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DIE LINKE: Mitgliederschwund in Hessen

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 12:50
von Michael Schneider
Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Hessen hat die Partei Die Linke nach SPIEGEL-Informationen mit zahlreichen Austritten enttäuschter Mitglieder zu kämpfen.

Der Linken-Ortsverband im nordhessischen Baunatal hat sich zum Jahreswechsel praktisch aufgelöst. Der Ortsvereinsvorsitzende Bernd Heinicke und sein Stellvertreter beklagen fehlende Basisdemokratie, Mobbing von Mitgliedern sowie "elitäre Kaderbildung" in ihrer Partei. Neben ihnen haben noch 29 weitere nordhessische Genossen zum 31. Dezember 2008 aus ähnlichen Gründen ihren Parteiaustritt erklärt. Weitere Mitglieder, darunter ein Landesvorstandsmitglied, planen diesen Schritt nach Informationen aus Parteikreisen für Mitte Januar.

Bei den hessischen Linken schwelt seit Monaten ein Konflikt zwischen basisdemokratisch orientierten Mitgliedern und großen Teilen der Parteiführung sowie der Landtagsfraktion. Der Parteispitze wird vorgeworfen, politische Inhalte zugunsten von Eigeninteressen und Machtpolitik aufzugeben.

Die Linken-Landesvorsitzende Ulrike Eifler, die im Gegensatz zur Mehrheit im Landesvorstand auf Seiten der Reformer steht, warnte kürzlich, die Erfolgsgeschichte der Linken werde "kurz" sein, wenn es nicht gelinge, die "organisationspolitischen Probleme" der Partei in den Griff zu bekommen
Quelle: spiegel.de

Hehe finde ich auch sehr amüsant. Gerade das "fehlende Basisdemokratie, Mobbing von Mitgliedern sowie "elitäre Kaderbildung" in ihrer Partei. " Da bleibt aber ein wenig gutes Bild übrig.

RE: DIE LINKE: Mitgliederschwund in Hessen

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 13:56
von Palin Waylan-Majere
Original von Michael Schneider
Gerade das "fehlende Basisdemokratie, Mobbing von Mitgliedern sowie "elitäre Kaderbildung" in ihrer Partei. " Da bleibt aber ein wenig gutes Bild übrig.
Damit gleicht die Linke sich ja den anderen Parteien an.

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 13:59
von Montgomery Scott
Ja, und das auch noch auf recht unglückliche Weise. Ich weiß auch nicht so genau, was da los ist aber es brodelt schon länger in der hessischen Linken. Wenn ich das richtig sehe, ist der Grund für den Konflikt eine Lagerbildung, die schon seit dem Zusammenschluss im Gange ist.

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 14:52
von Fiete Schulze
Das ist aber ein sehr altes Problem...welches es schon in der PDS gab. Das Spektrum der Linken ist wirklich weit gefächert, viel mehr als in anderen Parteien. Inzwischen haben wir von Kommunisten, Gewerkschaftler, Grüne bis hin zu Sozialdemokraten alles in der Partei...da gibt es jeden Tag Kämpfe auszutragen. Allerdings muss man sich auch immer mal anschauen, welche Gründe z.B. die Leute angegeben haben die aus der CDU oder SPD ausgetreten sind, ich wette mit euch, sie werden sich sehr ähneln. Es ist meist so, dass jemand der aus einer Partei austritt, meist auch dann kein gutes Haar mehr an ihr läßt ;)

RE: DIE LINKE: Mitgliederschwund in Hessen

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 16:13
von Fabian Montary
Original von Palin Waylan-Majere

Damit gleicht die Linke sich ja den anderen Parteien an.
Naja, naja... ;) Mobbing von Mitgliedern, da hab ich das Gefühl, da ist der Verband der sog. Linkspartei in meinem Landkreis Deutscher Meister - da gibt es so zwei, drei Lager, die sich gegenseitig öffentlich bekämpfen, was dazu führt, dass man mit denen nicht mehr arbeiten kann.

RE: DIE LINKE: Mitgliederschwund in Hessen

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 16:16
von Fiete Schulze
Original von Fabian Montary

Damit gleicht die Linke sich ja den anderen Parteien an.
Naja, naja... ;) Mobbing von Mitgliedern, da hab ich das Gefühl, da ist der Verband der sog. Linkspartei in meinem Landkreis Deutscher Meister - da gibt es so zwei, drei Lager, die sich gegenseitig öffentlich bekämpfen, was dazu führt, dass man mit denen nicht mehr arbeiten kann.[/quote]

Na so gut wie die SPD sind wir noch lange nicht ^^

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 20:18
von Isabelle Corinne de La Fayette
Eine ganz pragmatische Analyse wäre es zu vermuten, dass die Austrittswelle von der Enttäuschung über die geplatzte Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung in Hessen durch die Linke herrührt. Einige Mitglieder haben in der Linken vielleicht doch nur einen Geheimtipp als Karrierepfad gesehen.

