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Jetzt übernimmt Horst Seehofer das Steuer in der CSU. Günther Beckstein aber bleibt als sein Tandempartner in München im Sattel. Weil für Beckstein kein besserer Ersatzmann in Sicht ist, musste nur Parteichef Erwin Huber die Verantwortung für das Wahldesaster übernehmen und seinen Platz räumen. Sichtlich gezeichnet gab Huber am Dienstag seinen Rücktritt bekannt – und Beckstein kündigte strahlend seine Pläne für die anstehenden Koalitionsverhandlungen in Bayern an.
Aber wer soll es besser machen? Innenminister Joachim Herrmann, der immer wieder als möglicher Nachfolger Becksteins genannt wird, ist ebenfalls Franke und kein geborener Bierzeltredner. Der leutselige Schwabe Schmid hat persönlich die besten Wahlergebnisse, hat sich aber mit dem Rauchverbot viele Feinde gemacht. Europaminister Markus Söder gilt als Zukunftstalent, aber ihm haftet auch der Ruf des Haudraufs und Dampfplauderers an. Und Seehofer hat sich mit politischen Solostückchen viele Gegner in der CSU-Landtagsfraktion geschaffen.
Der künftige Parteichef äußerte sich öffentlich nicht dazu. In der Nachtsitzung der Parteispitze habe er aber zugestimmt, dass Beckstein und Schmid im Amt bleiben, hieß es aus Parteikreisen. Der Ministerpräsident wird im November 67 Jahre – vor der nächsten Wahl 2013 kann die junge Generation also auf ihre Chance warten, da brennt nichts an.
Beckstein schaut trotz der bisher innerbürgerlichen Herrschaftsprobleme optimistisch in die Zukunft:
Bewegt dankte er Huber nach dessen Rücktritt: „Es war eine wirklich gute Zeit mit ihm.“ Aber dann blickte er rasch nach vorn: Noch in dieser Woche will er mit FDP und Freien Wählern Sondierungsgespräche führen und „den Erfolgskurs Bayerns fortsetzen.“
Zuletzt geändert von Damian Fuller am Di 30. Sep 2008, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.