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Nimmt die SPD Talfahrt kein Ende mehr??

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 15:12
von vSzP
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 00,00.html

Immer mehr Menschen sind mit der SPD unzufrieden. Sogar die Genossen selbst. Jedes dritte SPD-Mitglied kann sich einen Austritt vorstellen, 6 % sogar in nächster Zeit.

Dazu fällt mir nur eins ein:

Bild

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 15:43
von Matt Suchard
Ich finds allerdings wirklich erstaunlich, wie man augenscheinlich den Verfall einer Volkspartei zu einer Splitterpartei beobachten kann.

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 15:58
von Rainer Zufall
Ergebnis der SPD-Politik unter Gerhard Schröder. Wie sollte sich auch eine Partei halten können, die ihr urspüngliches Klientel schlicht und einfach für nicht mehr existent erklärt hat und mit der Agenda 2010 CDU Thematiken umsetzte? Ansonsten verweise ich auf den durch einen Mitspieler jüngst geposteten Link Hier

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 16:03
von vSzP
Original von Rainer Zufall
Ansonsten verweise ich auf den durch einen Mitspieler jüngst geposteten Link Hier
Naja, nur sind nicht auf einmal 50 % der Deutschen Bildungsbürger geworden ;)

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 16:21
von Palin Waylan-Majere
Ich verweise zu dem Thema mal auf eine Rede Rudolf Dresslers vom April. Ich erlaube mir mal ein Zitat hier einzufügen:
Genossinnen und Genossen, die SPD hat sich stets der Durchökonomisierung aller
Lebensbereiche in den Weg gestellt. Die Wahrnehmung der letzten Jahre bei Millionen
Wählerinnen und Wählern, bei Hunderttausenden unserer Mitglieder war, die SPD stellt
sich nicht nur nicht mehr in den Weg, nein, sie öffnet dem Neoliberalismus sogar die
Tür. Jenen, die innerhalb der SPD eine Rückbesinnung auf sozialdemokratische Werte
anmahnen, schallt sofort der Chor der Modernisierer entgegen, die Besinnung auf
sozialdemokratische Werte sei einerseits ein Ruck nach links und andererseits verliere
die SPD dann in der Mitte. Grund genug, sich dieser selbsternannten Mitte einmal
zuzuwenden.

Was soll das sein, die politische Mitte? Das unreflektierte Eintauchen in einen
russischen Konzern namens Gazprom unmittelbar nach dem Verlust der Kanzlerschaft –
politische Mitte? Der sofortige Einstieg in das Geschäft der Leiharbeit unmittelbar nach
dem Verlust des Wirtschaftsministeriums – politische Mitte? Die Übernahme eines
Arbeitgeberverbandes von privaten Briefzustellfirmen, die nur Niedriglöhne zahlen, sich
eigene Gewerkschaften einkaufen, nach der Ablösung als Präsident der Bundesanstalt
für Arbeit – neue Mitte?
Ob Beck nun unpopulär ist oder nicht: er hat nicht ein Drittel der Mitglieder der SPD und die Hälfte der Wähler verjagt, das haben seine 3 Vorgänger besorgt. Und die SPD Rechte steuert die Partei weiter munter Richtung Abgrund: bei jeder Ruf nach "Abgrenzung" zur Linkspartei, die munter am expandieren ist, bedeutet doch de facto eine Nach-hinten Verlegung der Front und dementsprechend eine weitere Schwächung und Verkleinerung der SPD, die ausgerechnet in der Mitte, wo sie sich mit den 3 anderen Parteien um die Wählerstimmen der sog. "Leistungsträger" streiten muss, diesen Verlust wieder ausgleichen will. Das ist Wahnsinn.

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 17:22
von Albert von Romanow-Bernstein
Ich finde es erschreckend wenn beide Volksparteien zusammen (!) noch so gerade über 50 % kommen.

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 17:44
von Montgomery Scott
Original von Albert von Romanow-Bernstein
Ich finde es erschreckend wenn beide Volksparteien zusammen (!) noch so gerade über 50 % kommen.
Ich finde das gerade gut, solange es beiden Volksparteien so geht. Dann man irgendwann mal wirklich die Wahl zwischen den Großen Fünf.

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 17:52
von Konrad Grimm
Es gibt eine ganz einfache Antwort darauf, nämlich die Mehrheitswahl.

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 17:54
von Michael Schneider
Wenn man nach Schröder die Politik konsequent gegangen wäre und nicht irgendwelche Wackelkurse gefahren hätte läge die SPD jenseits der 30% und zwar deutlich.

Was die Leute vor allem der SPD vorwerfen ist deren hin- und herschaukeln zwischen links und rechts und vollkommen irrsinnigen Debatten.

Die Politik der Linken ist zwar völlig utopisch, aber sie haben eine feste Position, klare Forderungen (so abwegig sie auch sind) und kippen nicht ständig um. Das macht sie schonmal für den normalen Wähler als Option "wählbarer" da man da keine Angst haben muss, dass sie nach der Wahl was anderes tun als sie vorher versprechen.

Die CDU muss höchstens etwas Angst haben, weil sie Sachen tut, die unpopulär sind. Zeigen diese langfristig positive Wirkung werden sie davon profitieren und wieder über die 40% kommen bundesweit, wenn nicht werden sie auf jetzigem Niveau in der Mitte von 30 bleiben. Allerdings nur wenn man auch in der CDU/CSU die unsäglichen öffentlichen Debatten beendet. Die werden von Wählern nämlich nicht gerne gesehen.
Original von Konrad Grimm
Es gibt eine ganz einfache Antwort darauf, nämlich die Mehrheitswahl.
Das ist höchstens Symptombekämpfung.

Verfasst: Mi 11. Jun 2008, 18:05
von Konrad Grimm
Original von Michael Schneider
Zeigen diese langfristig positive Wirkung werden sie davon profitieren und wieder über die 40% kommen bundesweit,
Die CDU/CSU kommt bei den Jungwählern nur noch auf einen Stimmenanteil von 15 %. Ich denke, wir sollten dringend das "C" aus dem Parteinamen streichen, wie ja auch etwa von Kardinal Erzbischof Meisner vorgeschlagen, der ganz richtig erkannt hat, dass eine Partei, die sich zum Christentum bekennt, in einer in ihrer ganz großen Mehrheit atheistischen Bevölkerung keinen Blumentopf gewinnen wird.