Herr Unionskanzler, das einzig erschreckende ist Ihre abstruse Argumentation. Ich habe ja Verständnis dafür, wenn Sie so langsam nervös werden, weil Sie anscheinend selber merken, wie unglaubwürdig Sie sind. Dass Sie aber eine Einschätzung der Lage in der Antarktis, die auf Ihre eigene Einschätzung fußt, als unfundiert bezeichnen, macht Ihre Argumenation einfach nur noch lächerlich. Jeder hat Ihre Worte in Ihrer Fernsehansprache von den Spannungen in der Antarktis gehört und jeder von uns hat die Nachricht von dem Seegefecht dort noch im Ohr.Original Jonathan von Metternich
Herr Hennrich, Ihr Urteil über die Regierungspolitik ist nicht nur unfundiert, es erscheint zugleich erstaunlich realitätsfremd. Das ist das, was mich eigentlich erschreckt, aber inzwischen kaum noch verwundert. Sie haben sich in diesem Wahlkampf nicht nur als frei von Ihrer sonstigen Sachlichkeit, sondern als frei von jeder außenpolitische Strategie dargestellt, das Bekenntnis zum Dialog mit Kommunisten (Angleichung durch Annäherung...) ebenso wie das Bekenntnis zur Unterstützung der Demokratie zeugen erneut davon.
Die Demokratische Union hat zu keiner Zeit das Leben ihrer Soldaten in Gefahr gebracht, die Unionsregierung weiß sehr genau, wann sie diese Linie überschritten hätte. Es ist ja nicht so, dass wir diesen Schritt nicht sondiert hätten...
Doch statt den Orgisatoren der Expedition zu raten abzuwarten, bis sich die Spannungen gelegt haben, lassen Sie die Expedition durch zwei bewaffnete Kriegsschiffe der Unionsmarine eskortieren. Das Motiv liegt doch auf der Hand: die Unionsregierung war sich im Klaren, dass mit bewaffneten Übergriffen auf die Antarktis-Expedition zu rechnen ist, nd genau aus diesem Grund ordneten Sie den bewaffneten Einsatz der Unionsmarine an. Wer, Herr Unionskanzler, soll Ihnen den Ihre Dreistigkeit, es handele sich in Wirklichkeit um ein Übungsmanöver, abnehmen? Dieses Argument haben Sie doch nachgeschoben, als auch Ihnen gedämmert ist, dass dieser bewaffnete Einsatz der Unionsmarine einen Verstoß gegen die Unionsverfassung darstellt. Für wie dumm halten Sie die Öffentlichkeit eigentlich?
Natürlich haben Sie - nicht die Demokratische Union - unsere Soldaten in unverantwortlicher Art und Weise in Gefahr für Leib und Leben gebracht. Doch statt zu ihren Verfehlungen zu stehen, flüchtet sich die Unionsregierung in Ausflüchte.
Wissen Sie, Herr Unionkanzler, und dazu passt auch Ihr kläglicher Versuch, die außen- und sicherheitspolitische Strategie der SPDU zu diskreditieren, nachdem Sie selber vor dem Scherbenhaufen Ihrer eigenen Außen- und Sicherheitspolitik stehen. Warum sagen Sie den Wählerinnen und Wählern nicht einfach im Klartext, was Sie vorhaben, nämlich die Demokratische Union in eine militärische Blockkonfrontation zu treiben oder die Stellung des RdN auszuhölen, indem wichtige Fragen nicht mehr dort, sondern abseits in kleinen Zirkeln ausgewählter Staaten besprochen werden.
Gegen Ihre Schmalspurstrategie setzen wir Sozialdemokraten unsere Strategie des Wettbewerbs der Systeme und der Koexistenz. Wir sind überzeugt, dass der RdN die Plattform ist, auf der internationale Konflikte gelöst und Probleme geregelt werden, und wir sind überzeugt, dass die demokratisch-verfassten Staaten und Gesellschaften innerlich gefestigt genug sind, einen Dialog mit den kommunistischen Staaten auszuhalten.
