Original von Helen Bont
Herr Scott, das Unionsparlament ist, und Ihnen als Präsidenten dieses Hohen Hauses, brauche ich das nun wirklich nicht erklären müssen, eine souveränes Parlament, das seine eigenen Angelenheiten selber regeln kann. Es bedarf hierzu keinerlei Vorschriften von anderen Unions- oder Länderorganen. Die Verabschiedung des vorliegenden Gesetzentwurfs durch den Unionsrat stellt zweilsohne eine Verletzung der Souveränität des Unionsparlaments dar.
Es handelt sich dabei eben nicht nur um eine Angelegenheit des Unionsparlaments. Das wäre bei Inhalten aus der GO der Fall, die das UP ja in der Tat alleine bestimmen kann. Bei der Transparenz geht es um eine Frage der Demokratie, in der durchaus alle Institutionen der Union gefragt sind.
Herr Kollege Scott, es gibt für alle Grenzen, auch was den Transparenzbedarf der Parlamentarier angeht, und eine solche sehe ich in der Gewährleistung des Vertrauensschutzes. Es ist nicht hinnehmbar, dass renommierte Anwälte, Ärzte oder Geistliche ihre ursprüngliche Berufsausübung einschränken oder gar aufgeben müssen, weil er sonst des vertrauliche Verhältnis zwischen ihm und seinen Mandaten nicht aufrechterhalten kann. Und zwar ganz einfach aus dem Grund, weil es viel leichter ist Klienten zu verlieren, als neue zu gewinnen.
Das ist immerhin ein nachvollziehbarer Einwand, der erste, den ich hier zu hören bekomme. Aber auch hier: Bei Mandatsträgern müssen im Zweifelsfall demokratische Grundsätze den Vorzug vor privaten Fragen bekommen, da sehe ich keinen Ausweg. Es stellt ganz sicher für keinen Anwalt und keinen Arzt mit Renomee das Karriereende dar, wenn er seine Tätigkeiten für die Dauer seiner Mitgliedschaft im UP einschränkt oder ruhen lässt. Das würde ich mir in Anbetracht der Arbeitsmoral mancher Abgeordneter sowieso wünschen, da einige Mitglieder dieses Hauses anscheinend anderweitig sehr beschäftigt sind.
EDIT: Vielleicht wäre es eine Lösung, wenn Angaben über die Herkunft einzelner Gelder nur dem Parlamentspräsidium zugänglich sind und von diesem nur in besonderen Fällen weitergegeben werden.
Zuletzt geändert von Montgomery Scott am Do 20. Nov 2008, 09:30, insgesamt 1-mal geändert.