Interview mit Linda Dahlia
Verfasst: So 22. Apr 2007, 23:23
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Willkommen bei union24, ich bin Katie Will. Wir senden heute Abend erstmals nicht nur in der Demokratischen Union und Aurora, sondern können nun auch in den Vereinigten Staaten von Astor und dem Königreich Albernia empfangen werden. Ich begrüße unsere Zuschauer dort besonders herzlich.
Um den noch vor wenigen Monaten gefeierten Rat der Nationen ist es ruhiger geworden. Im Zuge der Antarktis-Krise war der Rat nur ein Diskussionsforum, während die Lösungen zwar ganz in der Nähe des Sitzes der Organisation, im Weißen Haus, gesucht werden.
Der Rat der Nationen wächt jedoch, inzwischen auf stolze 21 Mitgliedsstaaten. Auch der Austritt Futunas, das an den Ratsmitgliedern kritisierte, diese verfolgten vornehmlich die nationalen Interessen, hat dem Wachstum der Organisation keinen Abbruch tun können.
In Astoria City begrüße ich nun die erste Generalsekretärin des Rats der Nationen, Linda Dahlia.
- Katie: Frau Dahlia, herzlich willkommen bei union24. Sind Sie angesichts der derzeit laufenden Generalsekretärswahl des Rats der Nationen aufgeregt?
Linda Dahlia: Vielen Dank, Katie. Ein ganz klein wenig aufgeregt bin ich schon, man kann ja nie ganz sicher sein. Aber ich bin überzeugt, am Ende die Mehrheit der Delegierten für mich zu überzeugen.
In Ihrer Wahlansprache haben Sie selbstkritisch eingeräumt, dass nicht alles immer ideal verlaufen sei, ohne näher darauf einzugehen. Worauf haben Sie angespielt?
Es gab diesen einen großen Formfehler, den ich ja auch vor der Generalversammlung eingeräumt habe, durch den unsere Arbeit leicht zurückgeworfen wurde. Ich habe schlicht die Charta fehlinterpretiert und einige Abstimmungsergebnisse als angenommen festgestellt, die eigentlich nicht die ausreichende Stimmenzahl erreicht hatten. Im Generalsekretariat haben wir aus diesem Fehler gelernt und achten jetzt verstärkt auf diese Regelung. Sie wissen ja, nobody's perfect. Sie lächelt.
Dennoch denke ich, dass ich einen guten Job als erste Generalsekretärin gemacht habe. Das das scheinbar auch die Delegierten so sehen, macht mich sehr stolz.
Für die Zukunft haben Sie verkündet, der RdN solle eine "gestaltendere Rolle" spielen. Was meinen Sie damit konkret und wie wollen Sie diese erreichen?
In den vergangenen Monaten war der Rat leider sehr passiv. Wir waren stark mit uns selbst beschäftigt und haben nur verwaltet und bearbeitet, was uns die Nationen vorgelegt haben. Pure Bürokratie eben. Das mag für den Anfang in Ordnung gewesen sein, ich möchte den Rat nun aber in einer aktivere, eben diese erwähnte, gestaltendere Rolle führen. Von uns soll und muss mehr Initiative ausgehen. Das Gemeinsam der Nationen kann für einen Synergie-Effekt sorgen, den möchte ich nutzen und nach außen tragen. Für den Rat heißt es weiterhin, dass er seine Stimme in können.internationalen Konflikten künftig lauter erheben wird. Für die Menschen, für die Diplomatie, gegen gewaltsame Konfliktlösungen.
Ich möchte mich weiterhin dafür einsetzen, dass der Rat künftig wirklich DER Dreh- und Angelpunkt internationaler Diplomatie wird. Natürlich sollen die Nationen ihre bilateralen Beziehungen aufrecht erhalten, aber viele unserer Mitglieder können personell nicht mit allen potentiellen Partnern Kontakt halten, da ist dann der RdN als Mittler gefragt.
Soweit das Interview mit Linda Dahlia. Auf den meisten union24-Stationen folgen nun Spätnachrichten. Ich bin Katie Will und wünsche Ihnen eine friedliche gute Nacht.
- In einer zentralen diplomatischen Gegenwartsfrage ist dem RdN genau dieses nicht gelungen: An der Antarktis-Konferenz ist der RdN weder beteiligt noch führt er die Schirmherrschaft. Die beteiligten Staaten verständigen sich derzeit am RdN und schließen damit auch RdN-Mitglieder bewusst aus. Hat der RdN in dieser Krise versagt?
