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Einführung der Todesstrafe?

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 20:37
von Sven Wenzel
Original von Peter Wickel

Vor Kurzem wurde ja in Aurora die Todesstrafe wieder verhängt. In der 6. Frage wurde gefragt, ob man dafür ist, in der DU die Todesstrafe einzuführen. Auch hier wieder ein deutliches Meinngsbild:
19,4% stimmen mit Ja,
80,6% mit Nein.
Über diesen Teil der Ergebnisse von "Umfrage aktuell" kann man wirklich entsetzt sein. Ich würde sogar sagen, dass man entsetzt sein muss. Immerhin knapp 20 % befürworten in unserem Land die Einführung der Todesstrafe. Das in einem Land, in dessen Verfassung es in Artikel 1, Absatz 1 heißt:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Fühlt sich also ein nicht unerheblicher Teil an diesen Grundsatz nicht gebunden? Aus welcher Intuition heraus fordern einige unserer Mitbürger die Einführung der Todesstrafe?

Es ist, trotz der breiten Ablehnung, notwendig, dass sich Politik und Gesellschaft sich der Frage nach der Todesstrafe stellen, denn 20% Zustimmung zur Todesstrafe sind in einem Land, wie dem unseren, schon 20% zu viel.

RE: Einführung der Todesstrafe?

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 20:39
von Lord Macshire
Ich sehe die 20% mehr als Ausdruck einer gelebten Meinungsfreiheit. Ansonsten sind sie zu vernachlässigen.

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 20:41
von SRM
Vorab: Ich habe mit Nein gestimmt.

Nichtsdestotrotz sprechen wir hier nicht über Chorknaben, sondern über unverbesserliche Kinderschänder und Massenmörder, deren Resozialisierung eventuell gescheitert ist.

RE: Einführung der Todesstrafe?

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 20:43
von Montgomery Scott
Original von Lord of Macshire
Ich sehe die 20% mehr als Ausdruck einer gelebten Meinungsfreiheit. Ansonsten sind sie zu vernachlässigen.
Dem stimme ich zu. In einer freien Gesellschaft gibt es keine hundertprozentigen Umfrageergebnisse. Die Umfrage demonstriert nichtsdestotrotz eine breite Unterstützung für ein humanistisches Recht.

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 20:57
von Jürgen Haitner
Hätte ich teilgenommen, wären wohl mehr als 20% dabei herausgesprungen.

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 21:04
von Sven Wenzel
Vielleicht hätte ich den letzten Satz nicht so drastisch formulieren dürfen. Es sollte nicht der Eindruck aufkommen, hier solle irgend jemand bekehrt werden. Wenn dies geschehen sein sollte bitte ich dies zu entschuldigen.

Natürlich freue ich mich, dass eine so breite Mehrheit für Menschenwürde votiert.
Dennoch sollte man diese 20% nicht Außer acht lassen, denn hier stimmen Einige mit der Achtung eines, wie Herr Scott richtig sagt, humanistischen Rechtes nicht überein. Darüber kann man schon mal diskutieren, denn unwichtig ist diese Frage mit Sicherheit nicht.

RE: Einführung der Todesstrafe?

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 21:18
von Richard Stresemann
Original von Sven Wenzel
Immerhin knapp 20 % befürworten in unserem Land die Einführung der Todesstrafe. Das in einem Land, in dessen Verfassung es in Artikel 1, Absatz 1 heißt:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Die Todesstrafe steht nicht im Widerspruch zur Menschenwürde. Das ergibt sich Art. 3 Abs. 3 der Verfassung. Wenn bereits der Menschenwürdesatz die Todesstrafe verbieten würde, wäre Art. 3 III überflüssig.

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 22:00
von Tony Gold
Die Todesstrafe ist ein absolut unhumanes Mittel und darf keinesfalls in einer Demokratie die die Menschenwürde achtet eingeführt werden.

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 22:02
von Jürgen Haitner
Aber der Mörder wird "human" lebenslänglich hinter Gitter gesperrt. Da müsste man ja jedem Arbeits-, Mittel- oder Wohnungslosen ja gleich raten, einen kleinen Amoklauf zu begehen. Hinterher gibt's Kost und Logis frei!

:rolleyes:

Verfasst: Mi 23. Sep 2009, 22:11
von Tony Gold
Aber Herr Haitner, bedenken Sie bitte dass man den betreffenden Richter wegen Anstiftung zum Mord, den Ausführenden wegen vollendeten Mordes anklagen und ggf wieder zum Tode verurteilen müsste. Denn zwei Mordmerkmale wären klar vorhanden: Wehrlosigkeit des Opfers und niedere Motive (Rache). Sie sehen, man steuert auf einen ewigen Kreislauf zu.