Konservatismus
Verfasst: So 6. Sep 2009, 19:41
Da mir dieses Wochenende auf meinem Seminar - wie an anderer Stelle berichtet - furchtbar langweilig war, hatte ich dort Zeit für etwas Lektüre und bin auch eine interessante Abhandlung zum Thema "(Moderner) Konservatismus" gestoßen. Ich fand diese hoch informativ, auch, weil sie in Worte fasst, was mich eigentlich bewogen hat, in die Union zurückzukehren, was ich aber selbst bisher nicht in dieser Prägnanz ausdrücken konnte.
Deswegen wollte ich diese Info mal hier vorstellen und zur Diskussion stellen. Für diejenigen, die es nicht ganz lesen möchten - Link unten - eine kurze Zusammenfassung:
Der Autor, Leiter des Büros für Vorstandsangelegenheiten der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung, beschreibt darin die Grundzüge konservativen Denkens.
Er grenzt dabei den Begriff des "Konservatismus" angelehnt an Karl Mannheim vom "Traditionalismus" ab. Konservative sind demnach nicht diejenigen, die einfach die bestehende Ordnung erhalten wollen, sondern Anhänger einer spezifischen Idee, die sich auf Edmund Burke zurückführen lässt; nur diejenigen, die in Übereinstimmung mit den Prinzipien Burkes agieren, sind demnach Konservative, alle anderen sind nur Traditionalisten. Daraus folgt auch, wie noch zu begründen ist, dass es Konservative nur im "christlichen Abendland" geben kann; von "chinesischen Konservativen" zu sprechen wäre demzufolge gänzlich sinnlos.
Laut dem Autor unterteilt sich die konservative Weltanschauung in Konstanten, die allen gemein sein müssen, die sich als Konservative verstehen, und in Variablen, die vom zeitgenössischen Kontext abhängen, sowie weiterhin in ein normatives Korrektiv.
Die Konstanten des Konservatismus sind demnach:
- das Prinzip der Evolution, d.h. zwar muss das Bestehende sich stets kritischer Prüfung stellen, aber die Veränderung ist das begründungsbedürftige, und wird diese Begründung nicht geliefert, bleibt alles, wie es ist; revolutionäre Veränderungen sind stets falsch, Ziel ist der Fortschritt mit Augenmaß
- die historische Kontinuität, die jeden Konservativen zu bewusstem und achtungsvollem Umgang mit der eigenen geschichtlichen wie regionalen Herkunft verpflichtet ("keine Zukunft ohne Herkunft")
- die Überzeugung von der ordnungsstiftenden Kraft der (christlichen) Religion; beachtlich ist hierbei, dass nicht etwa der Glaube an die christliche Lehre verlangt wird, sondern lediglich die Sozialisationswirkung der Religion anerkannt werden muss
Als Korrektiv sieht er die Grundausrichtung am christlichen Menschenbild, das heisst an der Menschenwürde, der Subsidiarität, der Solidarität und schließlich der Unvollkommenheit des Menschen.
Schließlich als Variable, das heisst, als derzeit richtige Inhalte, die aber nicht für alle Zeit richtig sein mögen, betrachtet er einen "fröhlichen, unverkrampften und weltoffenen Patriotismus" inklusive des Bekenntnisses zur Einheit Europas, zweitens einen nachhaltig funktionierenden Sozialstaat, drittens eine enge Verflechtung von Freiheit und Verantwortung.
http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsb ... mus_01.pdf
Deswegen wollte ich diese Info mal hier vorstellen und zur Diskussion stellen. Für diejenigen, die es nicht ganz lesen möchten - Link unten - eine kurze Zusammenfassung:
Der Autor, Leiter des Büros für Vorstandsangelegenheiten der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung, beschreibt darin die Grundzüge konservativen Denkens.
Er grenzt dabei den Begriff des "Konservatismus" angelehnt an Karl Mannheim vom "Traditionalismus" ab. Konservative sind demnach nicht diejenigen, die einfach die bestehende Ordnung erhalten wollen, sondern Anhänger einer spezifischen Idee, die sich auf Edmund Burke zurückführen lässt; nur diejenigen, die in Übereinstimmung mit den Prinzipien Burkes agieren, sind demnach Konservative, alle anderen sind nur Traditionalisten. Daraus folgt auch, wie noch zu begründen ist, dass es Konservative nur im "christlichen Abendland" geben kann; von "chinesischen Konservativen" zu sprechen wäre demzufolge gänzlich sinnlos.
Laut dem Autor unterteilt sich die konservative Weltanschauung in Konstanten, die allen gemein sein müssen, die sich als Konservative verstehen, und in Variablen, die vom zeitgenössischen Kontext abhängen, sowie weiterhin in ein normatives Korrektiv.
Die Konstanten des Konservatismus sind demnach:
- das Prinzip der Evolution, d.h. zwar muss das Bestehende sich stets kritischer Prüfung stellen, aber die Veränderung ist das begründungsbedürftige, und wird diese Begründung nicht geliefert, bleibt alles, wie es ist; revolutionäre Veränderungen sind stets falsch, Ziel ist der Fortschritt mit Augenmaß
- die historische Kontinuität, die jeden Konservativen zu bewusstem und achtungsvollem Umgang mit der eigenen geschichtlichen wie regionalen Herkunft verpflichtet ("keine Zukunft ohne Herkunft")
- die Überzeugung von der ordnungsstiftenden Kraft der (christlichen) Religion; beachtlich ist hierbei, dass nicht etwa der Glaube an die christliche Lehre verlangt wird, sondern lediglich die Sozialisationswirkung der Religion anerkannt werden muss
Als Korrektiv sieht er die Grundausrichtung am christlichen Menschenbild, das heisst an der Menschenwürde, der Subsidiarität, der Solidarität und schließlich der Unvollkommenheit des Menschen.
Schließlich als Variable, das heisst, als derzeit richtige Inhalte, die aber nicht für alle Zeit richtig sein mögen, betrachtet er einen "fröhlichen, unverkrampften und weltoffenen Patriotismus" inklusive des Bekenntnisses zur Einheit Europas, zweitens einen nachhaltig funktionierenden Sozialstaat, drittens eine enge Verflechtung von Freiheit und Verantwortung.
http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsb ... mus_01.pdf