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Neue Erkenntnis zum Thema Übergewicht

Verfasst: Mi 27. Feb 2008, 20:18
von Amber Marie Ford
Die Deutschen sind nach Meinung ihrer Vormünder - Ulla (Schmidt), Uschi (v. d. Leyen), Hotte (Seehofer), Wolle (Schäuble), Biene (Bätzing), und wie sie alle heißen - zu dick. Das wissen wir ja nun schon länger, nur wen es interessiert, das habe ich immer noch nicht heraugefunden ;)

Aber Moment, seit wenigen Stunden interessiert es mich schon! Denn in einem Radiobeitrag zum Thema, was Eltern ihren Kindern als Pausenverpflegung mit in die Schule geben sollten, habe ich den Lebensmittelchemiker und Buchautor Udo Pollmer, schon lange ein Dorn im Auge der Gesundheitsfaschisten, Fitnessfeldwebel und Abstinenzapostel, gehört, der Schokoladenriegel empfohlen hat! Ja, ist der Mann denn des Wahnsinns fette Beute? Wir wissen doch, Millionen Kinder sind auch schon zu dick...

Das stimmt zwar, hat aber wie auch bei Erwachsenen meistens nichts mit falscher Ernährung zu tun! Nicht Schmatzriegel oder Chips, Doppel-Cheeseburger oder die "Bottroper Schlachtplatte" (Pommes frites mit Mayonaise und Ketschup + Currywurst), verbunden mit Fernsehkonsum und Bewegungsmangel sind nach Herrn Pollmer die Ursache für das epidemische Ausmaß von Übergewicht und Fettsucht in Deutschland, sondern - das Gejammer, Gezeter und Geflenne der Obrigkeit ob ihrer "missratenen" Untertanen!

Die ständigen Beleidigungen, Beschuldigungen und Beschimpfungen, die deutsche Politiker über ihre Wähler ergießen - "Ihr fresst zuviel, ihr pafft zuviel, ihr sauft zuviel, ihr hängt zuviel vor der Glotze!", "Ihr zahlt zu wenig Steuern und Sozialbeiträge, ihr bekommt zu wenig Kinder!" "Ihr seid zu faul euch ernsthaft um Arbeit zu bemühen und vierzig Stunden pro Woche zu arbeiten, in eurer Gier fordert ihr immer nur immer mehr Netto, mehr Rente, mehr Stütze!", "Ihr seid schlechte Patrioten!", "Ihr seid Ausländerfeinde!" usw. - machen diese tief im Inneren tief unglücklich, bringen den Hormon- und Enzymhaushalt durcheinander, beeinträchtigen den gesunden Stoffwechsel, und führen im Ergebnis zu Übergewicht und Fettleibigkeit.

Die glücklichen Schweizer verschnabulieren zum Vergleich pro Kopf drei mal soviele Kalorien im Jahr wie die Deutschen, ohne dass Übergewicht und Fettleibigkeit dort überdurchschnittlich verbreitet wären. Aber in Deutschland diskutiert man "Warnsticker", Strafsteuern und Gesetze zur Regelung des Einräumens von Supermarktregalen...

Und jetzt lehne ich mich zurück und erwarte die pseudogelehrten Antworten der bekannten Kälber, Schafe und Lemminge, die mir Naivität und Beeinflussbarkeit vorwerfen werfen, während sie brav nachplappern was ihre Politiker ihnen eintrichtern, und es für der Wissenschaft objektivsten und letzten Schluss halten ;)

RE: Neue Erkenntnis zum Thema Übergewicht

Verfasst: Mi 27. Feb 2008, 20:40
von Fabian Montary
Original von Amber Marie Ford
Nicht Schmatzriegel oder Chips, Doppel-Cheeseburger oder die "Bottroper Schlachtplatte" (Pommes frites mit Mayonaise und Ketschup + Currywurst), verbunden mit Fernsehkonsum und Bewegungsmangel sind nach [Ansicht von] Herrn Pollmer die Ursache [...]
Er weiß es also auch nicht besser. Was macht ihn besser als die anderen? Ja, richtig! Er vertritt deine Ideologie. Also auch nicht wertvolle als die angesprochenen Politiker...

Verfasst: Mi 27. Feb 2008, 21:17
von Michael Schneider
Wat nen Dünnsinn...

Verfasst: Mi 27. Feb 2008, 21:35
von Montgomery Scott
Die glücklichen Schweizer verschnabulieren zum Vergleich pro Kopf drei mal soviele Kalorien im Jahr wie die Deutschen, ohne dass Übergewicht und Fettleibigkeit dort überdurchschnittlich verbreitet wären.
Quelle?

RE: Neue Erkenntnis zum Thema Übergewicht

Verfasst: Do 28. Feb 2008, 12:27
von Konrad Grimm
Original von Amber Marie Ford
machen diese tief im Inneren tief unglücklich, bringen den Hormon- und Enzymhaushalt durcheinander, beeinträchtigen den gesunden Stoffwechsel, und führen im Ergebnis zu Übergewicht und Fettleibigkeit.
Das bezweifle ich doch mal sehr stark. Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gewicht ist ein rein biochemischer und exakt mathematisch berechenbar.

