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NRW FDP denkt um

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 18:41
von Wolfgang Müller
Die FDP ist zum Teil endlich mal aufgewacht:
http://www.ksta.de/html/artikel/1218660805850.shtml
http://www.ad-hoc-news.de/FDP-will-regi ... l/19836693
http://www.ad-hoc-news.de/FDP-will-neue ... k/19835385

Komisch, dass es nur so wenig Ressonanz von der Presse gibt, bisher nur Welt, Kölnische Rundschau, Kölner Stadt-Anzeiger, Ahlener Zeitung und Ad-Hoc News.

Auch ansonsten gibt sich die FDP in eine Richtung, die die verstärkte Kontrolle der Wirtschaft befürwortet. Die marktradikalen und libertären Kräfte verlieren scheinbar an Einfluß (mit dem Mittelstand lässt sich sowieso eher eine auf Sozialpartnerschaft ausgelegte Politik machen).

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 18:45
von Hajo Poppinga
Es ist ein vernünftiger Entschluß, daß die FDP sich gegen die verkürzte Gymnasialzeit (sog. G8) ausspricht. Das bringt uns allen nur Unheil - was die sog. "Mittelschule" angeht, so ist das doch nur Verwaltung der Konkursmasse. Die Hauptschule ist mittlerweile derartig grottig, daß man hofft kostensparend eine Qualitätssteigerung dadurch zu erreichen indem man sie mit der Realschule und ggf. bestehenden Gesamtschulen zusammenzulegen.

Das ist nichts anderes als eine Unfähigkeitserklärung, die Hauptschule reformieren zu können. Viel sinnvoller wäre es, die Hauptschule zu stärken und Grundlagen für eine Berufsausbildung bereits dort zu integrieren, einen stärkeren Praxisbezug herzustellen und sie nicht länger zu einer Resterampe verkommen zu lassen.

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 18:47
von Palin Waylan-Majere
Original von Hajo Poppinga

Das ist nichts anderes als eine Unfähigkeitserklärung, die Hauptschule reformieren zu können. Viel sinnvoller wäre es, die Hauptschule zu stärken und Grundlagen für eine Berufsausbildung bereits dort zu integrieren, einen stärkeren Praxisbezug herzustellen und sie nicht länger zu einer Resterampe verkommen zu lassen.
Sie wird doch schon durch die Bildungsempfehlung zur Resterampe.

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 18:48
von Hajo Poppinga
Bildungsempfehlung?

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 18:50
von Montgomery Scott
Original von Palin Waylan-Majere
Sie wird doch schon durch die Bildungsempfehlung zur Resterampe.
Jupp. Und verbaut Kindern - allen voran solchen aus unteren Gesellschaftsschichten - schon früh die Möglichkeit, Abitur zu machen und an die Uni zu kommen.

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 18:51
von Palin Waylan-Majere
Wiki lenkt mich bei dem Wort direkt zu Schullaufbahnberatung.

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 18:55
von Hajo Poppinga
Original von Palin Waylan-Majere
Wiki lenkt mich bei dem Wort direkt zu Schullaufbahnberatung.
Ach das, heißt glaube ich in Nds. Schullaufbahnirgendwas. Über NRW bin ich da nicht informiert, aber in Nds. ist das glücklicherweise nicht bindend, sondern der freie Elternwille zählt. Insofern wird da grds. niemandem etwas verbaut.

Und mal davon abgesehen - wenn die Hauptschule tatsächlich ihre Schwerpunkt auf die Vermittlung berufsqualifizierender Fähigkeiten legen würde und möglicherweise auch schon Stoff aus BGJ / BVJ vermittelte, wäre ihre Attraktivität deutlich höher. Das die Hauptschule, so wie sie jetzt ist, nicht sonderlich attraktiv ist, gebe ich unumwunden zu. Dennoch halte ich sie grundsätzlich für sinnvoll, besonders wenn sie eben ihren Schwerpunkt auf Berufsvorbereitung und Qualifizierung legt und am besten noch einen ganz starken Prxisbezug, mit vielen Praktika bpsw., aufweist.

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 19:03
von Montgomery Scott
Original von Hajo Poppinga
Ach das, heißt glaube ich in Nds. Schullaufbahnirgendwas. Über NRW bin ich da nicht informiert, aber in Nds. ist das glücklicherweise nicht bindend, sondern der freie Elternwille zählt. Insofern wird da grds. niemandem etwas verbaut.
Der "Freie Elternwille"? Hat Kant nicht darüber geschrieben? ;)

Mal im Ernst, ich denke, es wird kaum nötig sein, eine Erhebung darüber zu suchen, wieviel Prozent aus den unteren Bildungsschichten ihre Kinder aufs Gymnasium schicken, wenn der Lehrer ausdrücklich davon abrät.
Und mal davon abgesehen - wenn die Hauptschule tatsächlich ihre Schwerpunkt auf die Vermittlung berufsqualifizierender Fähigkeiten legen würde und möglicherweise auch schon Stoff aus BGJ / BVJ vermittelte, wäre ihre Attraktivität deutlich höher. Das die Hauptschule, so wie sie jetzt ist, nicht sonderlich attraktiv ist, gebe ich unumwunden zu. Dennoch halte ich sie grundsätzlich für sinnvoll, besonders wenn sie eben ihren Schwerpunkt auf Berufsvorbereitung und Qualifizierung legt und am besten noch einen ganz starken Prxisbezug, mit vielen Praktika bpsw., aufweist.
Warum sollte daran irgendetwas sinnvoll sein? Warum nicht alles unter einem Dach ohne Mobilitätsbarrieren organisieren?

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 19:04
von Wolfgang Müller
BVJ/BGJ ist dazu da um Leuten ohne Schulabschluss nen Hauptschulabschluss zu vermitteln. Im Endeffekt ist das sowieso nur ne Art Beschäftigungstherapie und bessert nicht die Qualität der Hauptschule.

Immer dieser Blödsinn aus den Reihen der CDU. Die Hauptschule ist ne Sackgasse, wacht endlich auf. Zwei Schulformen (Gymnasium und Realschule) parallel zueinander und dazu Integrierte und Kooperative Gesamtschulen sind. Weiterhin die Realschule plus (Fachabitur auf der Realschule, also 12 Jahre) sind die Schmerzgrenze.

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 20:30
von Loituma Aichberger
Das ist doch Unsinn. Wenn man das dreigliedrige Schulsystem wieder richtig hinstellt, dann hat jede Schulform ihre Daseinsberechtigung. Das Gymnasium bereitet auf ein späteres Studium vor, die Realschule auf kaufmännische Berufe und mittlere Verwaltungsebenen und die Hauptschule bereitet auf Berufe im Handwerk oder der Industrie vor. So war es ursprünglich mal konzipiert und hat auch über Jahrzehnte funktioniert. In BW etwa funktioniert es etwa im ländlichen Bereich auch heute noch so - jedenfalls im Großen und Ganzen.

Jedoch wurde dieses System irgendwann kaputt gemacht, als man unbedingt jedermann ein Abitur geben wollte. Daraufhin bekam man eine Abiturientenschwemme und die anderen Abschlüsse wurden entwertet.

Ich würde noch mehr dazu schreiben, muss jetzt aber aufhören.