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Radio Gosen: Interview mit Präsidentschaftskandidat Christopher Adomeit

Verfasst: Do 26. Mai 2011, 00:16
von Frank Kober
Die Zeit vor den Wahlen gerät in ihre spannende Phase. Die Listen zur Unionsparlamentswahl sind eingereicht und auch eine erste Kandidatur für das Präsidentschaftsamt ist öffentlich bekannt geworden. Nicht wenige überraschte die Kandidatur von Christopher Adomeit, den wir nun im Gespräch begrüßen dürfen.







Herr Adomeit, Sie haben heute mit Ihrer Kandidatur als Unionspräsident ziemlich überrascht.

Das mag sein, ja.

Wie sind Sie dazu gekommen, zu kandidieren?

Ich hatte im Vorfeld der Wahlen mit einigen Vertrauten intensive Gespräche hinsichtlich dieser Kandidatur. Ein Unionspräsident sollte eine Person sein, die sich in den politischen Mühlen des Landes zurecht finden kann und dennoch das Maß darin findet, über den Dingen zu stehen. Das spreche ich mir zu.

Andere sprechen Ihnen das allerdings nicht zu. Dass Sie als Justizminister entlassen wurden, weil Sie keine Impulse setzen konnten, ist noch nicht lange her. Passt das zusammen?

Ich habe mich nicht um dieses Ministeramt geschlagen, es dann aber angenommen. Es war mir recht, dass dann jemand das Ministerium übernimmt, der es etwas aktiver gestalten kann. Klar ist: Nicht jeder Mensch kann in jedem Bereich Fachpolitiker sein. Das hat nicht gut funktioniert, dessen bin ich mir auch bewusst. Ich würde die Beurteilung meiner Arbeit jedoch nicht auf diesen Zeitausschnitt beschränken.

In vorherigen Ämtern sind Sie allerdings auch nicht besonders aufgefallen.

In näherer Vergangenheit war ich vor allem in zwei Legislaturen Präsident des Unionsparlaments. Da schickt es sich an, nicht die lautesten Töne zu spucken, sondern für das Funktionieren des Parlaments zu sorgen. Insofern nehme ich mir die Freiheit, mir schon die Fähigkeit zuzusprechen, dass Amt des Unionspräsidenten auszuüben.

Dennoch sind Sie dann aus dem Unionsparlament ausgeschieden, weil Sie nicht genug Stimmen erreicht haben.

Das hat mich natürlich nicht besonders glücklich gemacht, aber damit muss man dann auch leben.

Sie sind ein Parteisoldat, waren lange Zeit Vizevorsitzender in der FLA und sind nun Generalsekretär. Können Sie die notwendige Neutralität als Unionspräsident überhaupt gewährleisten?

Das muss ich können, sonst würde ich meine Kandidatur nicht erklären. Ich bin natürlich den Werten meiner Partei verbunden und arbeite seit langer Zeit für sie. Den Blick für das Pragmatische habe ich deshalb aber eigentlich nie verloren, deshalb wird mir der Wechsel da leichtfallen. Sie erlauben mir die Randbemerkung, dass ich natürlich von allen Parteiämtern zurücktreten werde und die Mitgliedschaft mit dem Zeitpunkt meiner Wahl ruhen wird.

Es ist noch nicht lange her, da brachten Sie in einer öffentlichen Debatte erneut die Idee ein, das Amt des Unionspräsidenten in seiner jetzigen Form abzuschaffen und mit der Kanzlerschaft zu vereinen. Können Sie dann überhaupt ein guter Präsident sein?


Das glaube ich schon. Dass ich die Idee hatte und auch immer noch habe, in den Verfassungsstrukturen etwas zu ändern, bedeutet ja nicht automatisch, dass ich es nicht in der jetzigen Form nicht gut machen kann. Es ist auch nicht als Angriff aus Prinzip zu verstehen, wenn ich diesen schon lange bestehenden Vorschlag neu einbringe. Man wird sich eben darüber Gedanken machen müssen, wie die Union politisch zukunftsfähig aufgestellt ist. Nicht wenige Menschen haben Zweifel daran, dass der große Staatsapparat möglicherweise nicht mehr angemessen ist und an die heutige Zeit angepasst werden muss.

Sie sprechen von der heutigen Zeit. Sind die goldenen Jahre der Demokratischen Union vorbei?

Ja.

Und daran lässt sich nichts ändern?

Doch, selbstverständlich. Dass die goldenen Zeiten aber erstmal vorbei sind, das haben wir uns alle schon ein Stück weit eingestanden. Für uns alle ist die Aufgabe jetzt, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern weiter zu machen und dafür zu sorgen, eine Verbesserung der Zustände herbeizuführen.

