So sehr Sie mit Ihren Worten zum gesellschaftlichen Klima Recht haben: Die "Regime"-Bezeichnung von Frau Friedmann war im Vergleich zu dem, was andere Politiker in diesem Land bereits geäußert haben - undzwar von beiden Seiten! - eher harmlos. Mir ist nun, um diesem Vorwurf vorzubeugen, völlig bewusst, welche Bedeutung das Wort "Regime" hat, dennoch ist es kein - leider im negativen Sinne - Paradebeispiel dafür, was manch Politiker von sich gibt.Original von Isabelle Corinne de La Fayette
Es bringt nur leider in der Sache nicht weiter. Das gesellschaftliche Klima in der Demokratischen Union befindet sich in einem bedenklichen Zustand. Das Verständnis für die Demokratie als ständiges Wechselspiel divergierender Kräfte scheint bei namhaften Repräsentanten verschiedenster politischer Spektren zu fehlen. Ein friedlicher und konstruktiver Wettbewerb, der von einem gemeinsamen Bemühen um das Wohl des Landes und seiner Menschen bestimmt ist, ist einem schon fast feindseligen Hass auf Andersdenkende gewichen. Es ist das Eine, den politischen Gegner sachlich im Unrecht zu sehen. Das muss nun mal so sein. Es ist aber etwas anderes, im politischen Konkurrenten das personifizierte Verderben zu sehen.
Das Problem, unter dem die Demokratische Union leidet, ist dass der unklaren Mehrheitsverhältnisse. Wenn es mal tatsächlich eine Wechselseitigkeit gäbe, wäre das sehr schön, was wir hier jedoch haben, ist viel mehr ein Verharren und Warten auf leichte Tendenzen nach links oder rechts. Eine wirklich sichere und satte Mehrheit hatte hier schon lange kein Lager mehr. Ganz egal ob links oder rechts würde es der Demokratischen Union sehr gut tun, mal wieder unter deutlichen Mehrheitsverhältnissen zu leben.
