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He's going through CHANGES

Verfasst: So 4. Jan 2009, 14:12
von Kreittmayr
Ja, alles sehr interessant mit Obama:
Die Ära der Neocons in Washington mag jetzt vorbei sein, aber Obama präsentiert sich am 20. Januar nicht als Liberaler. Der 44. Präsident der USA outet sich am Tag der Amtseinführung als entschiedener Wertkonservativer. Die Hauptpredigt beispielsweise soll von dem konservativen Evangelikalen Rick Warren gehalten werden. Warren wettert von der Kanzel mit Verve gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. [...]

Warrens Kirche akzeptiert keine homosexuellen Mitglieder, auch unverheirateten Hetero-Paaren bleibt die Gemeinde verschlossen. Die Feministin Katha Pollit wirft Warren vor, seine Kirchenpolitik entmündige Ehefrauen, weil sie die Entscheidungen ihrer Männer grundsätzlich zu unterstützen hätten - auch bei begründeten Meinungsunterschieden. Berüchtigt ist auch die Antwort, die Rick Warren in Aspen, Colorado einer Jüdin gab, die ihn fragte, ob sie nach ihrem Tode zwangsweise in der Hölle brennen müsse. Der große, rundliche Charismatiker antwortete mit einem klaren, atemberaubenden "Ja". Atemberaubend deswegen, weil viele Saalmitglieder hörbar den Atem anhielten. [...]

Doch christliche Sänger sind eine Sache, christliche Präsidenten eine andere. Auf den konservativen Christen Obama scheinen die Linksliberalen nicht vorbereitet zu sein. Seine Vorliebe für kontroverse Prediger ist seit der Affäre um den Reverend Jeremiah Wright gut bekannt. Damals lautete die knifflige Frage, ob Obama insgeheim zu schwarzem Nationalismus oder gar Linksradikalismus tendierte.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 64,00.html

Nun, da bin ich ja mal gespannt, was der Beloved Leader uns noch so bringen wird.

Verfasst: So 4. Jan 2009, 14:25
von Joeli Veitayaki
statt "we can" ist es halt nun "he can" ;)

Verfasst: So 4. Jan 2009, 14:27
von Kreittmayr
-- Nein, das kann er doch unmöglich machen?!
-- Oh Yes, he can ...

:evil:

Verfasst: So 4. Jan 2009, 14:52
von Fabian Montary
Bam!

Verfasst: So 4. Jan 2009, 14:56
von Victoria Sewell
So gesehen immerhin lustig dass er - trotz der erwarteten keynesianistischen Wirtschaftspolitik - auch was überraschendes für den
links-dekadenten europäischen Intellektuellen-Mainstream bringt.

Verfasst: So 4. Jan 2009, 15:06
von Madonna Ritchie-Ashcraft
Ich mache mir um ihn keine Sorgen; er wird sicherlich alsbald entsorgt, wenn man ihn schon so nah fast nackt fotografieren kann.

RIP!

Verfasst: So 4. Jan 2009, 15:18
von Montgomery Scott
Naja, wie jemals jemand darauf kommen konnte, Obama als Linksliberalen einzuordnen, ist mir schleierhaft. Dass er für Kriegsdrohungen gegen den Iran und für die Todesstrafe ist, hat er doch nie verschwiegen. Neu ist da noch eher, dass sein gesellschaftsliberales Profil droht, zu schwinden. Das an der Predigt eines von ihm vorgeschlagenen Priesters festzumachen, ist aber doch etwas vorschnell.

Verfasst: So 4. Jan 2009, 16:35
von Konrad Grimm
Dass er einen aus dem anderen Lager die Predigt halten lässt, könnte auch ein Rückgriff auf seinen Satz sein, dass es nicht ein liberales Amerika und ein konservatives Amerika, sondern nur die Vereinigten Staaten von Amerika gibt. Frei nach Wilhelm II: "Ich sehe keine Parteien mehr, ich sehe nur noch Amerikaner." Ich glaube jedenfalls nicht, dass Osama sich als "Sozialkonservativer" entpuppt. Für mich ist und bleibt er der legitime Enkel von F.D. Ruletheworld, genauso wie Angie wohl ein Bild von Brüning über dem Schreibtisch hängen hat. Und der Horschtl will ja jetzt einen auf national und sozial (Treppenwitz: pro-europäische bayerische Folklorepartei redet über die Nation) machen.

Ich habe langsam den Eindruck, wir erleben dieser Tage, wie sich die frühen Dreißiger als Karikatur ihrer selbst wiederholen.

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 10:43
von Damian Fuller
Original von Konrad Grimm
...genauso wie Angie wohl ein Bild von Brüning über dem Schreibtisch hängen hat.
Naja, Brüning verhielt sich wirtschaftlich vernünftig, diese Spar- und Konsolidierungspolitik war aber politisch nicht durchsetzungsfähig, bzw. da haben die Wahlversprechungen anderer Parteien mehr verlockt.
Mal sehen, wie es Merkel mit ihrer Außenseiterrolle gegen die keynesianistische Mehrheit der westlichen Regierungen ergeht. Zumindest wird sie von Horst Köhler nicht abgesetzt werden können.

Verfasst: Mo 5. Jan 2009, 17:25
von Kreittmayr
Brüning und wirtschaftspolitisch vernünftig? Da habe ich meine Zweifel, zumindest wenn man das Gesamtfeld in Betracht zieht.