Das ist nicht ganz richtig, Katie, da muss ich Sie korrigieren. Der Rat ist sehr wohl beteiligt, nämlich durch den Vizegeneralsekretär Hasenkamp, der von Beginn an an der Konferenz teilnimmt und die Position der Organisation vertritt. Dass die Vereinigten Staaten hier die Initiative ergriffen haben, ist doch löblich, da müssen wir dann nicht auch noch unser eigenes Süppchen kochen, wenn sich die Nationen untereinander einigen
Was die restlichen RdN-Mitglieder betrifft, so sind alle am Konflikt beteiligten Nationen eingeladen und auch sonst ist mir nicht bekannt, dass es weitere Interessenten gegeben hätte. Ausgeschlossen wurde da also niemand.
Letztendlich wünsche ich mir, dass die Parteien aber früher oder später in den Rat zurückkehren und dort mit allen Nationen eine nachhaltige und umfassende Lösung suchen. Die derzeitige Konferenz halte ich eher für geeignet, die Situation kurzfristig zu entschärfen.
Ich gebe jedoch zu, wir im Generalsekretariat waren durchaus überrascht von der Geschwindigkeit, in der sich die Ereignisse in der Hochzeit des Konflikts überschlagen haben.
union24 hat aus Verhandlungskreisen erfahren, dass Vizegeneralsekretär Hasenkamp sich bisher kaum zu Wort gemeldet hat. Ihr Vize agiert derzeit ohnehin etwas unglücklich. Anlässlich seiner Kandidatur sprach er davon, er wolle kein Regierungsamt übernehmen - und tat es dann kürzlich doch. Beobachter in Astoria City, dem Sitz des RdN, sprachen von einem "unwürdigen Hin und Her". Wie haben Sie das wahrgenommen?
Herr Hasenkamp hat sich beteiligt und die Position des Rates dargelegt. Was seinen Ministerposten angeht, so ist das Thema ja auch schon wieder erledigt, da die Regierung in Ozeania keinen Bestand hatte. So richtig glücklich gelaufen ist die Sache nicht, da gebe ich Ihnen Recht, aber man muss nun aus einer Mücke keinen Elefanten machen. Herr Hasenkamp ist da noch sehr unbedarft und muss wohl noch lernen, mit solchen Situationen und Konstellationen umzugehen. Ich denke trotzdem, er hat seine Arbeit in den vergangenen Monaten gut gemacht.
Frau Generalsekretärin, Sie haben in Ihrer Wahlansprache auch davon gesprochen, Futuna stärker einbinden zu wollen. Es gibt berechtigte Zweifel daran, dass dies gelingt - und dass alle RdN-Mitglieder überhaupt ein Interesse daran haben. Wie wollen Sie das bewerkstelligen?
Ziel des Rates muss es sein, alle Nationen einzubinden, ohne Ausnahme. Dazu gehört natürlich auch Futuna. Wir denken nicht in schwarz und weiß, in gut und böse, wir wollen alle Nationen unter ein Dach bringen.
Ich unterhalte durchaus gute Kontakte zu verschiedenen futunischen Persönlichkeiten. Ich werde versuchen, mich an den entsprechenden Stellen für den Rat stark zu machen und Futuna unser Konzept und unsere Visionen noch einmal versuchen, klar zu machen. Ich denke, die aktuelle Situation resultiert hauptsächlich auf Missverständnissen und falschen Annahmen. Diese gilt es auszuräumen.
Ein erneuter futunischer Beitritt zum RdN wäre das Eingeständnis einer gravierenden Fehlentscheidung. Glauben Sie wirklich, dass das Schahtum sich zu diesem Schritt wird durchringen können?
Das vermag ich nicht zu sagen, solche prophetischen Aussagen sind nicht mein Stil. Ich werde zumindest mein Bestes geben, Futuna von der Sache des Rates zu überzeugen.
Wird man Sie eines Tages wieder auf der Bühne der Unionspolitik sehen? Sie sind einst angetreten, erste weibliche Kanzlerin der Demokratischen Union zu werden - und dieser Titel ist noch zu vergeben.
Sie lacht. Ich sage niemals nie, Katie. Und wer weiß, es gab ja auch noch keine weibliche Unionspräsidentin.
Dann verfolgen wir Ihre weiteren Schritte mit Spannung. Vielen Dank für das Interview, Frau Dahlia.
Ich habe zu danken.
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