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Kathedrale von St. Luca

Verfasst: Do 25. Sep 2008, 01:56
von Bernhard Leber
Die Kathedrale von St. Luca.

Bild

Hier finden regelmäßig katholische Gottesdienste statt.

Verfasst: Do 25. Sep 2008, 10:38
von Montgomery Scott
*betritt die Kathedrale, bekreuzigt sich und setzt sich in eine Bank und blickt in sich gekehrt nach unten*

Verfasst: So 28. Sep 2008, 09:31
von Bernhard Leber
Zieht, unter den Klängen der Orgel und in Begleitung mehrerer Messdiener in die Kathedrale ein, wo sich viele Gläubige zum Gottesdienst versammelt haben.
Liebe Gemeinde,
nach langer Zeit der Vakanz hat der Heilige Vater in Valsano beschlossen, im Erzbistum St. Luca einen neuen Erzbischof und in der Demokratischen Union einen neuen Metropoliten einzusetzen. Seine Wahl viel auf mich und ich habe die Berufung dankbar und in Demut angenommen. Gott und den Menschen zu dienen, ist das Motto, welches ich mir zu Beginn meines Amtes gesetzt habe.

Es spielt das Orchester und es singt der Chor




Wir lesen bei Jesaja:
"So spricht der Herr, der im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn macht, der ausziehen lässt Wagen und Rosse, Heer und Macht, dass sie auf einem Haufen daliegen und nicht aufstehen, dass sie verlöschen, wie ein Docht verlischt: Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. Das Wild des Feldes preist mich, die Schakale und Strauße; denn ich will in der Wüste Wasser und in der Einöde Ströme geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten; das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen."





Liebe Gemeinde,
"Erkennt ihr's denn nicht?" Gott spricht zu seinem auserwähltem Volk, das, fern der Heimat, im Exil schmachtet. Offensichtlich liegt Gott viel daran, dass die Angesprochenen merken, dass er einen neuen Anfang macht. Er fordert heraus, genau hinzusehen und das Neue zu bemerken. Sicher sind die Leute damals im Exil der Meinung gewesen, dass sie bestimmt merken würden, wenn sich die politische Großwetterlage geändert hätte. Aber so selbstverständlich war es wohl nicht, denn Gott muss sie richtig auf das Neue stoßen. Ich spüre Gottes Enttäuschung, dass die Leute es nicht von selbst gemerkt haben, wohl auch gar nicht richtig erwartet haben, sich abfanden mit ihrer Situation und Gott nichts mehr zutrauten.
"Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde." Diese Ansage Gottes hat Jesus Christus aufgenommen, der von sich sagt: "Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nie mehr dürsten.“ Und: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."
Mit dem heutigen Tag soll in der Demokratischen Union ein Neuanfang getan werden: die Heilige Katholische Kirche, von Petrus als Fels in der Brandung gegründet, soll wieder zum Hort gelebten und lebendigen Glaubens werden. Zum Ruhme Gottes und zum Seelenheil der Menschen.





Es singt der Chor und es spielt das Orchester




Liebe Gemeinde, wir sprechen un das Glaubensbekenntnis:




Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil
ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.





Messdiener bringen den Kelch mit Korporale und Kelchtüchlein und das Meßbuch zum Altar. Der Erzbischof nimmt die Schale mit dem Brot, hält sie über den Altar und spricht leise. Dann stellt er die Schale auf das Korporale. Als nächstes gießt er Wein und ein wenig Wasser in den Kelch und spricht wieder leise. Der Kelch wird anschliessend über den Altar gehalten. Auch der Kelch wird auf das Korporale gestellt. Nun verneigt sich der Erzbischof davor. Dann wäscht er sich die Hände.
Zu den Anwesenden zugewandt, spricht der Erzbischof nun:


Lasset uns beten zu Gott, dem allmächtigen Vater, daß er die Gaben der Kirche annehme zu seinem Lob und zum Heil der ganzen Welt.

Herr, unser Gott, wir bringen das Brot dar, das aus vielen Körnern bereitet, und den Wein, der aus vielen Trauben gewonnen ist. Schenke deiner Kirche, was die Gaben geheimnisvoll bezeichnen: die Einheit und den Frieden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir, Herr, Heiliger Vater, immer und überall zu danken durch Deinen geliebten Sohn Jesus Christus. Er ist Dein Wort, durch ihn hast Du alles erschaffen. Ihn hast Du gesandt als unseren Erlöser und Heiland: Er ist Mensch geworden durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria. Um Deinen Ratschluß zu erfüllen und Dir ein heiliges Volk zu erwerben, hat er sterbend die Arme ausgebreitet am Holze des Kreuzes. Er hat die Macht des Todes gebrochen und die Auferstehung kundgetan. Darum preisen wir Dich mit allen Engeln und Heiligen und singen vereint mit ihnen das Lob Deiner Herrlichkeit. Amen.

