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Beitrag von Konrad Grimm »

Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hat die Politik von Bundesfinanzminister Steinbrück mit der der US-Republikaner verglichen. Zudem bleibt er bei seinem Mantra, die Konjunkturprogramme der USA, vor allem aber Europas "zu spät, zu klein" und sieht die EU vor einem möglichen Aus.

Ein Kommentar dazu von Thomas Strobl, dessen Blog "weissgarnix.de" - hier ja schon x-fach zitiert - inzwischen als so hochqualitativ entdeckt worden ist, dass die FAZ ihn angeworben hat.

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF41441 ... ntent.html
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Nun ist es amtlich, die Amis haben heute den Hebel auf "Hyperinflation" gestellt - sie brechen das große Tabu und monetisieren die eigenen Staatsanleihen, d.h. der Staat druckt tatsächlich nicht gedecktes Geld.

http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B1495 ... ntent.html

Das ist ein ultimativer Verstoß gegen das absolute No-no einer Notenbank. Man darf niemals und auf gar keinen Fall die EIGENEN Staatsanleihen monetisieren. Alles, aber nicht das, denn das ist faktisch simples Drucken von Geld ohne jeden Gegenwert.

Damit kann man nunmehr den Threadtitel beantworten - die Reise geht nach Entenhausen: http://www.youtube.com/watch?v=t_LWQQrpSc4
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Die nicht für ihren Katastrophismus bekannte OECD prognostiziert Deutschland für 2010 einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf deutlich über 5 Millionen und damit weit über dem Allzeithoch von bisher 4,8 Millionen.

Das ist die Bankrotterklärung für drei Jahrzehnte angebotsorientierte Wirtschaftspolitik. Gelernt hat unsere Führung allerdings nichts, das weiss ich sicher, nachdem ich gestern mal wieder das zweifelhafte Vergnügen eines Vortrags der geehrten Frau Wirtschaftsstaatssekretärin Wöhrl hatte, deren Hauptsorge es derzeit ist, dass die FDP der Union Stimmen wegnehmen könnte.
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Ich darf an meine Prognose erinnern, dass der große Verlierer dieser Krise am Ende der deutsche Mittelstand sein wird?

Die FAZ sieht das nunmehr genauso:

http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B1495 ... ntent.html
 

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Die Frage ist eigentlich, wer das nicht so sieht.
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Falls das hier überhaupt noch jemand liest, ich möchte mal wieder eine Prognose wagen, wie es weiter gehen wird:

Entgegen verbreiteter Annahmen werden wir nicht in ein inflationäres Szenario steuern. Wir leben nicht mehr in den Zwanziger Jahren, wo die Menschen uninformiert die ständige "Teuerung" einfach hingenommen und nicht wirklich verstanden haben. Würde die Inflation tatsächlich einsetzen, käme es unheimlich schnell zu einer Flucht in die Sachwerte, der Handel käme innerhalb kürzester Zeit zum Erliegen. Das klappt so alles nicht, vor allem auch deswegen, weil schon viel zu viele mit einem inflationären Szenario rechnen. Sogar die Oberpfeife Peer Steinbrück posauniert das inzwischen lauthals herum. Eine weltweite Hyperinflation halte ich für schlichtweg unmöglich.

Was es aber auch nicht geben wird ist ein "Big Bang". Die Schuldenpyramide kollabiert zwar, aber der Staat kann noch bremsen, indem er auf den kollabierenden Turm mehr draufschippt. Noch glaubt irgendwer an die Zahlungsfähigkeit zumindest zweier Schuldner, namentlich des Departments of Treasury und der Bundesfinanzagentur. Die können inzwischen die Katastrophe nicht mehr aufhalten, davon bin ich fest überzeugt.

Denn de facto erleben wir grade immer noch nur das Prelude dieser Oper. Es ist wie eine Hungersnot, die noch keiner begriffen hat, weil bisher die Vorräte ausreichen. In Deutschland kommt der Schock am Ende der Kurzarbeit. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Bundesregierung die Kurzarbeit ausweiten wird - zumindest bis nach der Bundestagswahl. Aber dann kommt die Arbeitslosigkeit. Und mit der Arbeitslosigkeit nimmt die Konsumzurückhaltung immer mehr zu. Und die Wirtschaft schrumpft immer weiter. Und der Staat nimmt immer weniger Steuern ein, während seine Sozialausgaben explodieren. Zudem muss Deutschland dringend den anderen EU-Staaten helfen. Infolge der Abhängigkeit bestimmter Staaten von der Bank- (Irland, GB, Schweiz) bzw. Tourismusbranche (Spanien, Italien, Griechenland) brechen die entsprechenden Staaten zusammen und müssen finanziell vorrangig von Deutschland aufgefangen werden.

