Aufruf: Für eine offene Diskussionskultur
Verfasst: Sa 5. Dez 2009, 18:37
Eine dominante Gruppe von Mitspielern forderte aus ideologischen Gründen die Sperrung einiger Mitspieler, die sich angeblich "nazistisch" geäußert hätten und versuchte dafür die Spielleitung zu instrumentalisieren. Das wäre, wie schon mal erwähnt, bezeichnend für den demokratischen Lack, der offensichtlich bei einigen immer dann abgeht, wenn man sich in einer moralisch und mehrheitlich überlegenen Position sieht. Es hätte aber noch keine direkten Auswirkungen auf die Rechte der nicht der Gruppe angehörenden Mitspieler.
Das rechtliche bzw. Fairnessproblem an der Sache war aber: Die Spielleitung eröffnete aufgrund der Beschuldigungen einen kurzen Prozess gegen die Beschuldigten, ohne aber der sachlichen Substanz dieser Beschuldigungen nachzugehen. Denn "nazistisch" waren die Äußerungen nicht - als das klar wurde, verschob man den Grund der Sperrung auf andere "Vergehen". Das Blöde: Wenn es z.B. nach "Unhöflichkeiten" gegangen wäre, hätte man im Laufe der Jahre halb Ratelon aussperren müssen und auch in dieser Affäre nicht nur die Beschuldigten, sondern auch mindestens ebenso ihre sehr persönlich angreifenden Ankläger.
Dass die Spielleitung auf diese Kampagne kritiklos einstieg und ohne rechtlich nachvollziehbare (d.h. alle nach gleichen Regeln behandelnde) Begründung dem inhaltlich substanzlosen "Das sind alles böse Nazis" (in anderen Konstellationen könnte man das mit anderen Wörtern ersetzen, der Mechanismus Feindbild ist derselbe)-Getöse nachgab ist – völlig egal, welche parteipolitischen Präferenzen die SL-Mitglieder haben – kritikwürdig.
Wie ich bereits sagte: Bei einer Spielleitung, die sich nicht für persönliche Kampagnen einspannen ließe, wäre die Zusammensetzung nach politischen Einstellungen der Mitglieder unerheblich. Ich zweifle leider auch daran, dass eine politisch gemischtere SL nun nur weil sie rein formal ausgewogener wäre, besser geistig unabhängig vom hier derzeit vorherrschenden einseitigen Lobbydruck wäre. Denn schon in der alten Spielleitung waren ja formal verschiedene politische Vorlieben vertreten, und nicht nur die leitkulturell dominierenden Linken. Gebracht hat es gegen den Lobbydruck nichts. Denn es liegt an den Personen und ihrer Fähigkeit, von ideologischen Präferenzen und Emotionen zu abstrahieren, ob Sie einen guten Job als Rechtswahrer machen, und nicht an der politischen Einstellung.
Trotzdem wäre eine sich nur noch mit linken Mitspielern besetzte SL das endgültige Ende einer Art der Gewaltenteilung. Dann würde neben der was “Öffentlichkeitsdruck“ angeht dominierenden Kampagnenfähigkeit der linken Mitspieler in der DU auch noch eine gänzlich linke Spielleitung übernehmen. Und diese hätte praktisch nur noch wenig Opposition andersdenkender Mitspieler bei der Umsetzung von nach “passender“ Gesinnung ausgerichteten Spielregeln zu befürchten. Das wäre schade für Ratelon/die DU, das/die immer vom Austausch von mehr oder weniger kontroversen Meinungen und Perspektiven als „offene Gesellschaft“ gelebt hat. Und das hat über die Jahre meistens sehr gut funktioniert, manchmal mit Beleidigungen und mit vielen Emotionen – aber ohne Zensur und Sperrungen aufgrund missliebiger Meinungen.
Die DU wäre dann eine gesinnungspolitisch “harmonisch“ geschlossene Gesellschaft mit autoritärem Selektionscharakter. Das wäre schade und an einer solchen Veranstaltung hätte ich kein Interesse mehr.
