Original von Lady Enigma
Anstatt, daß sich mal ein Mensch Gedanken um die wirklichen Ursachen dieser Amokläufe macht....
Das ist gesellschaftlich unmöglich, denn es würde zu Erkenntnissen führen, die unsere herrschende Politik vernichten, und ihr die für diese Verantwortlichen - im Endeffekt sind wir das alle, denn wer rebelliert schon ernsthaft? - in den Abgrund hinterherstürzen würde. Nur drei brisante Beispiele:
Bildung
Mit den noblen Bildungsidealen jener Zeiten, in denen die Leute lebten nach denen heute Schule benannt werden, hat deren Betrieb nichts mehr zu tun. Bildung ist nicht mehr Persönlichkeitsbildung, sondern Konditionierung für den Arbeitsmarkt. Dazu gehört unweigerlich die frühestmögliche Selektion, eine einzig auf materielle Produktivität als Maßstab für menschliche Wertigkeit ausgerichtete Gesellschaft muss "Schwächlinge" ebenso frühzeitig ausmachen und rigoros aussortieren wie einst die Spartaner.
Bildung ist keine Investition der Gesellschaft in ihre Zukunft mehr, sondern eine Investition des Individuums in seine künftige Daseinsberechtigung. Der Einzelne hat keinen Anspruch auf Förderung mehr, er trägt vielmehr die Bringschuld für den Beweis, dass er überhaupt einen Anspruch auf Teilhabe an Bildungsangeboten hat. Und diese Entwicklung, weg von den in den 1970-er Jahren entwickelten liberalen Erziehungskonzepten, steht erst noch am Anfang. NRW-Minister Pinkwart (FDP) spricht vom "Einstieg in einen Mentalitätswechsel".
Konsum
Die Neuausrichtung des Bildungswesens ist dabei nur ein Baustein in der Schaffung einer neuen Gesellschaftsordnung, die in nie gekanntem Ausmaß auf den Konsum materieller Güter als Gradmesser für Erfolg und Zufriedenheit fixiert ist. Von kleinauf lernen Kinder, dass Besitz und Konsum zumindest der Schlüssel zu allem sind, was man sich wünschen kann, was das Leben trägt. Der materielle Wohlstand entscheidet über den Zugang zu Genüssen genauso wie zu Bildung, über die Chancen, Anerkennung, Freunde und die Liebe zu finden.
Der Backlink führt dabei zum selektiven Bildungssystem: wer nicht die charakterlichen Anlagen hat, sich aus eigener Kraft irgendwie durch dieses durchzubeißen und seine sinnentleerten, aber brutalen formalen Qualifikationen zu erlangen, der ist lebenslang vom Wohlstand ausgeschlossen, und damit auch vom Glück.
Fortpflanzung
Von Journalisten rührselig kommentierte Umfrageergebnisse, die ungebrochene Sehnsüchte der Deutschen nach kernfamiliärer Harmonie zu Tage fördern, hatten schon alle Familienminister vor ihr. Zensursula von der Leyen aber hat es sich in den Kopf gesetzt, als die Amtsinhaberin in die Geschichte einzugehen, in deren Ägide die Geburtenzahlen tatsächlich wieder steigen (und um dieses Ziel zu erreichen verrechnet sie sich ja auch gerne mal).
Nichts wäre verheerender als die Frage, ob wirklich alle biologisch fortpflanzungsfähigen und nicht ausschließlich homosexuell orientierten Erwachsenen Kinder haben müssen bzw. sollten. Ist wirklich jedes Wesen, dass sich reproduzieren kann, auch tatsächlich charakterlich und seelisch dazu geeignet, Nachwuchs aufzuziehen? Oder ist die "Gebärverweigerung" mancher Erwachsener in Wahrheit ein weiser Schutzmechanismus der Natur, um sie und ihre potenziellen Kinder vor wahrscheinlichem Versagen als Eltern zu bewahren?