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Uniwahl: Niedersachsen vs. Bayern
Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 18:55
von Schrobi
Hallo,
in den nächsten Tagen muss meine Entscheidung für eine Uni fallen, an der ich mein Jura-Studium beginnen will.
Da mein NRW-Wunsch (Münster) nicht geklappt hat, hab ich nun noch die Wahl zwischen Niedersachsen und Bayern.
Kann mir irgendwer, irgendwas zu den Unis/Lebensbedingungen in
Göttingen, Hannover, Osnabrück
oder
Passau, Bayreuth, Augsburg
erzählen?
Ich nehme jegliche Infos dankend an

Bin nämlich ziemlich unentschieden.
Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 21:50
von Bob O'Neill
Göttinger Studis pöbeln jedenfalls dauernd im Metronom, soviel weiß ich...
Hannover ist sicherlich kein allzu schlechter Standort, da kann dir der Schneider aber sicherlich mehr zu erzählen. Ich habe da nur meine Abschlussprüfungen gemacht und deswegen nur wegnige Eindrücke mitgenommen (von den periodischen Cebit-Besuchen abgesehen).
Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 22:43
von Stanislav Goldmann
Vielleicht solltest Du da kulinarisch drangehen. Was findest Du besser: Fischweck, Kutteln und Granat oder Weisswurst, Sauerkraut und Leberkas?
Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 22:52
von SRM
Die Schwester eines Freundes hat in Passau Jura studiert und auch abgeschlossen, scheint wohl gut zu sein.
Vom Standort BaWü würde ich dir abraten (obwohl ich dort bald an der Uni Stuttgart arbeiten werden

), aber der steht eh nicht in der Verlosung.
Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 22:55
von Kreittmayr
Trier ist amüsant.

Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 23:08
von SRM
Original von Kreittmayr
Trier ist amüsant.
Inwiefern? Da gibts mir zuviel Rom auf zu wenig Raum

Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 23:10
von Konrad Grimm
Nun, ich habe mich ja zwei Semester mit dem Bayreuther Jurastudium herumgeschlagen.
Ich habe einen gewissen Vergleich zur hiesigen Uni Erlangen-Nürnberg, den gewinnt Bayreuth in jeder Hinsicht. Ich kann Dir auch generell nichts schlechtes über das Studium in Bayreuth sagen.
Der Campus (dessentwegen Edmund Stoiber die Uni Bayreuth zum bayerischen Harvard erklärt hat) ist auf jeden Fall toll, alles konzentriert auf einen Punkt, die Gebäude relativ modern (70er Jahre) und mit einer angenehmen Atmosphäre. Die Bibliothek ist gut ausgestattet und verfügt über viele Arbeitsplätze. Wichtig am Studium ist, dass Bayreuth natürlich vorrangig Wirtschaftsjuristen ausbildet. Wenn Du also eigentlich eher von einer Karriere im Staatsdienst oder als Strafverteidiger träumst, würde ich fachlich gesehen eher nicht Bayreuth wählen, wiewohl der Weg natürlich nichts ausschließt.
Die Größe der Uni ist überschaubar, das Verhältnis zu den Dozenten entsprechend verhältnismäßig persönlich, allerdings stellen die Juristen in Bayreuth noch vor den BWLern die stärkste Fraktion, besetzen also vor allem im ersten Semester schon regelmäßig das Audimax. Übrigens, die Bayreuther Juristen tragen die Nase tendenziell noch etwas höher als man es den Juristen allgemein nachsagt, ich zitiere aus der Begrüßungsrede des Dekans: "Juristen sind die Elite unter den Studenten, und Bayreuther Juristen sind die Elite unter der Elite."
Die Unimensa ist nicht schlecht, vor allem das "Kleine Restaurant" (Abendessen) ist empfehlenswert (letzteres wird aber von den Studenten relativ wenig genutzt, die meisten essen zu Mittag).
Die Stadt selber ist - hm... Nett, aber klein. Das typische Studentenleben ist umfangreich vertreten, es gibt mehr als genug Verbindungen, dass Du, wenn Du es brauchst, Dir jeden Abend auf einer anderen Party um die Ohren schlagen kannst. Auch an der Uni sind jede Menge Gruppen aktiv. Außerhalb des studentischen Milieus hat das Bayreuther Nachtleben aber nicht viel zu bieten. Passionierte Discogänger zieht es daher am Wochenende eher in die nächste Großstadt, also das rund siebzig Kilometer durchgehend Autobahn entfernte Nürnberg. Von den Wohnheimen habe ich nichts schlechtes gehört, kann Dir sonst aber nichts darüber sagen, ich hatte eine eigene Wohnung. Das Mietpreisniveau ist okay. Einkaufsmöglichkeiten gibt es hinreichend, wobei sich für größere Einkäufe ein Auto empfiehlt, die beiden großen Supermärkte liegen am Stadtrand. In der Innenstadt ist mit dem Rotmaincenter ein großes Einkaufszentrum, sowie in der Fußgängerzone ein Karstadt (der für mich als Großstadtkind allerdings immer der Beleg Bayreuther Provinzialität war - vergleichsweise klein und macht um 19 Uhr zu). Bayreuth ist ein schönes, ruhiges Städtchen mit sehr vielen hübschen Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert, großen Parkanlagen - und einen Tag im Jahr der Mittelpunkt Deutschlands, wenn die Wagner-Festspiele beginnen. Noch ein Tipp: Das Frühstück im Cafe Ponte am "Canale Grande" ist großartig!
[warum bin ich dann überhaupt weg, wenn ich so positiv über Bayreuth rede? Das lag mehr am Jurastudium als solches, plus einem gewissen Heimweh; sicher, man findet an der Uni schnell Anschluß, aber die wirklichen Freunde und die Familie sind halt doch woanders]
Bayreuth ist für Dich die richtige Wahl, wenn Du
- Dein späteres Berufsziel eher bei Unternehmen oder Wirtschaftskanzleien siehst als als Richter, Staatsanwalt, Verwaltungsjurist o.ä. (dann würde ich eher zum alles in allem noch elitäreren Passau raten)
- Dir sicher bist, dass Du mit der Entfernung zur Heimat klar kommst
- das örtliche Nachtleben nicht der entscheidende Standortfaktor ist
Noch Fragen?
Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 23:16
von Konrad Grimm
Original von Stanislav Goldmann
... oder Weisswurst, Sauerkraut und Leberkas?
Ähem. Hierzu: Das mag in Passau stimmen. "Augschburg" dagegen - bei dem ich KEINEN Grund wüsste, dort zu studieren! - ist Schwaben, da gibt's eher Maultaschen und Spätzle. Und "Bayrrreud" ist Franken, und zwar Ober-, sprich Bierfranken (anders Unter- sprich Weinfranken), das bedeutet kulinarisch Bratwurst in allen Varianten, Schäuferle, Karpfen, Sauerkraut, Spargel und Lebkuchen.
Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 23:22
von Bob O'Neill
Fischweck, Kutteln und Granat sind auch nicht umbedingt südniedersächsische Spezialitäten...
Selbst ist als Nordniedersachse esse öfter Sauerkraut denn Fisch. ^^
Verfasst: Sa 16. Aug 2008, 23:42
von Kreittmayr
In Trier schießt man sich den Kopf mit "Viez" ab. Das ist ein billiger Apfelwein, der ungemischt wie essig schmeckt und in der Kneipe den halben Liter 1,50 kostet.
So viel zu unseren Spezialitäten.
Es sei denn natürlich, man entdeckt die wunderbaren Keller der bischöflichen Weingüter.
