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Praktiker

Verfasst: So 22. Nov 2009, 16:14
von Francis Taubenschlag
Ein weiteres modernes Märchen kann der Empirie nicht standhalten: Medien, Gewerkschaften und Politiker zeichnen seit Jahren das Bild eines neuen akademischen Proletariats, ausgebeuteten Studenten, die nach ihrem Abschluss in unbezahlten Praktika versauern. Das Wort von der "Generation Praktikum" machte - auch in der Debatte um Mindestlöhne - die Runde. Jetzt belegt eine Studie: Dass jemand im Anschluss an sein Studium überhaupt in einem Praktikum startet ist die absolute Ausnahme, betrifft nur jeden siebten Uni- und jeden achten FH-Absolventen - und wenn, dann dauert dieser Zustand in 84 % der Fälle nicht länger als ein halbes Jahr.
Es ist heute schwieriger geworden, ein Praktika zu finden als es dies früher war. Die Ordnung in Unternehmen hat sich geändert, waren früher noch große Abteilungen Standard spricht man heute von Geschäftsprozessen. Im besten Fall sind diese soweit optimiert, dass man für einen Praktikanten keine sinnvolle Verwendung mehr hat. Wenn man aber ein Praktikum hat, wird dieses auch meist gut bezahlt.

Habt Ihr schon, macht Ihr gerade oder wollte Ihr noch machen und wenn ja, wo und wie wars?

Verfasst: So 22. Nov 2009, 18:00
von Amber Marie Ford

Verfasst: So 22. Nov 2009, 18:12
von Francis Taubenschlag
Hehe :D. Die Frage ist aber aktuell und immer wieder neu.

Verfasst: Mo 23. Nov 2009, 01:24
von Damian Fuller
Ich habe gehört, Praktika machen sei veraltet, ähnlich wie Auslandssemester. Ich habe beides nicht gemacht und trotzdem einen Job bekommen.

Verfasst: Mo 23. Nov 2009, 01:37
von Gunnar Svensson
Bei dem Threadtitel war meine erste Assoziation:

20% auf alles außer Tiernahrung.

Verfasst: Mo 23. Nov 2009, 08:54
von SRM
Aus eigener Erfahrung: Ein erheblicher Großteil von Praktika wird nicht oder nur minimalst bezahlt. Für die geleistete Vollzeit-Arbeit, gerade im Medienbereich, kann man nicht überleben. Ein Trend der sich so fortsetzen wird, denn die Firmen haben jeglichen Respekt vor Praktikanten verloren. Kostenloses oder zumindest extrem billiges Wegwerf-Personal - wo gibts das sonst?

Verfasst: Mo 23. Nov 2009, 10:39
von Montgomery Scott
Original von SRM
Aus eigener Erfahrung: Ein erheblicher Großteil von Praktika wird nicht oder nur minimalst bezahlt. Für die geleistete Vollzeit-Arbeit, gerade im Medienbereich, kann man nicht überleben. Ein Trend der sich so fortsetzen wird, denn die Firmen haben jeglichen Respekt vor Praktikanten verloren. Kostenloses oder zumindest extrem billiges Wegwerf-Personal - wo gibts das sonst?
z. B. bei 1-€-Jobbern, einfach mal bei der Arbeitsagentur Deines Vertrauens anfragen ;)

Verfasst: Mo 23. Nov 2009, 10:45
von SRM
Paul, das bestätigt leider meine Einschätzung, dass Arbeit seitens der Unternehmen nicht mehr wertgeschätzt wird. Du bzw. ihr würdet euch wundern, welche Unverschämtheiten ich mir in den letzten Wochen und Monaten von potentiellen Arbeitgebern anhören durfte. So zählt nun das kostenlose Probearbeiten - bisher eher bei Handwerksberufen - inzwischen auch in anderen Branchen "zum guten Ton". Ein Praktikum könne man gern absolvieren, Gehalt könne man aber freilich nicht zahlen. Im Gegenteil solle man froh, dass man für ein Praktikum bei Firma XY nichts zahlen müsse. Leider ist das kein Einzelfall mehr.

Verfasst: Mo 23. Nov 2009, 11:41
von Montgomery Scott
Original von SRM
Paul, das bestätigt leider meine Einschätzung, dass Arbeit seitens der Unternehmen nicht mehr wertgeschätzt wird. Du bzw. ihr würdet euch wundern, welche Unverschämtheiten ich mir in den letzten Wochen und Monaten von potentiellen Arbeitgebern anhören durfte. So zählt nun das kostenlose Probearbeiten - bisher eher bei Handwerksberufen - inzwischen auch in anderen Branchen "zum guten Ton". Ein Praktikum könne man gern absolvieren, Gehalt könne man aber freilich nicht zahlen. Im Gegenteil solle man froh, dass man für ein Praktikum bei Firma XY nichts zahlen müsse. Leider ist das kein Einzelfall mehr.
Bleibt zu hoffen, dass solche Entwicklungen nur temporäre Erscheinungen sind und sich wieder geben, wenn sich die Wirtschaft dauerhaft erholt. So oder so verstehe ich aber nicht, warum solche meines Erachtens schlicht sittenwidrigen Praktiken vom Staat geduldet werden.

Verfasst: Mo 23. Nov 2009, 13:50
von Carmen I.
Stellt sich mir doch die Frage, ob ein Studium überhaupt noch "attraktiv" ist und wenn ja, in welchen Bereichen?