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Jura hu rra?
Verfasst: Sa 30. Jan 2010, 15:04
von Ot Helfsen
Ich überlege einen Wechsel des Studienfachs. In Frage kommen Internationale VWL/BWL und Jura. Bei VWL scheint mir die Mathematik etwas überproportioniert bzw. mühsam zu sein. Bei Jura hingegen habe ich gehört, dass ohne "vollbefriedigend" der Weg zum Taxifahren nicht weit ist.
Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht und was könnt ihr empfehlen/nicht empfehlen?
RE: Jura hu rra?
Verfasst: Do 11. Feb 2010, 22:33
von Richard Stresemann
Original von Ot Helfsen
Ich überlege einen Wechsel des Studienfachs.
Das da wäre und warum?
RE: Jura hu rra?
Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 08:44
von Montgomery Scott
Original von Ot Helfsen
Ich überlege einen Wechsel des Studienfachs. In Frage kommen Internationale VWL/BWL und Jura. Bei VWL scheint mir die Mathematik etwas überproportioniert bzw. mühsam zu sein. Bei Jura hingegen habe ich gehört, dass ohne "vollbefriedigend" der Weg zum Taxifahren nicht weit ist.
Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht und was könnt ihr empfehlen/nicht empfehlen?
Was steht denn für Dich im Vordergrund? Die Anforderungen? Die Berufsaussichten? Die Inhalte?
RE: Jura hu rra?
Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 14:32
von Hajo Poppinga
Original von Ot Helfsen
Bei Jura hingegen habe ich gehört, dass ohne "vollbefriedigend" der Weg zum Taxifahren nicht weit ist.
Gute Noten sind nicht leicht zu bekommen. Der Frustrationsgrad ist im Vergleich mit anderen Studienfächern in der Tat sehr hoch. Aber dennoch gibt es gar nicht so viele Prädikats-Volljuristen, wie es Stellen für diese gibt. Deshalb kann man auch unterhalb des Vollbefriedigend noch einen ordentlichen Job bekommen. Es kommt aber natürlich auch darauf an, wo und als was Du arbeiten möchtest. Wenn Du in Düsseldorf bei der Großkanzlei mit Einstiegsgehalt 80.000 Euro arbeiten möchtest, wird das ohne Vollbefriedigend natürlich nichts.
RE: Jura hu rra?
Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 19:41
von Ot Helfsen
Original von Richard Stresemann
Das da wäre und warum?
Derzeit Politikwissenschaft. Ist interessant, aber ich frage mich immer wieder: Warum? Solche Sinnkrisen kommen regelmäßig bei mir, aber manchmal sind sie heftiger bzw. vielleicht auch tiefer.
Und mit Jura - zumindest wenns gut läuft - har man zumindest was in der Hand und eine Richtung, die einen für einige Berufe direkt passend qualifiziert. Berufe vielleicht auch oberhalb der 2000 Euro/Monat-Marke, mit denen man sich in späteren Jahren einen gewissen Komfort leisten kann.
Original von Montgomery Scott
Was steht denn für Dich im Vordergrund? Die Anforderungen? Die Berufsaussichten? Die Inhalte?
Nicht des Geldes direkt wegen, sondern wegen einer gewissen wirtschaftlichen Sicherheit und konkreten Annehmlichkeiten, die ein ordentliches Gehalt so mit sich bringt. Später will ich einfach mal einen Urlaub machen können, und trotzdem noch für ein Haus sparen können und solche Mittelstandsträume.
RE: Jura hu rra?
Verfasst: Fr 12. Feb 2010, 19:46
von Montgomery Scott
Original von Ot Helfsen
Nicht des Geldes direkt wegen, sondern wegen einer gewissen wirtschaftlichen Sicherheit und konkreten Annehmlichkeiten, die ein ordentliches Gehalt so mit sich bringt. Später will ich einfach mal einen Urlaub machen können, und trotzdem noch für ein Haus sparen können und solche Mittelstandsträume.
Ich hab schon öfter gehört, dass der Richterjob unter dem Strich zu den weniger zeitintensiven gehört. Und ordentlich bezahlt ist er auch. Allerdings musst Du dich dafür schon ein bißchen anstrengen, das kann man nicht als durchschnittlicher Jura-Absolvent werden.
RE: Jura hu rra?
Verfasst: Sa 13. Feb 2010, 11:09
von Ot Helfsen
Original von Montgomery Scott
Ich hab schon öfter gehört, dass der Richterjob unter dem Strich zu den weniger zeitintensiven gehört. Und ordentlich bezahlt ist er auch. Allerdings musst Du dich dafür schon ein bißchen anstrengen, das kann man nicht als durchschnittlicher Jura-Absolvent werden.