Hosanna in excelsis deo! Ja, Du bist heilig, großer Gott, Du bist der Quell aller Heiligkeit

Sende Deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie, damit sie uns werden Leib ...

Der Erzbischof macht ein Kreuzzeichen über Schale und Kelch.

... und Blut Deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.
Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach:

Nehmet und esset alle davon: das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.

Der Erzbischof zeigt der Gemeinde nun die konsekrierte Hostie, dann legt er sie auf die Hostienschale und macht eine Kniebeuge.

Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach:

Nehmet und trinket alle daraus: das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.

Der Erzbischof zeigt der Gemeinde den Kelch, dann stellt er ihn auf das Korporale und macht eine Kniebeuge.

Geheimnis des Glaubens: Deinen Tod, o Herr verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit. Darum, gütiger Vater, feiern wir das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Deines Sohnes und bringen Dir so das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles dar. Wir danken Dir, daß Du uns berufen hast, vor Dir zu stehen und Dir zu dienen. Wir bitten Dich: Schenke uns Anteil an Christi Leib und Blut, und laß uns eins werden durch den Heiligen Geist. Gedenke Deiner Kirche auf der ganzen Erde, und vollende Dein Volk in der Liebe, vereint mit unserem Papst Innozenz V. und allen Bischöfen und Erzbischöfen, unseren Priestern und Diakonen und mit allen, die zum Dienst in der Kirche bestellt sind.

Der Erzbischof erhebt Hostienschale und Kelch und spricht:

Durch Ihn und mit Ihm und in Ihm
ist Dir, Gott, allmächtiger Vater,
in der Einheit des Heiligen Geistes
alle Herrlichkeit und Ehre
jetzt und in Ewigkeit!
Amen.

Wir haben den Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht. Darum wagen wir zu sprechen:

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Der Herr hat zu seinen Aposteln gesagt: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Deshalb bitten wir:
Herr Jesus Christus, schau nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche und schenke ihr nach deinem Willen Einheit und Frieden.

Gebt nun einander ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung!

Der Erzbischof bricht die Hostie über die Schale in mehrere Teile zum Zeichen, daß alle von demselben Brot essen und an dem einen Leib Christi teilhaben. Ein kleines Fragment der Hostie senkt er in den Kelch. Der Domchor singt inzwischen:

"Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: erbarme dich unser.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt:
erbarme dich unser.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt:
gib uns deinen Frieden.
Amen."

Der Pfarrer macht eine Kniebeuge, nimmt ein Stück der Hostie, hält es über der Schale und spricht, zur Gemeinde gewendet, laut:

Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.

Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind.

Die Gläubigen, die am Abendmahl teilnehmen, kommen nach vorne, während die Orgel ertönt.




Zu jedem Abendmahlteilnehmer:

Der Leib Christi!

Nachdem alle am Abendmahl teilgenommen und wieder ihre Plätze eingenommen haben, breitet die Arme aus:

Der Herr beschütze dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig,
der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.

Beschreibt mit der rechten Hand ein Kreuz:

Amen

Der Erzbischof zieht unter den Klängen der Orgel aus der Kathedrale aus.

Verfasst: So 28. Sep 2008, 11:06
von Montgomery Scott
Amen!

Verfasst: Mo 29. Sep 2008, 09:24
von Michael Heen
Amen.

Verfasst: So 5. Okt 2008, 11:09
von Bernhard Leber
Zieht unter den Klägen der Orgel in den Dom ein.

Liebe Gemeinde,
wir hören nun aus der Heiligen Schrift nach Matthäus:

"Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal?
Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzig mal sieben.
Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte.
Als er aber anfing, abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete.
Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit seine Schulden zu bezahlen.
Der Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefällig und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen.
Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los und erließ ihm das Darlehen.
Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Und er ergriff und würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist!
Sein Mitknecht nun fiel nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt habe.
Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war.
Da rief ihn sein Herr herbei und spricht zu ihm: Böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest.
Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?
Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war.
So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt."

