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Der Kriegsminister schreibt ab

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 16:09
von Palin Waylan-Majere
Dokumentation in der Süddeutschen. Guttenberg zitiert falsch oder kopiert absätzeweise. Dafür bekommt man also "summa cum laude" wenn man in der richtigen Partei ist - das blaue Blut spiele vielleicht auch eine Rolle.

Konservative Kommentatoren, wie dieser Gottlieb vom Bayrischen Rundfunk in den tagesthemen schimpfen stattdessen auf die Opposition und loben die Glaubwürdigkeit des Ministers - die sei Grund für seine Beliebtheit.

Klar. Guttenberg hat sich besonders durch sein Herumlavieren in der Kundusaffäre glaubwürdig gemacht. Oder durch seinen Umgang mit der Gorch-Fock-Affäre. Oder das er noch als Wirtschaftsminister mal für Insolvenzen war (Opel, Arcandor) - bei der HRE aber nicht.

Ich habe den Hype um diesen Mann von Anfang an nicht verstanden und verstehe ihn bis heute nicht. Klar berichten konservative Blätter, insbesondere der Boulevard, wesentlich unkritischer über bayrischen Provinzadel. Aber warum ihn als Politiker so hochjubeln?
Seine großen Leistungen beschränken sich auf billige Imagekampagne für sich selbst. Man denke nur an das Foto auf dem Times Square oder an das Bild in der Regierungsmaschine, bei dem er auf dem Boden sitzt - obwohl hinter ihm ein Stuhl frei ist.

Jetzt flüchtet er spontan vor der "Heimatfront" und übernachtet erstmals bei "seinen" Soldaten in Afghanistan. Den Plagiarismus lässt er durch seinen Pressesprecher dementieren. Ein Hanswurst ist das.

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 16:23
von Hajo Poppinga
Heißt es nicht bayerisch?

Naja, wie dem auch sei. Schön ist es nicht, wenn man Quellen nicht oder nicht korrekt benennt. Gleichwohl ist es doch keine Seltenheit; bereits vor einiger Zeit hat es doch eine "Skandal-Chronik" gegeben, die bewiesen hat, daß selbst Profs abschreiben. Wer von den Studenten unter euch kennt denn bitte nicht mindestens einen Prof., der sich von seinem HiWi einen netten Artikel schreiben läßt und den dann anschließend unter eigenem Namen veröffentlicht?

Nicht schön, aber auch keine Seltenheit. Das Guttenberg jetzt als Minister zurücktreten sollte, halte ich für völlig überzogen.

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 18:03
von Klaus Quistorp
Weil andere auch nicht sauber arbeiten, ist Guttenberg dadurch gerechtfertigt? :rolleyes: Schwache Argumentation. Da inzwischen stündlich neue plagiierte Stellen in dieser Dissertation auftauchen, sagt mir mein Gefühl, dass der Mann nicht mehr lange im Amt zu halten sein wird.

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 19:31
von Heinrich Julius von Jagonburg
Mir will einfach nicht in den Kopf wie sowas überhaupt passieren kann. Auch 2006 gab es schon Programme, die Doktorarbeiten abgleichen. Davon abgesehen verstehe ich nicht, warum man nicht wenigstens paraphrasiert wenn man schon so dreist abkupfert.

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 19:37
von Klaus Quistorp
Das lässt sich sogar relativ leicht erklären: Guttenbergs Doktorvater ist Jahrgang '34 - glaubst du, dass der viel mit computergestützter Plagiatsprüfung am Hut hat?

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 19:47
von Heinrich Julius von Jagonburg
Der wird doch wohl Leute haben!

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 19:53
von Orla von der Katzenburg
Was regt ihr euch auf, es ist hierzulande eh nichts mehr zu retten.

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 20:03
von Klaus Quistorp
Nein, hat er in der Regel nicht - bzw. zumindest keine, die nicht anderweitig schon gut mit Arbeit eingedeckt wären. Ich glaube, die Öffentlichkeit hat ein falsches Bild davon, wie so ein Promotionsfahren abläuft.

In der Regel ist es so: Der Promovend bekommt ein Thema, promoviert dann einige Jahre vor sich hin und führt in diesem Zeitraum (mehr oder weniger) regelmäßige, (mehr oder weniger) hilfreiche Gespräche mit seinem Doktorvater über seine Fortschritte.

Wenn die Arbeit fertig ist, kriegt der Doktorvater (und die anderen Prüfer) sie auf den Tisch und muss sie binnen einer gewissen Frist lesen und ein Gutachten dazu schreiben - was die Herrschaften dann, je nachdem, was sie sonst noch für Aktivitäten pflegen, mehr oder weniger intensiv tun. Dann erfolgt noch die mündliche Verteidigung der Arbeit, und wenn die durch ist, darf der Doktorand nach Publikation seines Werks den Titel führen.

Gerade bei speziellen (um nicht zu sagen abseitigen) Themen kann es sein, dass die Prüfer auf Jahre hinaus die einzigen Leute bleiben, die eine Doktorarbeit gelesen haben (oder gelesen haben sollten).

Nicht von ungefähr werden Plagiate oft erst Jahre später und durch Zufall aufgedeckt, weil irgendein Wissenschaftler an einer anderen Uni zufällig auf die Publikation stößt und dann Ungereimtheiten feststellt.

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 20:06
von Orla von der Katzenburg
Wenn Du z.B. an Gesetzmäßigkeiten von 3D Objekten in eine 4D Raum forschst kann es passieren, dass es nur Weltweit 12-20 Menschen gibt die überhaupt wissen worum es geht.

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 20:48
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Orla von der Katzenburg
Gesetzmäßigkeiten von 3D Objekten in eine 4D Raum.
Wie langweilig. Die Gesetzmäßigkeiten von 4D-Objekten in einem 3D-Raum sind doch viel interessanter ;)