Derweil weiten sich die Brandherde immer weiter aus. Die Entwicklungsländer stagnieren in ihrer Entwicklung, die Schwellenländer fallen zurück. Alle Hoffnung auf Wohlstand ist Geschichte.

Die Demokratie im Westen dürfte stabil bleiben. Wer mit einem Zusammenbruch der Demokratie von innen rechnet, ist zu sehr auf die deutsche Geschichte fixiert. Alle Staaten, in denen die Demokratie Tradition hatte und gefestigt war, haben diese in der Weltwirtschaftskrise behalten (England, USA, Frankreich, Niederlande u.a.). Sicher, es wird ungemütlich werden, die Polizei wird einiges an Steinen einstecken müssen, vielleicht brennt auch mal das Parlament, haben wir ja alles schon gesehen in letzter Zeit. Aber eine Machtübernahme durch Extremisten halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Ich schätze, wir werden tatsächlich einen ähnlichen Weg gehen wie in den 30ern. Denn tatsächlich hat der New Deal und alle diese Scherze die Krise eben nicht gelöst. Die USA hingen bis 1941 in der Rezession, ohne irgendeine Aussicht auf Besserung, und mit einer damals weit besseren Lage vor allem der öffentlichen Haushalte.

Die erste Weltwirtschaftskrise ist erst durch den Zweiten Weltkrieg beendet worden. Es steht zu befürchten, dass auch diese Krise erst mit einem Weltkrieg beendet werden kann. Top-Kandidat hierfür wäre ein chinesischer Einmarsch in Russland und ein Angriff der arabischen Staaten auf Israel.
 

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Jungspund
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Beitrag von Damian Fuller »

Original von Konrad Grimm
Wir leben nicht mehr in den Zwanziger Jahren, wo die Menschen uninformiert die ständige "Teuerung" einfach hingenommen und nicht wirklich verstanden haben.
Eine mittelstarke Inflation kann jedoch (und wird ja teilweise bereits) eine gute Zeit lang kaschiert werden.
Würde die Inflation tatsächlich einsetzen, käme es unheimlich schnell zu einer Flucht in die Sachwerte, der Handel käme innerhalb kürzester Zeit zum Erliegen.
Das spricht ja noch nicht dagegen, dass es nicht so kommen kann.
Top-Kandidat hierfür wäre ein chinesischer Einmarsch in Russland und ein Angriff der arabischen Staaten auf Israel.
Warum sollten die Chinesen ein immer noch stark bewaffnetes Russland überfallen?
 

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Damian Fuller
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Warum sollten die Chinesen ein immer noch stark bewaffnetes Russland überfallen?
Würden sie nicht.

Da halte ich einen chinesischen Einmarsch in Taiwan für wahrscheinlicher.
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Damian Fuller
Warum sollten die Chinesen ein immer noch stark bewaffnetes Russland überfallen?
Wegen der Rohstoffe. Aber stimmt, das muss nicht sein.

Möglicherweise wiederholt sich Geschichte schlicht und ergreifend tatsächlich nicht und die Geschichte verläuft ganz anders als in den 30ern. Tatsächlich braucht man für politische Veränderungen und Kriege ja eine Ideologie. Das macht prinzipiell die islamischen Staaten als Ausgangspunkt interessant. Nur, der Islam taugt deswegen nicht so recht, weil er in sich zerstritten ist.
Denkbar wäre auch der Panarabismus, aber der hat jedenfalls ohne Saddam Hussein keinen Führer mehr.
Bliebe noch eine Rückbesinnung Chinas auf den Kommunismus - ziemlich fraglich, ob das klappen würde -, oder vielleicht noch ein Krieg zwischen den USA und Chavez' Neosozialisten in Südamerika.

Als Alternative zum Krieg sehe ich weiter das langsame Abgleiten in einen planwirtschaftlichen Polizeistaat.
 

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Vielleicht entdecken wir Aliens und dann gibt es den Feind ausserhalb des Planeten. Auf jeden fall hoffe ich, dass wir die Aliens finden und nicht sie uns. Zumindest, wenn man in die Geschichte blickt, scheint immer der zu ueberleben, der entdeckt hat und nicht der, der entdeckt wurde. ;)
 

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Jan-Claudius von Blomkohl Cullen
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