Liebe Gemeinde,
wir lesen bei Johannes: "Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit."
Wir leben alle von der Gnade Gottes: von Seinem Erbarmen mit uns, von Seiner Vergebung, die uns in Jesus geschenkt wird. Wir leben davon, daß Gott - obwohl er es nicht müßte! - uns alle unsere Schuld vergibt, uns freispricht, uns begnadigt, daß er uns nicht anklagt, sondern uns frei ausgehen läßt! Als Jesus am Kreuz ausrief: "Es ist vollbracht!", da hat er unsere Schuld bezahlt und uns damit gerecht gesprochen. Zu Gott kommt keiner von uns durch seine eigene Gerechtigkeit, sondern wir sind als Christen allesamt - begnadigte Versager.
Petrus fragt Jesus, ob er seinem Bruder bis zu siebenmal vergeben soll, und Jesus antwortet ihm: "Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzig mal sieben." Das ist keine Feilscherei um Zahlen. Die Zahl Sieben steht traditionell für Vollkommenheit. Petrus fragt Jesus also, ob er seinem Bruder vollkommen vergeben soll und Jesus verlangt von ihm vollkommen-vollkommenste, grenzenlos-unendlich, unzähbar-wiederholte Vergebung gegenüber seinem Bruder. Wiewohl sich die Grenzenlosigkeit auf die Häufigkeit der Vergebung bezieht, wird von Jesus keine Grenzenlosigkeit des Begriffs eingefordert. Die konstitutive Bedingung des Konzepts der Vergebung wird auch von Jesus nicht außer Kraft gesetzt. Entsprechend handelt das Gleichnis von der Vergebung gegenüber jemandem, der seine Schuld anerkennt und seine Bereitschaft zur Wiedergutmachung erklärt. Einem, der seine Schuld eingesteht und bereut soll grenzenlos vergeben werden. Gegenüber jenem, der seine Schuld nicht einsieht, kann von Vergebung aber keine Rede sein, ja er steht außer dieser Möglichkeit.
Im Gleichnis vom unbarmherzigen Schuldner schildert Jesus einen Mann, der für sich und seine Schuld Gnade in Anspruch genommen hat - aber seinem Bruder gegenüber Vergebung verweigert. Er hat für sich selbst erfahren, daß Gott ihm alle Schuld erlassen hat - aber die Schuld seines Bruders hält er fest.
"Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?" Das Gleichnis stellt eindrücklich die Symmetrie, des zwischenmenschlichen Verhältnisses und die abgrundtiefe Asymmetrie der Verhältnisse zwischen Gott und den Menschen dar. Gott und Mensch stehen einander gegenüber wie König und Knecht. Der Schuldner des Knechts ist dagegen sein Mitknecht. Der Ausdruck "Mitknecht" ist ganz bewusst gewählt worden, um anzudeuten, dass beide derselben Schicht oder Klasse angehören, und zwischen ihnen eine solidarische, brüderliche Bindung herrschen müsste. Auch ist die Summe von 100 Denaren eine eher geringe Summe, deren Bezahlung auch für Knechte im Bereich des Machbaren liegt, während die Summe zehntausend Talenten eine so gewaltige Summe ist, dass die Bezahlung für eine Knecht außerhalb seiner Möglichkeiten lag. Seine Ankündigung, er wolle diese Schuld bezahlen, war also absolut unrealistisch und unglaubhaft. Und doch sieht der König nicht nur von einer Bestrafung ab, nein, er erlässt ihm die Schuld. Die Schuld des Knechts gegenüber dem König ist also weitaus größer, als die seines Mitknechtes ihm gegenüber. Seine Situation wesentlich verzweifelter und auswegloser, denn es ist undenkbar, dass er seine Schuld jemals abbezahlen kann oder jemand anderes kommt und für ihn die Schuld begleicht und ihn so aus der Schuldknechtschaft befreit. Hätte der König auf die Begleichung der Schuld bestanden, und ihn und seine Familie in die Schuldsklaverei verkauft, wäre er niemals in die Lage gekommen, gegenüber seinem Mitknecht auf seine Ansprüche zu bestehen. In diese Situation kommt er nur, weil er den Raum als freier Mann verlässt.
Kaum hat er als freier Mann den König verlassen, trifft er seinen Mitknecht. Auch wenn er formal im Recht ist, empfinden wir sein Verhalten, angesicht des soebenen Geschehenen, als skandalös. Als der König von der Unbahrmherzigkeit des Knechts erfährt, widerruft er seinen Schuldenerlass. Er ist der König über beide. Ihm steht es zu, den Schuldenerlass zurückzunehmen und den Mitknecht aus dem Kerker zu befreien.
Jesus macht hier deutlich: Indem der Knecht sich so verhält, verleugnet er die Gnade Gottes, auf die sein Leben aufgebaut ist - und wird darum schrecklicherweise diese Gnade wieder verlieren!
Für uns Christen bedeutet dies: es ist unmöglich, einen anderen anzuklagen und seine Schuld einzufordern. Denn ich selbst werde von Gott nicht nach dem Recht, sondern nach der Gnade beurteilt, die ich anderen widerfahren ließ. Oder anders formuliert: Es gibt keine Pflicht, erst recht keine gesetzliche, zur Vergebung. Es ist aber die menschliche Vergebung gegenüber seinen Mitmenschen, die die Voraussetzung dafür ist, dass Gottes Vergebung im Endgericht gilt.

