Verfasst: Do 5. Mär 2009, 18:56
Bist du Krankfurt-Fan?Original von SRM
Ja, ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Schalke 04 und 1. FC Nürnberg sind keine Arbeitersportvereine, sondern (klein-)bürgerlichen Ursprungs. Weiterhin waren diese Klubs auch sehr an der Kommerzialisierung des Fußballsports beteiligt. Bayern war in dem Sinne Evolutionssieger, dass diese es geschafft haben eine Linie zu halten, während bei anderen Klubs durch Skandale und Missmanagment der Abstieg erfolgte. Weiterhin war die Verwurzelung früher eher im Stadtviertel/Stadtteil, als in der Stadt, sonst hieße Schalke 04 ja unter Umständen Gelsenkirchen 04.Original von Konrad Grimm
Aber das ist doch genau der Punkt: Wenn man überhaupt etwas Rationales am Bayern-Hass finden kann, dann ja wohl, dass der FC Bayern Vorreiter in der Kommerzialisierung des Fußballs war. In den vorprofessionellen Zeiten war der FCB eine bedeutungslose Adresse, da waren die Arbeiterstädte Nürnberg und Gelsenkirchen die Fußball-Großmächte. Da waren Stadt und Verein noch Einheit. Die Bayern waren natürlich Evolutionssieger, weil sie den Kapitalismus im Fußball perfekt genutzt haben ("wir können zwar nicht Fußball spielen, aber wir können uns ja jemanden kaufen, der es kann!"). Und das passt eigentlich nicht zu einem Relikt wie Fußballfankultur, die zutiefst lokalpatriotisch-chauvinistisch ist, was den Hass auf diesen "Verein" begründet.
Blödsinn, Hass gibt es bei mir nicht. Nur eine Abneigung. Hass wäre, wenn man einen Klub zerstören will. Aber hier gehts ja einfach nur um eine Antipathie und eine Genugtuung, für unzählige Niederlagen gegen einen Verein.Bayern-Hass ist Antikapitalismus. Er ist das Gefühl - unbewusst, wohlgemerkt -, dass "das alles nichts mehr mit Sport zu tun hat".
Blödsinn.Allerdings glaube ich, dass der FC Bayern seinen Zenit hinter sich hat. Denn der Kapitalismus, den sie dem Fußball gebracht haben, hat sich seitdem verändert. Sie mögen ja noch die New Economy überlebt haben (Borussia Dortmund), aber jetzt stehen sie zwischen Oligarchentum (Hoppenheim) und Weltwirtschaftskrise; was von beiden dem mittelständischen Unternehmen Bayern München den Todesstoß versetzen wird, wird sich zeigen, aber eins von beiden wird es. Denn entweder wird unser System gerettet, dann laufen wir auf die spätkapitalistische Oligarchenzeit zu; oder das System kollabiert - dann entscheidet wohl in Zukunft wieder das ZK, wer Meister wird.
So groß sind die Punktunterschiede auch wieder nicht.Original von Teri Shark
Der Vereinsname hinter der 1 ändert sich nicht mehr.
Du liest wohl zu viel Psyschologie-Bücher. Glück bedeutet halt eben auch mal, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.Original von Konrad Grimm
"Glück" ist es nicht. Es ist einerseits Geld (logisch) und andererseits Psychologie (zwar will jeder Bayern schlagen, aber trotzdem glauben Bayerns Gegner nicht dran, die Bayern dafür an sich selbst und bis hin zum Schiedsrichter alle Dritten an die Bayern).
Hat sich scheinbar nur in Deutschland so verbreitet. Und 1. FC bedeutet ja eigentlich nichts anderes, dass der Club für sich in Anspruch nimmt, dass er als erster Fußballverein in einem Ort/einer Stadt gegründet wurde.Original von Jan-Claudius von Blomkohl
Mh, kann mir einer in dem Zusammenhang erklaeren, wieso es nur im Deutschen Raum 1. FCs gibt und nirgendwo anders? Abgesehen davon, wie kommt es zu der Bennenung eigentlich?
Gibt im übrigen auch noch so Namensbestandteile wie 1. SC oder 1. FV oder 1. SV. Wie Grimm schon schrieb, eine deutsche Modeerscheinung.