Denn mal ehrlich, wer wegen der Hartz-Reformen aus der SPD ausgetreten ist, der hätte das bereits nach Schröders Kür zum Kanzlerkandidaten 1998 tun können und tun sollen. Die war schon der Abschied vom Wesen der SPD als linker Volkspartei und die Weichenstellung für die Reise in die Kapitalimusvergötzung.

Fiete Schulze hat natürlich Recht wenn er darauf hinweist, dass die Linke mittlerweile die pluralistischste unter den großen Parteien ist. Aber die WASGler haben meines Erachtens nie dort hineingepasst. Denen ging es doch schon immer nur um Selbstdarstellung statt um echte Reformen und Gegensteuern gegen gefährliche Umformungen der Gesellschaft.

Solange der Schröderismus glanzvoll erschien haben sie mitgefeiert. Als die Maske fiel wollten sie sich dann beim Widerstand anbiedern.

Mein Rat an diese Leute: haut ab und kommt nicht wieder! Die Linke wird auch ohne euch in näherer Zukunft zur 20%+ Partei. Dann kommen auch die Merkels und Kauders, die Münteferings und Steinmeiers, die Westerwelles und Niebels, die Roths und Özdemirs gezwungermaßen zum Umdenken.

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 23:42
von Fiete Schulze
Naja die Zahlen sprechen eine andere Sprache als diverse Medien in hessen. Die hessische Linkspartei hat ihre Mitgliederzahl im Laufe des Jahres 2008 von 1913 auf 2645 gesteigert und somit einen Zuwachs von 732 Mitgliedern erzielt. Allein im letzten Quartal sind 230 Neue zur Partei gekommen, darunter aktive Gewerkschafter, ehemalige SPDler sowie die Frakfurter Stadtverordnete Silke Seitz, der ehemalige SPD-Vorsitzende im Rheingau-Taunus-Kreis Benno Pörtner und der langjährige Geschäftsführer der Gewerkschaft Textil-Bekleidung Hans-Jürgen Trühe.
Also "Mitgliederschwund" sieht für mich anders aus, ich sehe hier mehr einen neuen Feldzug gegen die Linke durch die Presse.
Auch stimmt die Aussage nicht, das der komplette Ortsverband Baunatal ausgetreten ist, nach wie vor machen Mitglieder des Ortsverbandes Wahlkampf in Baunatal.

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 00:02
von Isabelle Corinne de La Fayette
Es gehen die, die sich von einer Mitgliedschaft in der Linken nur einen schnellen Aufstieg versprochen haben. Es kommen dafür die, die begriffen haben, dass es nicht weitergehen kann wie bisher.

Wer darunter versteht, dass der Sozialstaat demontiert werden muss, der hat die letzten 25 Jahre gepennt. Nichts anderes ist nämlich seitdem passiert. Und so kann es nicht weitergehen.

Ich würde mich gar nicht mit kurzfristigen Saldi der Parteieintritte und -austritte befassen. Entscheidend ist, dass immer Menschen bereits verstehen und noch verstehen werden, dass Union, SPD, FDP und Grüne keine Antworten mehr auf die drängenden Probleme der Zeit haben. Der historische Erfolg der Bundesrepublik beruhte auf ihrer Vereinbarung von Freiheit, Demokratie, Marktwirtschaft und sozialer Gerechtigkeit. Diese Synthese soll jetzt zerstört werden. Die Linke tritt dem als einzige relevante politische Kraft entgegen.

Jeder kurzfristige Erfolg der für Deregulierung und Entsolidarisierung eintretenden Parteien ist ein langfristiger Erfolg für die Linke. Denn schrankenloser Kapitalismus löst keine Probleme, er verschärft sie nur. Die Ergebnisse der derzeit als Allheilmittel propagierten Politik werden noch mehr Menschen für die Ideen und Ziele der Linken interessieren.

Zynisch gesprochen geht es uns vielleichte einfach noch nicht schlecht genug.

Verfasst: Di 6. Jan 2009, 01:09
von pjotr
Das Geschwätz von einer angeblichen Einheitspartei aus Union, SPD, FDP und Grünen ist aber auch nicht grade problemlösend.