Ja, das ist das Problem. Die sozusagen größte Leistung muss man da im ersten und zweiten Staatsexamen abliefern. Wenn man danach aufgenommen wird in den Öffentlichen Dienst gehobenen Grades kann man planen. Haus, Hof, Familie - man ist kreditwürdig- und -fähig. Der gehobene Beamte hat auf jeden Fall Vorteile: Sicheres Einkommen (so lange der Staat zahlunfgsfähig ist), zu gutem Anteil erstattete private Krankenversicherung, vielleicht sogar eine ab und dann interessante Arbeit.
Aber ein vollbefriedigend traue ich mir nicht zu. In den untereen Semestern schon, aber am Ende hängt fast alles an den Examen. Und danach festzustellen, dass man es nicht oder mit einer "Ausreichend" geschafft hat, wäre nach 5-7 Jahren auch nicht so prickelnd.
RE: Jura hu rra?
Verfasst: Sa 13. Feb 2010, 11:17
von Montgomery Scott
Original von Ot Helfsen
Ja, das ist das Problem. Die sozusagen größte Leistung muss man da im ersten und zweiten Staatsexamen abliefern. Wenn man danach aufgenommen wird in den Öffentlichen Dienst gehobenen Grades kann man planen. Haus, Hof, Familie - man ist kreditwürdig- und -fähig. Der gehobene Beamte hat auf jeden Fall Vorteile: Sicheres Einkommen (so lange der Staat zahlunfgsfähig ist), zu gutem Anteil erstattete private Krankenversicherung, vielleicht sogar eine ab und dann interessante Arbeit.
Aber ein vollbefriedigend traue ich mir nicht zu. In den untereen Semestern schon, aber am Ende hängt fast alles an den Examen. Und danach festzustellen, dass man es nicht oder mit einer "Ausreichend" geschafft hat, wäre nach 5-7 Jahren auch nicht so prickelnd.
Verständlich. Aber anspruchslos sind die Alternativen auch nicht. Im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich musst Du auch ordentlich büffeln, bis Du einen ordentlichen Master-Abschluss hast (und evtl. dazu noch einiges blechen, wobei Repetitorien in Jura auch nicht ganz billig sein sollen). Und ich kann mir vorstellen, dass man in den typischen gutbezahlten Stellen für Wirtschaftswissenschaftler auch nicht gerade um 15 Uhr mittags Feierabend hat.
RE: Jura hu rra?
Verfasst: Sa 13. Feb 2010, 11:30
von Ot Helfsen
Original von Montgomery Scott
Verständlich. Aber anspruchslos sind die Alternativen auch nicht. Im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich musst Du auch ordentlich büffeln, bis Du einen ordentlichen Master-Abschluss hast (und evtl. dazu noch einiges blechen, wobei Repetitorien in Jura auch nicht ganz billig sein sollen). Und ich kann mir vorstellen, dass man in den typischen gutbezahlten Stellen für Wirtschaftswissenschaftler auch nicht gerade um 15 Uhr mittags Feierabend hat.
Ich vermute mal, wenn man sich ans Mathematik-Pauken gewöhnt hat, kann man in den Wirtschaftswissenschaften schon ganz gut durchkommen, und hat trotzdem noch Freizeit. Bis zum Bachelor zumindest. Aber Richtung Master und dann in der Berufswelt ist es bestimmt auch nicht direkt einfach. Konkurrenzkampf scheue ich nicht, aber ich bin auch nicht der "Weg, hier komme ich"-Typ. Eher so der abwartende, abwägende Beratertyp.
Der Vorteil bei WiWi könnte sein, dass man mehr Jobauswahlmöglichkeiten und wenn man gut ist noch höheren Verdienst - als jetzt im öffentlichen Dienst - erreichen kann. Die Nachteile sind aber eben die vermutlich fast immer höheren Arbeitszeiten, die Kündbarkeit (ab einem gewissen Alter ist ein sicherer Job schon psychisch und monetär was wert glaube ich), und dass man im Berufsleben selbst viel mehr Entscheidungen für sich zu treffen hat: Jobwechsel, Weiterbildung, Wohnortflexibilität (bin glaube ich nicht der Typ für alle zwei Jahre umziehen) u.s.w.
RE: Jura hu rra?
Verfasst: Sa 13. Feb 2010, 19:04
von Hajo Poppinga
Original von Ot Helfsen
Ja, das ist das Problem. Die sozusagen größte Leistung muss man da im ersten und zweiten Staatsexamen abliefern.
Nicht zu vergessen die Durchfallquote von locker 40%.
Original von Montgomery Scott(und evtl. dazu noch einiges blechen, wobei Repetitorien in Jura auch nicht ganz billig sein sollen). Und ich kann mir vorstellen, dass man in den typischen gutbezahlten Stellen für Wirtschaftswissenschaftler auch nicht gerade um 15 Uhr mittags Feierabend hat.
Rep kostet 150 Euro / Monat plus.