelverwendung mit einbezogen und die Professoren weisen explizit darauf hin, wenn Tutorien, Übungen, Bücher etc. aus Studiengebühren finanziert werden.
 

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Beitrag von Sven Wenzel »

In Hamburg war der Bildungsstreik wohl ganz erfolgreich. Ich habe das nicht so genau verfolgt und habe auch nicht daran teilgenommen, da ich diesen aufgrund des Wust an Themen, wo meiner Meinung nach vor allem hier das Thema Bildung an den Rand gedrängt wurde und es auf eine ganz schnöde , tumbe und populistische Kapitalismuskritik hinauslief, ablehne.

Einer Freundin wurde am Dienstag der Zugang zu Bereichen der Uni verwehrt und ich konnte heute wegen des Bildungsstreik eine Klausur nicht schreiben. Danke.
 

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Original von Sven Wenzel
Einer Freundin wurde am Dienstag der Zugang zu Bereichen der Uni verwehrt und ich konnte heute wegen des Bildungsstreik eine Klausur nicht schreiben. Danke.
Vielen Leuten ist wegen Studiengebühren und/oder fehlender Finanzierung ihres Lebensunterhaltes während des Studiums am Einschreibungstag der Zugang zum Studierendensekretariat verwehrt, und sie können deshalb auch nie Klausuren schreiben. Bitte.
 

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Vanessa H. Garland
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Beitrag von Sven Wenzel »

Achso, das rechtfertigt natürlich, dass man aktuell Studierenden in ihrem Uni-Leben behindert.
 

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Wie ich schon sagte:
  • "Die völlige Durchökonomisierung des Universitätslebens seit Bologna, die hohe Prüfungsdichte sowie der vor allem auch der finanzielle Druck haben doch einen spürbaren Mentalitätswechsel bewirkt, für die übergroße Mehrheit ist das Studium nur noch eine Angelegenheit von "Augen zu, und durch!".
Solidarität? Gesellschaftliches Engagement? Ach, pah, was ist das schon??
 

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Vanessa H. Garland
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Naja, dann will ich selbst auch mal berichten:

Hier in Frankfurt gab es viele Aktionen und einige Veranstaltungen waren auch recht gut besucht. Ich war aber enttäuscht (wenn auch nicht wirklich überrascht) von der dilettantischen Umsetzung: Da hat man den Anspruch, Positionen zu vertreten, die für alle Studenten relevant und vertretbar sind. Solche Positionen gibt es zweifellos. Flexibilität im Studium, demokratische Mitbestimmung, ausreichende gesellschaftliche Finanzierung der Hochschulen, das sind Forderungen, die im Groben sicher für 90% der Studenten vertretbar sind. Bei uns hat man sich aber nicht darauf konzentriert, sie wirklich so rüberzubringen. Stattdessen wurden die Inhalte und die Präsentation von Anfang an so aufgezogen, dass sich nur eine kleine links-alternative Minderheit mit dem Streik identifiziert hat. Außerdem wurde nicht deutlich zwischen Einzelbeiträgen und kollektiven Stellungnahmen getrennt, sodass permanent die allgemeinen Forderungen des Streiks mit zum Teil parteipolitisch oder weltanschaulich aufgeladenen Äußerungen vermischt wurden.
 

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