Wie können Sie als möglicher Unionspräsident daran mitarbeiten?

Was mich in den ganzen letzten Jahren schon sehr gestört hat, ist die Tatsache, dass es einen Anlauf auf den Konsens gab, der dann doch nie zu Stande gekommen ist. Vielleicht sollten wir uns vom vielen Reden verabschieden und uns auf viel Handeln besinnen. Insofern werde ich mir erlauben, als Unionspräsident auch ein deutliches Wort zu sprechen. Es ist nicht die Aufgabe des Unionspräsidenten, eine politische Entwicklung so zu lenken, dass sie seinem persönlichen Wohlbefinden entspricht. Sehr wohl ist es aber seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass eine wie auch immer geartete, positive Entwicklung stattfindet.

Der noch amtierende Präsident Hajo Poppinga kandidiert nun fürs Unionsparlament. Seine Chancen, sogar Kanzler zu werden, sind nicht die geringsten. Sehen Sie ein Problem in einem solchen Wechsel?

Es entspräche zumindest nicht meinem persönlichen Stil. Das bedeutet aber nicht, dass das, was Hajo Poppinga macht, schlecht ist. Fakt ist: Herr Poppinga ist über alle Parteigrenzen hinweg anerkannt und hat sich ja nun auch dazu entschieden, als unabhängiger Kandidat anzutreten. In angespannten Zeiten wie diesen ist es wichtig, jeden fähigen Kopf in der Politik zu erhalten. Den Ruf danach gab es ja schon seit geraumer Zeit, insofern denke ich, dass das in Ordnung ist. Ich persönlich könnte mir aber nach einer Arbeit als Unionspräsident nicht mehr vorstellen, in die Tagespolitik zurückzukehren.

Können Sie denn in die großen Fußstapfen, die Hajo Poppinga in dem Amt hinterlässt, hineintreten?

Was die Arbeit als Präsident angeht, muss jeder seinen eigenen Stil finden. Das werde ich tun, unabhängig davon, wie groß die Fußstapfen von Vorgängern sind.

Die Reaktionen auf Ihre Kandidatur waren dennoch verhalten. Mit was für einem Ergebnis rechnen Sie?

Das lässt sich schwer prognostizieren, da zum einen noch gar nicht klar ist, ob es Gegenkandidaturen gibt und zum anderen erst am Wahltag entschieden wird. Ich hoffe aber, dass viele Menschen und die Mehrheit mir ihr Vertrauen schenken.

Herr Adomeit, vielen Dank für dieses Gespräch.

Ich danke.

Sie hörten im Interview mit Radio Gosen Präsidentschaftskandidat Christopher Adomeit. Das Interview können Sie auf unserem Internetauftritt jederzeit abrufen. Hier geht es gleich weiter mit der Reihe: Politiker und Ihre Haustiere mit Marius Schmidt.

Verfasst: Do 26. Mai 2011, 05:31
von Gerhard Cheman
liest interessiert das Interview

Verfasst: Do 26. Mai 2011, 07:15
von David_Cameron
Ein interessantes Interview. :)

Verfasst: Do 26. Mai 2011, 11:04
von Alexander Krüger
Adomeit ist untragbar. Ein Mann, der nur sporadisch aktiv ist, nämlich meistens wenn es um die Besetzung von Ämtern geht, ist untragbar.

Ich hoffe inständig, dass sich noch ein weiterer Kandidat findet.

Verfasst: Do 26. Mai 2011, 11:06
von David_Cameron
Wenn ich mal das Abstimmungsverhalten so mancher Abgeordnete der letzten Legislatur anschaue, bei manchen Abstimmungen, frage ich mich, ob sich nicht jeder mal an die eigene Nase packen sollte, der ein politisches Amt trägt.

Verfasst: Do 26. Mai 2011, 11:11
von SRM
Original von Alexander Krüger
Adomeit ist untragbar. Ein Mann, der nur sporadisch aktiv ist, nämlich meistens wenn es um die Besetzung von Ämtern geht, ist untragbar.

Ich hoffe inständig, dass sich noch ein weiterer Kandidat findet.
Das ist Ihre persönliche Meinung.

Christopher Adomeit ist ein altgedienter Bürger und hat mehr für unser Land getan, als so mancher hier. Er hat diese Chance verdient.

Verfasst: Do 26. Mai 2011, 11:26
von Anastasia von Metternich
Das war ein nachdenkliches Interview, das Lust auf mehr macht.

Verfasst: Do 26. Mai 2011, 11:40
von Hajo Poppinga
Das Interview gefällt mir.