Original von Konrad Grimm
Nun, der offene Krieg jeder gegen jeden unterscheidet sich vom Status Quo nur dadurch, dass selbiger jetzt geleugnet wird. Wir leben in einer Welt von Heuchelei, Täuschung und Verrat. Wieviel mehr wäre da der offene Kampf auf Sieg oder Tod vorzuziehen?
So scharf ich unsere die vermeintlichen "Heilkräfte" des Kapitalismus brutal überschätzenden Gesellschaft und Politik auch kritisiere, gewisse Wahrheiten muss man den bundesrepublikanischen Lebensverhältnissen zu Gute halten.
Nie zuvor in der Geschichte hatten das Leben und die körperliche Unversehrtheit jedes einzelnen Menschen einen so hohen und so aktiv verteidigten Stellenwert wie heute.
Trotz aller bestehenden Mängel speziell auf dem Gebiet der Meinungsfreiheit haben auch die Freiheiten von Religion, Weltanschauung, Meinung, Versammlung und Vereinigung noch nie ein solches Maß erlebt wie heute.
Dass die Lebensverhältnisse in welche materiell Bedürftige gezwungen werden für ein so reiches Land wie das unsere eine Schande sind ist das eine. Auf der anderen Seite steht, dass Armut in Deutschland heute nicht mehr bedeutet verhungern, erfrieren oder ohne medizinische Versorgung ausharren zu müssen. Es bedeutet keine Verhöhung Hilfsbedürftiger hierzulande darauf zu verweisen, dass es ihnen besser geht als den sozial höher gestellten in manchen anderen Ländern.
Menschen aus Bürgerkriegsgebieten - wo gilt: "jeder gegen jeden" - fliehen jedes Jahr unter Lebensgefahr nach Deutschland. Um hier auf der untersten Stufe der Gesellschaft besser zu leben als in ihrer Heimat. Es sollte den Verächtern des deutschen Sozialstaates zu denken geben.
Niemandem würde irgendwas fehlen. Den Menschen nicht, denn die gäbe es nicht, um der Welt nicht, denn der fehlt nichts.
Das ist die atheitisch-nihilistische Sicht. Sie verdient als Ausdruck menschlicher Geistestägtigkeit Respekt und intellektuele Anerkennung.
Ich sehe es anders. Ich bekenne mich zum christlchen Glauben. Ich glaube an einen göttlichen Plan für die Welt, und ich glaube an die Chance (!) jedes Menschen, diesen Plan zu fördern.
Ich glaube an einen Gott, den die Erkenntnis seiner Geschöpfe mit Stolz und Bewunderung erfüllt. Ich glaube an einen Gott der sich freut, wie wissbegierig wir sind und wie wir anhand der Naturwissenschaft seine Schöpfung nachvollziehen. Ich glaube an einen Gott, der unsere Auseinandersetzung mit unserem Sein in Formen wie Kuntst, Musaik und Literatur bewundetr und anerkennt.
Ich glaube an einen Gott, dem etwas fehlen würde wenn es uns und unser Schaffen nicht gäbe.
Menschenwürdig? Die meisten Menschen sind weit weniger wert als die meisten anderen Tiere.
Ich liebe Tiere. Ich habe einen Hund und eine Katze. (Und dass ich Fleisch esse begründe ich gerne damit, eben in ener Raubtier-WG zu leben

)
Trotzdem differenziere ich zwischen Menschen und Tieren. Tiere sind zu sozialem und ethischem Verhalten fähig. Aber sie folgen dabei nur Instinkten. Allein der Mensch stellt sich die Frage nach dem "Warum?" und dem "Soll ich wirklich?" Weil er entgegen mancher Illusionen eben nicht nur triebgesteuert ist.