Original von David_Cameron
Was macht ihr an Tagen, an denen ihr das TV Programm zum "Kotzen" findet!?
Dienstältere Kollegen haben anhand des Grundgesetzes (Art. 97 Abs. 1) für mich erstritten, dass mein Dienstherr mir nicht vorschreiben darf, wann und wo ich meinen "Lese- und Schreibkram" erledige. Da dieser die übergroße Mehrheit meiner Arbeitszeit einnimmt, bin ich zu rund drei Vierteln Heimarbeiterin. Und ja, im Hintergrund läuft bei mir quasi immer die Flimmerkiste.
"Zum Kotzen" finde ich das Tagesprogramm dabei an ausnahmslos jedem Werktag, und im Vergleich zu früher auch an immer mehr Samstagen, Sonn- und Feiertagen.
Linderung verschafft mir, seit N24 durch Rationalisierungsmaßnahmen auch am Vormittag ungenießbar geworden ist, quasi nur noch Phoenix. Nicht so angenehm locker-luftig, unterhaltsam und doch informativ wie das frühere N24-Programm bis 13 Uhr (wann man dann auf das ARD/ZDF-Mittagsmagazin umschalten konnte und nach dessen Ende um 14 Uhr wiederum schon beinahe Springfield in Sichtweite war), aber mit seinem Mix aus Reportagen, Expertengesprächen, Talkrunden-Wiederholungen und - an den besten Tagen - Live-Übertragungen von Bundestags- und Bundesratsdebatten dennoch recht annehmbar.
Abends würde ich, gäbe es nicht das Internet, wahrscheinlich alte Puzzle wieder herausholen, mich als Enkelin meiner Großmutter erweisen und im großen Stil Kreuzworträtselhefte beackern, oder mich doch noch an Handarbeit versuchen.
DVDs kaufe ich zwar ständig und habe auch diverse Boxen von Filmreihen oder Serien (u. a. Star Wars, Indiana Jones, Exorzist, Buffy, Eli Stone, Tudors) im Regal, schaue sie aber aus irgendwelchen komischen Gründen quasi nur "marathonartig" an Feiertagen oder langen Wochenenden. Warum auch immer.
Ist die neu geregelte GEZ Gebühr gerechtfertigt!?
Prinzipiell finde ich einen aus Abgaben finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk alles andere als schlecht, schon weil mich die Werbung bei den Privatsendern vor Entnervung die Wände hochtreibt. Serien mit jeweils einstündigen Folgen gehen gerade noch, aber wenn ein Kinofilm mit netto rund 2 Stunden Laufzeit um 20:15 h beginnt und bis ca. 23 Uhr geht, werde ich wahnsinnig.
Das bisherige System des Gebühreneinzugs (juristisch gesehen waren es übrigens Beiträge, aber das nur am Rande) war schlicht kompliziert, intransparent, ungerecht und ineffizient, das neue System bedeutet schon mal eine Verbesserung.
Noch besser fände ich aber den Weg unserer niederländischen Nachbarn, die Rundfunkabgaben schlicht auf die Steuern aufzuschlagen, und sich somit ein gesondertes Inkasso zu sparen.
Besonders ärgerlich finde ich zudem die Programmplanung und -gestaltung von ARD und ZDF. Sowohl Wiederholungen populärer Kultserien als auch interessante neue Serien und Spielfilme werden im Nachtprogramm oder auf Digitalkanälen versteckt, die Hauptprogramme hingegen mit Dokusoaps, Boulevardmagazinen, (schlechten) eigenproduzierten Fernsehfilmen und Serien zugemüllt, darunter häufig Doubletten (ARD und ZDF zeigen parallel das gleiche). Etwas mehr Vielfalt und Abwechslung, und sie könnten die Privaten locker in den Boden stampfen.
Ist das TV Programm wirklich schlechter geworden oder kommt es mir nur schlechter vor als anderen?
Wenn ich so an Serien wie Xdiares, Bauer sucht Frau, DSDS, Verdachtsfälle und ähnliches denke, wird mir schlecht..
Als Hauptproblem sehe ich hier auch den schlechten "Input" aus Übersee. Deutschland war nie ein, ist kein und wird nie ein Zentrum sonderlicher Fernsehkultur. Aber aus den USA kommt ja auch nichts gescheites mehr rüber.
Einmal erfolgreiche Serien erprobter und bewährter Genres werden ausgenudelt bis zum Abkotzen, zur Not mit neuen Hauptdarstellern (Scrubs, Two and a half men), auch wenn sie über die Jahre nicht unbedingt besser werden. Läuft eine Serie gut, gibt es gleich stapelweise Spin-Offs (Grey's Anatomy -> Private Pratctice, Law & Order -> bin zu faul sie alle aufzuzählen, CSI - > dito usw.)
Interessante neue Serien verschwinden im Orkus, wenn sie nicht gleich bombig einschlagen (Eli Stone, Jericho u. a.). Erfolgsgeschichten wie z. B. Akte X, Buffy, Dawson's Creek o. a. sind nicht mehr möglich, weil man aus Angst um die Profite den Serien keine Zeit mehr gibt, sich zu entwickeln. Qualität bewährt sich nun mal durch Mundpropaganda, aber Wiederholungen kosten weniger. Das baden auch wir im Lande Teutonien aus.
Bei mir kommen DVDs zum EInsatz oder Online Streams wie JTV und ähnliche, wo es rechtlich keine Bedenken geben sollte, Hoffe ich.
Falsch gehofft, die gibt es.
Seit neuestem höre ich Hörspiele oder schau mir Kabarett an, da die meisten Talkshows mir mittlerweile übel aufstoßen. Ins Kino gehen ist auch noch eine Alternative..oder in der Schweiz gabs oft Freiluftkinos am Bodensee, die waren ganz cool.
Ja, stimmt, die Talkshows (ich meine die am Abend, nicht im Tagesprogramm) sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Es fehlen einfach die interessanten Gäste. Sic transit gloria mundi.
Kino? Da war ich zuletzt, glaube ich, vor etwa zwei Jahren. Illuminati, a. k. a. Angels and Demons. Strunzdummer Film, aber auf Riiiiiiiesenleinwand und mit Dolby Surround wenigstens irgendwie "cool". Fand selbst ich, damals knapp 31 Jahre alt.
Überhaupt, ich sollte mal meine Eltern interviewen, wo meine Drei-Fragezeichen-Kassetten geblieben sind.