Es singt der Chor und es spielt das Orchester.

"Es ist Dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von Dir fordert: nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor Deinem Gott."

Liebe Gemeinde, lasst uns beten:
Lieber Vater im Himmel! Wir danken dir für unser Leben, wir danken dir, dass wir zu essen und zu trinken haben und nicht hungern müssen. Wir danken dir, dass wir in einem Land leben, wo kein Krieg ist. Du weißt, wir sind Menschen, die schuldig werden und gerne mit anderen abrechnen. Wir bleiben unseren Mitmenschen vieles schuldig. Vergib uns, Gott. Wir bitten dich für diesen Gottesdienst: Gib uns die Kraft, mit anderen Erbarmen zu haben und ihnen die Schuld zu vergeben. Behüte und beschütze uns auf unseren Wegen und sei auch mit denen, die es nicht so gut haben wie wir. Amen.

Es ertönt die Orgel,während die Gemeinde singt:

"Großer Gott wir loben Dich,
Herr, wir preisen Deine Stärke;
Vor Dir neigt die Erde sich
Und bewundert Deine Werke.
Wie Du warst vor aller Zeit,
So bleibst Du in Ewigkeit.

Alles, was Dich preisen kann
Cherubim und Seraphinen,
stimmen Dir ein Loblied an;
alle Engel, die Dir dienen,
rufen Dir in sel'ger Ruh'
"Heilig, heilig, heilig" zu.

Himmel, Erde, Luft und Meer
sie verkünden Deine Ehre;
der Apostel glänzend Heer,
der Propheten sel'ge Chöre
und der Märtrer lichte Schar
lobt und preist Dich immerdar."

Liebe Gemeinde, lasst uns nun beten, wie Jesus Christus es uns gelehrt hat:
Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Wendet sich der Gemeinde zu und breitet die Arme aus:

Der Herr beschütze dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig,
der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.

Beschreibt mit der rechten Hand ein Kreuz:

Amen

Zieht unter den Klängen der Orgel aus dem Dom aus.

Verfasst: Di 7. Okt 2008, 14:28
von Arthur von Mauerbach
ist zum ersten Mal in Heroth und bewundert die Kathedrale, danach geht er für seine verstorbene Frau beten

Verfasst: Mo 3. Nov 2008, 17:07
von Bernhard Leber
Zieht unter den Klängen der Orgel in die Kathedrale ein.

Liebe Gemeinde,
wir lesen in der heiligen Schrift:
"Und nun, ihr Reichen: Weint und heult über das Elend, das über euch kommen wird! Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind von Motten zerfressen. Euer Gold und Silber ist verrostet und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis geben und wird euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt in diesen letzten Tagen! Siehe, der Lohn der Arbeiter, die euer Land abgeerntet haben, den ihr ihnen vorenthalten habt, der schreit, und das Rufen der Schnitter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth. Ihr habt geschlemmt auf Erden und geprasst und eure Herzen gemästet am Schlachttag. Ihr habt den Gerechten verurteilt und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.
So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe. Seufzt nicht widereinander, liebe Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Siehe, der Richter steht vor der Tür. Nehmt, liebe Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn. Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer. Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt."

Es spielt das Kirchenorchester und es singt der Tenor der Kirchenchors.

