Naja, wir wollen es mal nicht übertreiben.Original von Lady Enigma
Ich stell mal folgendes in den Raum. Das Verbot von Killerspielen führt zu mehr Amokläufen.
Millionen spielen sie. Die meisten aus Spaß. Aber einige auch zum Frustabbau und um Selbstwertgefühl zu bekommen.
In ihrer virtuellen Welt sind sie stark, mächtig und sonstwas. In ihrer Gilde eventuell große Führer, während sie in der Realität ausgelacht und in den Dreck getreten werden. Ein Ventil. Manchen reicht dieses Ventil eben nicht, aber ohne das wäre es wesentlich schlimmer, weil vielen der letzte Rest an Bestätigung wegbrechen würde, könnten sie sich nicht in diesen virtuellen Welten beweisen.
Die meisten sog. "Killer-Spieler" sind entgegen den abwegigen Fantasien von Politikern v. a. aus den Reihen der Unionsparteien, mitunter aber auch der SPD, ganz normale und friedliche Menschen ohne jede Gewaltbereitschaft. Für sind "Killer-Spiele" eben Spiele, und sonst gar nichts.
Es mag sein, dass ein kleiner Teil der Spielergemeinde an diesen Spielen tatsächliche Aggressionen abreagiert, die anderenfalls vielleicht in reale Gewalttaten umschlagen würden. Aber auch da glaube ich nicht in erster Linie an Amokläufe, sondern eher Handgreiflichkeiten und dergleichen.
Endlich hielte es aber ohnehin für kontraproduktiv, dieses Argument gegen Verbotsforerungen ins Feld zu führen. Denn es stellt immerhin überhaupt einen Zusammenhang zwischen "Killer-Spielen" und realer Gewalt her, und das allein ist schon fatal. Populistische Donnerbalken machen sich nicht Mühe, feinsinnig über die Wirkrichtung von Ursachen und Folgen nachzudenken. Sie hören nur irgendwas von gewaltbereiten Leuten, die "Killer-Spiele" spielen - und peng! Alle Sicherungen knallen ihnen durch...

