Ach... Prädikatsexamen sind immer noch eine Lizenz zum Gelddrucken, ein "Befriedigend" oder ein "Ausreichend" plus Vitamin B sichern ein erträgliches Auskommen. Der Rest hält sich über Wasser bzw. stürzt sehr tief - besonders die, die im Staatsexamen aussortiert werden.Original von Kauli
Für unsere Jurastudenten
Richtig heftig wird es allerdings, falls das Anwaltsmonopol fällt. Derzeit wehrt die Juristenlobby im Bundestag sich mit Händen und Füßen gegen die von EU und Monopolkommission nahegelegte Marktöffnung. Ob das neue Rechtsdienstleistungsgesetz, das die Rechtsberatung weiterhin weitgehend auf Anwälte monopolisiert, einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof standhält, ist mehr als fraglich. Die Argumentation der Lobbyisten ist auch erbärmlich: Einerseits pfeift die Anwaltschaft heutzutage darauf, "unabhängiges Organ der Rechtspflege" zu sein - längst ist das Selbstverständnis amerikanisiert, sind die Gebührenordnungen exorbitanten Honorarrechnungen gewichen, das Ziel eines Anwalts im Prozess keineswegs mehr, der Gerechtigkeit zu dienen; Anwälte sind Söldner, Interessensvertreter. Nur jetzt, wo ihr Monopol zu brechen droht, da schreien sie plötzlich nach der alten Ordnung (um es beim Namen zu nennen: Nach den von den Nazis geschaffenen Vorschriften), schwadronieren über die Notwendigkeit verlässlicher Rechtsberatung (als ob die universitäre Anwaltsausbildung irgendwas mit der Beratungsrealität zu tun hätte!) usw. - erbärmlich! Ein Affentheater sonders gleichen.
Mir persönlich ist das wurscht, ich hab meine Nische in der Bank gefunden, fühl mich darin unglaublich wohl - und würde gar nicht mehr einer dieser Prozesshanseln werden wollen.
