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Versicherungsfall

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 20:06
von Joeli Veitayaki
Folgender Text wurde zur Erklärung eines Schadenfalles an eine
Versicherung geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie fordern Begründung, wie es dazu kam, dass mein Zaun von einem Sturm
zerstört worden ist. Nach anfänglicher Ratlosigkeit, was man da wohl
schreiben soll, ich dennoch aber gezwungen bin, zu antworten, um meinen
Pflichten als Versicherungsnehmerin nachzukommen, trage ich nun
ordnungsgemäß vor: "Die Sonne wärmt die Luft weltweit unterschiedlich.
Wo sie senkrecht auf die Erde trifft (am Äquator), wärmt sie stärker als
da, wo sie schräg auftrifft (Nord- und Südpol). Und über Land wärmt sie
stärker als über dem Meer. Aufgewärmte Luft dehnt sich aus, der
Luftdruck wird an diesen Stellen höher (man nennt das "Hochs"). An
kühleren Stellen bleibt der Luftdruck niedrig ('Tiefs'). Die Luft
versucht, diese Druckunterschiede wieder auszugleichen: Sie strömt von
Gebieten mit hohem Luftdruck in Gebiete mit niedrigem Luftdruck - je
größer die Druckunterschiede sind, umso schneller. Bewegt sich die Luft
mit 6 km/h, nennt man das Wind. Ab 75 km/h nennt man diese Bewegung
Sturm, ab 118 km/h Orkan. So schnell ist Luft aber nur bei extremen
Druckunterschieden. Ein solcher Druckunterschied lag am Schadenstag über
Deutschland vor. Zur Unglückszeit passierte schnelle Luft den Großraum
Hessen, wobei sie auch durch Asterode und an meinem Haus vorbei kam. Da
mein Haus der schnellen Luft im Wege stand, sollte es weggepustet
werden. Das lies jedoch mein treuer Zaun nicht zu. Um das Haus zu
schützen, hat sich mein armer Zaun mit aller Kraft gegen die schnelle
Luft gestemmt. Es gelang ihm zunächst, sich und das Haus erfolgreich zu
verteidigen, so dass die schnelle Luft gezwungen war, den Weg durch das
Nachbarhaus zu nehmen. Als das große Dach des Nachbarhauses in einem
Stück vorbeigeflogen kam, was nur in sehr seltenen Fällen vorkommt, muss
mein Zaun erschrocken oder zumindest kurz abgelenkt gewesen sein. Die
schnelle Luft hat sofort ihre Chance genutzt und meinen (treuen) Zaun
heimtückisch niedergedrückt. Der Held brach zusammen und starb noch am
Boden liegend vor dem Haus, welches er jedoch immerhin erfolgreich
beschützt hatte.

Das ist meiner Ansicht nach der Vorgang so, wie er sich real zugetragen
hat. Es könnte jedoch auch weniger dramatisch gewesen sein und der Fall
ist als ganz gewöhnlicher Sturmschaden zu behandeln, dem nichts
hinzuzufügen ist, außer dass an dem Tag in Asterode - wie überall in
Deutschland - Sturm war. Sollte weiterer Vortrag notwendig sein,
Zeugenaussagen begehrt werden oder Ihrer Ansicht nach eine Obduktion des
Zaunes erforderlich sein, stehe ich gerne zur Verfügung.

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 20:18
von Ashley von Blomkohl Cullen
Die wollten die Versicherung verarschen oder?

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 20:39
von Joeli Veitayaki
wer hat denn damit angefangen?
Sie fordern Begründung, wie es dazu kam, dass mein Zaun von einem Sturm zerstört worden ist.

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 20:40
von Christopher Adomeit
:D Ich liebe solche Fälle

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 20:41
von Kreittmayr
Klarer Fall von dumme Frage, dumme Antwort. ^^

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 20:44
von Madonna Ritchie-Ashcraft
=)

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 20:45
von pjotr
Wie geil :D

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 20:51
von Ashley von Blomkohl Cullen
Original von Joeli Veitayaki
wer hat denn damit angefangen?
Naja aber für diese Ironie brauch man schon Muse ^^

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 21:15
von Jan-Claudius von Blomkohl Cullen
Sehr genial :D

Verfasst: Mo 16. Mär 2009, 21:43
von Wolfgang Müller
=)

Klasse Antwort auf so einen unnötigen Bürokratiemist!