Ich bin gespannt, wie viele Mitspieler sich nach der Sperrungsaktion der Spielleitung ohne Anhörung oder Verfahren noch trauen, diesen Aufruf für offene und freie Diskussion zu unterschreiben.
Francis
Das rechtliche bzw. Fairnessproblem an der Sache war aber: Die Spielleitung eröffnete aufgrund der Beschuldigungen einen kurzen Prozess gegen die Beschuldigten, ohne aber der sachlichen Substanz dieser Beschuldigungen nachzugehen. Denn "nazistisch" waren die Äußerungen nicht - als das klar wurde, verschob man den Grund der Sperrung auf andere "Vergehen". Das Blöde: Wenn es z.B. nach "Unhöflichkeiten" gegangen wäre, hätte man im Laufe der Jahre halb Ratelon aussperren müssen und auch in dieser Affäre nicht nur die Beschuldigten, sondern auch mindestens ebenso ihre sehr persönlich angreifenden Ankläger.
Dass die Spielleitung auf diese Kampagne kritiklos einstieg und ohne rechtlich nachvollziehbare (d.h. alle nach gleichen Regeln behandelnde) Begründung dem inhaltlich substanzlosen "Das sind alles böse Nazis" (in anderen Konstellationen könnte man das mit anderen Wörtern ersetzen, der Mechanismus Feindbild ist derselbe)-Getöse nachgab ist – völlig egal, welche parteipolitischen Präferenzen die SL-Mitglieder haben – kritikwürdig.
Wie ich bereits sagte: Bei einer Spielleitung, die sich nicht für persönliche Kampagnen einspannen ließe, wäre die Zusammensetzung nach politischen Einstellungen der Mitglieder unerheblich. Ich zweifle leider auch daran, dass eine politisch gemischtere SL nun nur weil sie rein formal ausgewogener wäre, besser geistig unabhängig vom hier derzeit vorherrschenden einseitigen Lobbydruck wäre. Denn schon in der alten Spielleitung waren ja formal verschiedene politische Vorlieben vertreten, und nicht nur die leitkulturell dominierenden Linken. Gebracht hat es gegen den Lobbydruck nichts. Denn es liegt an den Personen und ihrer Fähigkeit, von ideologischen Präferenzen und Emotionen zu abstrahieren, ob Sie einen guten Job als Rechtswahrer machen, und nicht an der politischen Einstellung.
Trotzdem wäre eine sich nur noch mit linken Mitspielern besetzte SL das endgültige Ende einer Art der Gewaltenteilung. Dann würde neben der was “Öffentlichkeitsdruck“ angeht dominierenden Kampagnenfähigkeit der linken Mitspieler in der DU auch noch eine gänzlich linke Spielleitung übernehmen. Und diese hätte praktisch nur noch wenig Opposition andersdenkender Mitspieler bei der Umsetzung von nach “passender“ Gesinnung ausgerichteten Spielregeln zu befürchten. Das wäre schade für Ratelon/die DU, das/die immer vom Austausch von mehr oder weniger kontroversen Meinungen und Perspektiven als „offene Gesellschaft“ gelebt hat. Und das hat über die Jahre meistens sehr gut funktioniert, manchmal mit Beleidigungen und mit vielen Emotionen – aber ohne Zensur und Sperrungen aufgrund missliebiger Meinungen.
Die DU wäre dann eine gesinnungspolitisch “harmonisch“ geschlossene Gesellschaft mit autoritärem Selektionscharakter. Das wäre schade und an einer solchen Veranstaltung hätte ich kein Interesse mehr.
Ich bin gespannt, wie viele Mitspieler sich nach der Sperrungsaktion der Spielleitung ohne Anhörung oder Verfahren noch trauen, diesen Aufruf für offene und freie Diskussion zu unterschreiben.
Francis