Nimmt man 7500 kcal mehr zu sich, als man verbraucht, nimmt man ein Kilogramm zu; nimmt man 7500 kcal weniger zu sich, als man verbraucht, nimmt man ein Kilo ab. Alles andere ist esoterischer Hokuspokus-Quark.

Pollmer geht den typischen Weg derjenigen, die davon leben, eine absolute Mindermeinung in ihrer Fachdisziplin zu vertreten. Sie werden immer radikaler und sind am Schluß Verschwörungstheoretiker, die in einem Verlag mit Ufologen publizieren.

Verfasst: Do 28. Feb 2008, 14:18
von Baudouin de Billancourt
Nun, es gibt aber Faktoren, die den Verbrauch beeinflussen. Wobei ich nicht sagen kann, ob die Psyche dazu gehört. Für mich ist die beste Diät eine ordentliche Portion Verzweiflung in der Klausurphase :D

Verfasst: Do 28. Feb 2008, 15:50
von Amber Marie Ford
Eben. Die Auswirkungen der seelischen Verfassung auf den Körper und seine Funktionen sind bekannt und anerkannt, dass die Stimmung den Kalorienverbrauch beeinflussen kann, ist jedenfalls alles andere als unlogisch. Zudem ist es psychologisch wie soziologisch anerkannt, wer immer nur wie Dreck - also im Falle unserer Behandlung durch unsere Politiker wie dumme, verzogene, unmündige, unvernünftige, undankbare, selbstsüchtige, habgierige, faule usw. Kinder - behandelt wird, der fühlt und sich sich irgendwann auch selbst so!

Die Zahl, dass die Schweizer pro Kopf drei mal so viele Kalorien verzehren wie die Deutschen, stammt aus jenem Radiointerview, auf das ich mich beziehe, aber an exakt dieser Zahl hängt die Aussage auch nicht. Sie bleibt interessant, auch wenn es nur mal zwei mal, anderthalb mal oder genau so viele Kalorien sind, ohne dass Übergewicht nach den Maßstäben der deutschen Obrigkeit in der Schweiz ein gesellschaftliches Problem wäre. Denn es zeigt: eine Reduktion der Kalorienaufnahme allein - in Deutschland v. a. als durch Strafzuschläge auf Verbrauchsteuern und Krankenkassenbeiträge, Warnaufkleber auf sog. "ungesunden" Lebensmitteln, und am besten noch Werbeverbote und bußgeldbewehrte Vorschriften zur Gestaltung der Präsentation im Geschäft zu erreichen populär - bringt es nicht.

Zudem gelten ja gerade auch viele Arbeitslose als "zu dick", also rechnet mal durch: ihr bekommt 347 € im Monat, müsst davon Strom, Warmwasser, Telefon, Bus-/Bahnticket, Kleidung, Haushaltswaren, Körperpflegeartikel und eben eure Verpflegung bezahlen, und schaut euch dann die Preise für Süßwaren an - am Übermaß kann es in Form der schlichten Gleichung unserer Politiker gar nicht liegen, viele übergewichtigte Menschen sind schlicht zu arm, als dass sie sich quantitativ überernähren könnten!

Dafür werden sie von intellektuell unterdurchschnittlich bemittelten, beruflich selten gehoben qualifizierten, aber ausnahmslos fürstlich bezahlten und komfortabel abgesicherten Politikern bevorzugt wie Abschaum behandelt und in den Dreck getreten!

Verfasst: Do 28. Feb 2008, 16:02
von Michael Schneider
Original von Amber Marie Ford

Zudem gelten ja gerade auch viele Arbeitslose als "zu dick", also rechnet mal durch: ihr bekommt 347 € im Monat, müsst davon Strom, Warmwasser, Telefon, Bus-/Bahnticket, Kleidung, Haushaltswaren, Körperpflegeartikel und eben eure Verpflegung bezahlen, und schaut euch dann die Preise für Süßwaren an - am Übermaß kann es in Form der schlichten Gleichung unserer Politiker gar nicht liegen, viele übergewichtigte Menschen sind schlicht zu arm, als dass sie sich quantitativ überernähren könnten!
Es liegt nicht an der Menge, sondern am was. Chips und Bier sind vergleichsweise günstig. Und der Hamburger bei McDonnalds kostet auch nur 1 Euro.

Verfasst: Do 28. Feb 2008, 16:08
von Palin Waylan-Majere
Um die Debatte mal von einem Radiobeitrag, den offenbar nur einer von uns gehört hat, hin zu einem allseits nachlesbaren Ernährungsexperiment zu führen, empfehle ich den kleinen Blog Kochen mit Sarrazin, in dem der Speiseplan des Berliner Finanzsenators mit einem doch aufschlussreichen Ergebnis mal in der Realität getestet wurde.

Verfasst: Do 28. Feb 2008, 16:20
von Konrad Grimm
Original von Palin Waylan-Majere
Um die Debatte mal von einem Radiobeitrag, den offenbar nur einer von uns gehört hat, hin zu einem allseits nachlesbaren Ernährungsexperiment zu führen, empfehle ich den kleinen Blog Kochen mit Sarrazin, in dem der Speiseplan des Berliner Finanzsenators mit einem doch aufschlussreichen Ergebnis mal in der Realität getestet wurde.
Man kann also von Hartz IV nicht leben.

Na und?