Liebe Gemeinde,
wir feiern heute das Erntedankfest. Erntedank heißt, Gott, den Schöpfer danken für die reiche Ernte des Jahres: für die Früchte des Feldes und all' dessen, was die Natur in so reicher Fülle hervorgebracht hat. Es heißt aber auch zu danken für die Schönheit der Schöpfung: für die Schönheit der Blumen, der Bäume, der Landschaften.
Das Erntedankfest ist auch ein Zeichen gegen die Gedankenlosigkeit, mit der der moderne Mensch in die vollen Regale der Supermärkte greift in der Meinung, das alles sei selbstverständlich. Das ist es aber nicht. Wir wissen, daß viele Millionen Menschen auf unserem Globus hungern, kaum das Nötigste zum Leben haben, von Katastrophen heimgesucht werden, die ihnen alle Lebensgrundlagen nehmen. So haben wir allen Grund, Gott zu danken für seine Gaben und ihn zu bitten für die notleidenden Menschen und die bedrohte Schöpfung.
Erntedank ist aber ein Zeichen gegen die Ungerechtigkeit in der Welt. Dagegen, dass der Reichtum in den Gesellschaften oft so krass und so unterschiedlich verteilt ist. Es gibt zu viele Menschen, die andere Menschen unterdrücken, ihre Notlagen ausnutzen und auf ihren Schultern und durch ihrer Hände Arbeit ihren Wohlstand gründen. Wahrlich, gedenkt des Wortes, "denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme."

Unser Herr und Gott hat uns gelehrt, um das tägliche Brot zu bitten.
Darum rufen wir zu ihm:

Für die Gemeinschaft der Christen,
dass wir wirksame Mittel und Wege finden,
für einen gerechten Ausgleich der Güter in aller Welt zu sorgen.
Für die Mächtigen der Welt aus Wirtschaft und Politik,
dass sie lernen das Wohl aller Menschen in den Mittelpunkt ihres Denkens zu stellen
und nicht den Profit und Vorteil einiger Weniger.
Für die Menschen, die ihr tägliches Brot durch die Arbeit in der Landwirtschaft verdienen.
Um Vertrauen in sich selbst und an Gottvertrauen,
dass ihr Tun nicht einfach nutzlos scheint.
Für die Menschen, die vor den übervollen Regalen unserer Konsumgesellschaft stehen,
dass sie ein waches Gespür für das Lebensnotwendige
und Gespür für einen gerechten Lohn entwickeln.
Guter Gott, diese Bitten bringen wir vor dich, durch Christus unseren Herrn.

Lasst uns beten:
Guter Gott
Wir bringen das Brot -
Zeichen für alles, was die Erde hervorbringt. -
wovon wir Menschen leben -
wonach wir Menschen hungern -
wofür wir uns abmühen -
Brot, das alle Menschen der Erde ernähren soll.

Wir bringen den Wein -
Zeichen für das, was die Erde uns schenkt und bietet.
Zeichen für das leben selbst -
denn wir dürsten nach Leben.
Nach Lebenserfüllung,
nach Lebensfreude -
Freude, die allen Menschen verheißen ist.

Wir bringen uns selbst -
Nimm uns, wie wir sind -
wie wir sein möchten.
Bediene dich unserer Anstrengungen -
mach Brot und Wein,
mach uns, deine Gemeinde -
zum Zeichen deiner Gegenwart -
in unserer Welt.

Es singt der Kirchenchor.

Liebe Gemeinde, lasst uns nun beten, wie Jesus Christus es uns gelehrt hat:
Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Wendet sich der Gemeinde zu und breitet die Arme aus:

Der Herr beschütze dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig,
der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.

Beschreibt mit der rechten Hand ein Kreuz:

Amen

Zieht unter den Klängen der Orgel aus der Kathedrale aus.

Verfasst: Do 6. Nov 2008, 11:15
von Lucia Belaiuto
*geht in die Kathedrale und bekreuzigt sich* *sieht den Erzbischof Leber in einer Ecke der Kathedrale stehen und geht zu ihm*

Ich fand die letzte Andacht sehr schön, ich hoffe Sie werden noch einige Andachten in dieser Kathedrale halten!

Verfasst: So 9. Nov 2008, 11:08
von Bernhard Leber
Original von Lucia Belaiuto
*geht in die Kathedrale und bekreuzigt sich* *sieht den Erzbischof Leber in einer Ecke der Kathedrale stehen und geht zu ihm*

Ich fand die letzte Andacht sehr schön, ich hoffe Sie werden noch einige Andachten in dieser Kathedrale halten!
Das freut mich zu hören, meine Tochter. Und ich hoffe, dass Sie weiterhin eine treue Kurchgängerin bleiben werden. :)